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Changemaker Paul Nagel über Gleichstellung

Im Rahmen des Projektes FEMtential wurden Interviews mit Männern geführt, die sich für Frauen in der IT und Chancengleichheit engagieren und als Changemaker hier von Ihren Erfahrungen berichten. Hier stellen wir Paul Nagel von der Adito Software GmbH vor. 

CHANGEMAKER-STECKBRIEF:

Name: Paul Nagel

Position: Head of Professional Service

Unternehmen: Adito Software GmbH

Branche: Die Adito Software GmbH entwickelt seit mehr als 35 Jahren CRM-Systeme.

Standort: Geisenhausen

Beschäftigte ca. 150 Beschäftigte

 

Vielfalt der Perspektiven im Team
„Es ist wertvoll, immer unterschiedliche Perspektiven im Team zu haben. Männer und Frauen unterscheiden sich in Arbeitsweise und Vorgehen – beide Blickwinkel braucht es, um ein Problem richtig anzugehen.“

Frauen im Projektmanagement und Vertrieb
„Gerade im Kundenkontakt und in der Steuerung von Teams ist die Feinfühligkeit und Empathie einer Frau extrem wertvoll. Deshalb habe ich bewusst versucht, auch Frauen auf diesen Positionen zu besetzen.“

Frauen als Entwicklerinnen willkommen
„In meinem Team ist die Lead-Entwicklerin eine Frau. Unser Verhältnis liegt bei etwa 1 zu 2.“

Ursache liegt in der Sozialisation
„Vielleicht liegen die Ursachen schon vor dem Arbeitsleben. Mädchen interessieren sich oft mehr für Menschen, Jungen mehr für Dinge. Deshalb entscheiden sich Jungen eher für Entwicklerjobs. Wenn Frauen sich aber für IT entscheiden, sind die Hürden in modernen Unternehmen heute gering.“

Genderneutrale Unterstützung
„Wir unterstützen alle Mitarbeitenden gleich – unabhängig vom Geschlecht. Ein Mann in meinem Team war zwei Jahre in Elternzeit und steigt jetzt mit sieben Stunden die Woche wieder ein. Genau dieselbe Flexibilität bieten wir auch Frauen.“

Männer-Themen bei Gleichstellung
„Elternzeit, Teilzeit, Work-Life-Balance, Flexibilität – das sind Themen, die Männer genauso betreffen. Wie kann ich als Mann durchsetzen, dass ich ein Jahr in Elternzeit gehe? Und wie vereinbare ich, nicht der Hauptverdiener zu sein, sondern in Teilzeit zu arbeiten und mich um Familie zu kümmern?“

Männer profitieren auch
„Auch Männer brauchen mehr Chancengleichheit – zum Beispiel bei Elternzeit, Teilzeit, Work-Life-Balance. Es sollte normal sein, wenn ein Mann sagt: ‚Ich gehe ein Jahr in Elternzeit‘ oder ‚Ich arbeite Teilzeit und kümmere mich um die Familie‘.”

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Changemaker Don über Leadership und Doppelspitzen

Im Rahmen des Projektes FEMtential wurden Interviews mit Männern geführt, die sich für Frauen in der IT und Chancengleichheit engagieren und als Changemaker hier von Ihren Erfahrungen berichten. Hier stellen wir Don von cover.mesh vor. 

CHANGEMAKER-STECKBRIEF:

Name: Don Rorlach

Position Co-Gründer & IT-Leiter

Unternehmen cover.mesh (Digitalisierungs-Unit der Ecclesia Gruppe)

Branche: Das Unternehmen ist die Digitalisierungs-Unit der Ecclesia Gruppe und entwickelt datengetriebene Risk- und Insurance-Lösungen.

Standort Berlin

Beschäftigte ca. 17 Beschäftigte

Gemeinsame Gründung in Doppelspitze
„Ich habe cover.mesh gemeinsam mit meiner Co-Gründerin aufgebaut – von der Konzeptionsphase bis zum Launch. Von Anfang an war klar: Wir machen das als Co-Spitze, eine Frau und ein Mann. Das ist in unserer Branche extrem ungewöhnlich.“

Mehrwert durch unterschiedliche Perspektiven
„Die letzten drei Jahre mit meiner Co-Gründerin waren extrem wertvoll – Frauen gucken oft anders auf gewisse Themen, auch mit einer anderen Führungsperspektive. Dieser Unterschied bringt echten Mehrwert.“

Unterschiedliche Stärken im Leadership
„Ich sehe Dinge oft eher prozess- und technikorientiert. Meine Co-Gründerin brachte dagegen die Perspektive ein: ‚Wie tickt die Mitarbeiterin oder der Mitarbeiter?‘ – Das ergänzt sich perfekt.“

Förderung im Alltag statt Programme
„Wir haben kein spezielles Förderprogramm, aber wir unterstützen im Alltag: Zeit und Ressourcen stellen wir bewusst zur Verfügung. Und wir greifen nicht in die Klischeekiste à la ‚Frauen sind für Marketing‘.“

Frauen sollten lauter sein
„Mein Wunsch an Frauen in der IT: lauter sein. Sich Dinge zutrauen, sichtbar werden, auch mal Werbung für sich selbst machen. Sichtbarkeit schafft Entwicklungsmöglichkeiten – fachlich oder auf der Karriereleiter.“

Nerd-Faktor verliert an Schrecken
„Die klassische Nerd-Atmosphäre der 80er und 90er gibt es kaum noch. Heute ist IT oft Wohlfühlatmosphäre, und Nerd sein ist mittlerweile eher cool – fast wie die neuen Hipster.“

Bewerbungen weiterhin männerlastig
„Aus Arbeitgeberperspektive ist das extrem auffällig: 90 % der Bewerbungen sind von Männern. Je mehr es weggeht von reiner IT-Programmierung, desto mehr geht es Richtung 50/50.

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Changemaker Philipp Dietl über den Gewinn von Frauen für die IT

Im Rahmen des Projektes FEMtential wurden Interviews mit Männern geführt, die sich für Frauen in der IT und Chancengleichheit engagieren und als Changemaker hier von Ihren Erfahrungen berichten. Los geht es mit Philipp Dietl von der Adito Software GmbH

CHANGEMAKER-STECKBRIEF:

Name: Philipp Dietl

Position: Seit sechs Jahren im Unternehmen, seit drei Jahren Ausbilder für die beiden IT-Ausbildungsberufe

Unternehmen: Adito Software GmbH

Branche: Die Adito Software GmbH entwickelt seit mehr als 35 Jahren CRM-Systeme.

Standort: Geisenhausen, Bayern

Beschäftigte: ca. 150 Beschäftigte

Persönliche Motivation und Gewinn von Frauen für die IT:
„Ein wichtiger Punkt sind die verschiedenen Perspektiven, die Frauen in die IT einbringen – oft einen kreativeren oder sozialeren Blick. Grundsätzlich ist es mir persönlich völlig egal, welches Geschlecht jemand hat. Aber ich finde es gut, Frauen in der IT zu fördern. Deshalb ist es mir auch in meiner Rolle als Ausbilder wichtig, junge Frauen auf ihrem Weg in die IT zu unterstützen.“

Effekt von Frauen auf Teams:
„Ich würde sagen, es hat einen positiven Effekt, dass jetzt bei uns mehr Frauen in den Teams sind, weil man eventuell eine andere Perspektive reinkriegt. Und ja, das macht es einfach ein bisschen bunter, ein bisschen vielfältiger.“

Zur Offenheit der IT
„Die IT ist insgesamt schon sehr offen, weil’s da um Lösungen geht – unabhängig von Herkunft oder Geschlecht. Man teilt eine Leidenschaft, arbeitet international zusammen. Und man darf nicht vergessen: Frauen haben die IT mit aufgebaut. Es gab da sehr, sehr viele Pioniererinnen, die gerade in den 50er-Jahren sehr viel vorangebracht haben. Das hat sich dann irgendwann leider gedreht.“

Zum Nerd-Faktor:
„Ich bin jetzt seit drei Jahren Ausbilder im Unternehmen und glaube schon, dass bei der Generation Alpha dieses Nerdig-Sein insgesamt immer stärker wird. Auch die Mädchen, die sich bei uns bewerben, bringen meist diesen Nerd-Faktor mit – genau wie die Jungs. Das passt ja auch gut zur IT-Kultur, aber man muss definitiv kein Nerd sein, um in der IT anzufangen.“

Wo können Männer von mehr Chancengleichheit profitieren?
„Beim Thema Mental Health könnten Männer von mehr Chancengleichheit profitieren. Dieses ‚Starksein-Müssen‘ steht oft im Weg. Ein offenerer Umgang, wie ihn Frauen oft vorleben, würde helfen. Zum Beispiel durch mehr Awareness, Sensibilisierungsmaßnahmen oder Gesundheitstage im Unternehmen.“

 

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Changemaker Tobias Langmeyer über Vielfalt und Fachkräftegewinnung

Im Rahmen des Projektes FEMtential wurden Interviews mit Männern geführt, die sich für Frauen in der IT und Chancengleichheit engagieren und als Changemaker hier von Ihren Erfahrungen berichten. Hier berichtet Tobias Langmeyer von der dc AG

CHANGEMAKER-STECKBRIEF:

Name: Tobias Langmeyer

Position: CEO und Gründer

Unternehmen: dc AG

Branche: Die dc AG ist Softwarehersteller, Digitalagentur und Beratung für Business Prozesse mit digital Know-how.

Standort: Kulmbach, Bayern

Beschäftigte: ca. 100 Beschäftigte

Motivation, sich für Chancengleichheit einzusetzen:
„Wenn wir im reinen Entwicklungsbereich 50 Entwickler haben, haben wir darunter zwei Entwicklerinnen. Ich finde, das sollte sich ändern. Wir glauben als Unternehmen und ich glaube daran, dass Teams, die divers in allen Bereichen sind, besser, effizienter, performanter und kreativer arbeiten.“

Gemischte Teams oder Nerds?
„Teams funktionieren besser, wenn da unterschiedliche Charaktere, Perspektiven, Altersgruppen und Geschlechter zusammenkommen – und nicht nur so ein ganz homogenes Bild. Klar, das Klischee vom Nerd, der Gaming liebt und zwischendurch codet, stimmt manchmal schon ein bisschen – aber eben nicht nur bei Männern. Es gibt genauso weibliche Nerds.“

Woran glaubst du, liegt dieses Ungleichgewicht?
„Wenn du in so einer klassischen Männerdomäne bist, wird halt oft über typische Männerthemen gesprochen – und dann kriegt das Ganze schnell diesen Nerd-Klischee-Charakter. Da fühlen sich Frauen vielleicht weniger angesprochen. Dabei gibt’s richtig gute Programmiererinnen. Wenn dir logisches Denken und Technik liegen, ist das nicht nur spannend, sondern auch gut bezahlt – mit richtig guten Arbeitsbedingungen. Bei uns können die Entwickler arbeiten, wann und wo sie wollen. Also ich denke, das ist ein toller Beruf. Aber wenn wir 100 Bewerbungen für Entwickler kriegen, dann sind nicht mehr als vier bis fünf Prozent Frauen dabei.“

Was tut ihr bei euch im Unternehmen für mehr Chancengleichheit?
„Chancengleichheit ist bei uns Teil der Unternehmenskultur. Unter dem Motto Motto “d stands for diversity” (das ‚d‘ im Firmennamen – Anmerkung der Redaktion) machen wir das Thema sichtbar, z. B. mit dem jährlichen Diversity Day oder internen Aktionen. Gleichzeitig unterstützen wir Programme wie ScienceFem von der Technischen Hochschule Würzburg-Schweinfurt, um junge Frauen für Technik zu
begeistern. Und im Alltag achten wir z. B. darauf, dass bei Bewerbungsgesprächen immer auch jemand vom passenden Geschlecht dabei ist. Damit es nicht passiert, dass eine Entwicklerin im Bewerbungsgespräch allein mit drei männlichen Kollegen von uns zusammensitzt.“

Transparentes Gehalt
„Eine ganz wichtige Sache zum Thema Chancengleichheit: Wir haben transparentes Gehalt. Dadurch ist es zumindest im gleichen Bereich definitiv ausgeschlossen, dass es da Unterschiede gibt. Es gibt auch keine geheimen Verhandlungen bei uns, sondern es ist alles transparent und jeder weiß, was der oder die andere verdient.“

Wie geht es bei euch im Unternehmen weiter mit den Themen Vielfalt und Chancengleichheit?
„Auch wenn es gerade Gegenwind gibt – vor allem aus den USA – bleiben wir bei Diversity voll dran, weil es einfach zu unseren Werten gehört. Und auch beim Thema New Work bleiben wir klar: Du arbeitest, wann und wo du willst. Wir sagen ganz bewusst: Jetzt erst recht! Und ich habe das Gefühl, das kommt im Team gut an und macht allen Spaß.“

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Changemaker Frank Lagemann über Chancengleichheit und Nachwuchsgewinnung

Im Rahmen des Projektes FEMtential wurden Interviews mit Männern geführt, die sich für Frauen in der IT und Chancengleichheit engagieren, bestehende Strukturen hinterfragen sowie den kulturellen Wandel vorantreiben und als Changemaker hier von Ihren Erfahrungen berichten. Hier berichtet Frank Lagemann von der GreenGate AG

CHANGEMAKER-STECKBRIEF:

Name: Frank Lagemann

Position: Vorstand und Gründer

Unternehmen: GreenGate AG

Branche: Die GreenGate AG entwickelt seit mehr als 20 Jahren Softwarelösungen für Workforce Management, Instandhaltung oder Asset Management.

Standort: Windeck, NRW

Beschäftigte: ca. 50 Beschäftigte

 

Motivation, sich für Chancengleichheit zu engagieren:
„Als wir gegründet haben, waren wir sechs Männer – mit unserer ersten weiblichen Auszubildenden hat sich das Betriebsklima spürbar verändert, und zwar positiv. Grundsätzlich mache ich ohnehin keine großen Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Gerade bei uns auf dem Land ist die Auswahl an Fachkräften nicht so groß. Da können wir die Hälfte der Menschheit nicht außen vorlassen. Uns liegt daran, die jungen Leute, Männer wie Frauen, in ihrem Übergang zur Familie zu unterstützen. Dann wird meist auch die Bindung zur Firma stärker.“

Standortvorteil Schule: Tut sich was bei der Elternzeit?
Die Veränderungen bei der Elternzeit halten sich noch in Grenzen. Die Erziehungszeiten werden meistens und auch länger von Frauen genommen. Aber der eine oder andere Mann macht das auch. Wir haben hier auch ein Ehepaar mit kleinem Kind, die sich abwechseln und das selbstständig organisieren. Das geht auch ganz gut. Die Gemeinde Windeck hat gut 20.000 Einwohner, im Ortsteil Herchen mit ca. 1.000
Einwohnern gibt es einen Kindergarten und alle Schulformen direkt am Ort. Durch die Schulen gibt es mehr Schüler als Einwohner. Das ist natürlich ein Standortvorteil für Familien. Ich selbst habe auch davon profitiert damals, als wir gegründet haben. Ich konnte quasi immer mit den Kindern zur Arbeit gehen, das fand ich schon ganz nett.“

Nachwuchsarbeit und Bindung von Mitarbeitenden:
„Wir versuchen eng mit den Schulen zusammenzuarbeiten. Mittlerweile kennen uns die Schulen, und darüber auch die Schülerinnen und Schüler. Wir bieten viele Schülerpraktika hier an, dadurch bleibt der ein oder andere zur Ausbildung oder zum Studium im Unternehmen hängen. So können wir die Lehrstellen mittlerweile meist früh besetzen, ein großer Vorteil. Man kann auch im Anschluss an die Ausbildung hier im Unternehmen studieren. Wir beteiligen unsere Beschäftigten auch am Unternehmen. Wir sind eine kleine AG und können Mitarbeitende so über Aktien beteiligen. Das ist dann auch noch mal eine andere Motivation, die zu einer langen Betriebszugehörigkeit führt.“

Über Schulpraktika und Zutrauen von Mädchen:
„Wir sind in Schülerprojekten und im Informatikunterricht oft über Schulprojekte, die wir anbieten, mit involviert. Aber wir stellen auch immer wieder fest, dass da die Mädels eindeutig unterrepräsentiert sind. Da gibt es an den Schulen noch wirklich Handlungsbedarf.“

So bereichern weibliche Fachkräfte die IT:
„Es herrscht ein anderes Kommunikationsklima, sowohl intern als auch zum Kunden. Es läuft entspannter und lösungsorientierter ab. Das ist der Unterschied, den man direkt feststellt. Fachlich ist da kein Unterschied zu merken.“

Ein Wunsch an Frauen in der IT:
„Wir haben durch unser Wachstum eine neue Hierarchiestufe eingeführt – Teamleitungen. Von vier Positionen sind drei mit Frauen besetzt, alle in Teilzeit. Das läuft gut, aber ich merke: Frauen trauen sich solche Rollen oft nicht direkt zu. Da muss man öfter nachhaken, ermutigen, dranbleiben. Ich würde mir wünschen, dass da mehr Experimentierfreude da ist. Frauen haben oft große Angst vor dem Scheitern,
aber Scheitern gehört dazu – das ist nicht schlimm. Fehler passieren, das ist ganz normal im Job. Männer gehen da oft lockerer rein.“

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Recap: Branchendialog „Fe(male) Power – Gemeinsam die Zukunft der IT gestalten“

Am 5. Februar fand der Branchendialog „Fe(male) Power – Gemeinsam die Zukunft der IT gestalten“ statt. Dabei gab es die Gelegenheit sich über Chancengleichheit, Fachkräftesicherung und die Zukunft des IT-Mittelstands zu informieren und auszutauschen. Organisiert im Rahmen des FEMtential-Projekts, brachte das Event Expertinnen und Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Unternehmen zusammen, um gemeinsam über Wege zur Förderung von Vielfalt und Zusammenarbeit in der IT-Branche zu diskutieren.

Einblicke in das Programm

Zu Beginn begrüßte Christian Gericke (Vorstand des BITMi e.V. | d.velop) die Teilnehmenden und betonte die Relevanz von Chancengleichheit für die Wettbewerbsfähigkeit des IT-Mittelstands. Anschließend gaben Daniela Kozian (BITMi e.V.) und Jana-Madeline Staupe (Prospektiv GmbH) einen Überblick über die bisherigen Erkenntnisse aus dem Projekt FEMtential und nannten Ansätze zur nachhaltigen Fachkräftesicherung.

Im anschließenden Panel „Chancengleichheit gemeinsam gestalten“ wurde aus unterschiedlichen Perspektiven über Herausforderungen und bewährte Maßnahmen zur Förderung von Diversität diskutiert. Unter den Panel-Gästen waren Prof. Dr. Stefan Brandenburg (TU Chemnitz | Mittelstand-Digital Zentrum Fokus Mensch), Christian Geschkat-Stadie (IHK Gfi), Luisa Hendel (qualido GmbH) und Stefanie Wieland (Zendigma Consulting GmbH),.

Wichtige Erkenntnisse und Diskussionsthemen

Ein zentrales Learning des Dialogs fasste Prof. Dr. Stefan Brandenburg zusammen: „Partizipation und Erlebbarkeit bringen den Mitarbeitenden echten Mehrwert.“ In der Diskussion wurde deutlich, dass Unternehmen nicht nur Maßnahmen zur Förderung von Frauen in der IT umsetzen sollten, sondern dass eine ganzheitliche, auf Vielfalt ausgerichtete Unternehmenskultur den größten Mehrwert bringt.

Weitere wichtige Themen waren:

  • Strategien zur Bindung weiblicher Fachkräfte und die Rolle von Netzwerken und Mentoring
  • Maßnahmen für eine offene und inklusive Unternehmenskultur
  • Die Bedeutung von Kooperationen und Best-Practice-Beispielen
  • Wege, um alle Geschlechter stärker in die Diskussion um Chancengleichheit einzubinden

Luisa Hendel berichtete von ihren eindringlichen Erfahrungen als Frau in der IT-Branche und äußerte die Notwendigkeit, „auf den Tisch zu hauen“ und die anhaltenden Ungerechtigkeiten bei Equal Pay deutlicher anzuprangern. Stefanie Wieland schilderte unter anderem die Beobachtung, dass das Model Teilzeit für Mitarbeitende meist weniger lukrativ ist und es nach wie vor zu wenige Stellen für Führung in Teilzeit gibt. Christian Geschkat-Stadie machte deutlich, dass viele Männer die Probleme nicht aus eigener Erfahrung kennen, da ihnen schlichtweg Fragen, die Frauen in Bewerbungsgesprächen gestellt werden, nicht gestellt werden. Dies ist mit ein Grund für das unterschiedliche Bewusstsein für die Ungleichheit.

Fazit und Ausblick

Der Branchendialog hat nachdenklich Impulse geliefert und gezeigt, dass Unternehmen aktiv an Lösungen arbeiten müssen, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben. Nur gemeinsam können Unternehmen Strukturen schaffen, die für alle Mitarbeitenden attraktiv sind.

Wir danken allen Beteiligten für ihre wertvollen Beiträge und freuen uns auf den weiteren Austausch.

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Recap: Fabulous Female Empowerment Days – Zwei Tage voller Inspiration und Wachstum

Am November fanden in Dortmund, Berlin und Geisenhausen die Fabulous Female Empowerment Days mit dem erfolgreichen BITMi-Projekt FEMtential statt – ein Event, das weiblichen Beschäftigten in der IT gewidmet war. Diese zwei Tage standen ganz im Zeichen von Austausch, persönlicher und beruflicher Weiterentwicklung sowie der Stärkung weiblicher Potentiale.

Ein Rückblick auf intensive Tage

Gleich zu Beginn wurde die Atmosphäre von Offenheit und Empowerment spürbar. Nach einem warmen Willkommen starteten die Teilnehmerinnen in spannende Workshops zu Themen wie Netzwerken, Selbstzweifel überwinden und dem Umgang mit Perfektionismus. Besonders beeindruckend war der Nachmittag, der mit kraftvollen Übungen zu Bodypower, Kommunikationsstrategien und dem Mut, aus der Komfortzone herauszutreten, gefüllt war.

Zahlreiche praktische Übungen und der wertvolle Austausch innerhalb der Gruppe förderten eine offene und unterstützende Atmosphäre. Dank der einfühlsamen Anleitung und der innovativen Methoden des FEMtential-Teams entstand in kürzester Zeit ein geschützter Raum, der es den Teilnehmerinnen ermöglichte, sich voll und ganz auf ihre Stärken und Talente zu konzentrieren. Jede Frau hatte die Möglichkeit, ihre Stärken zu entdecken und neue Energie zu schöpfen. Die Keynote in Dortmund sprach Svenja Trampisch, Transformation Manager bei der IHK GfI, wo die FFEP zu Gast waren. In Geisenhausen ließ uns Julia Emmerling von der Adito Software GmbH an ihren Erfahrungen in der IT teilhaben.

Der zweite Tag begann mit einem Highlight in Dortmund und Berlin: Einem Intensivworkshop zu Stimme und Auftreten, der die Teilnehmerinnen ermutigte, ihre Präsenz zu stärken und neue Ausdrucksmöglichkeiten zu erkunden, in Dortmund geleitet von Esther Auer-Lammert. In Berlin lag der Fokus auf selbstsicherem Auftreten – hier ließ Susanne Schlenzig die Teilnehmerinnnen, verschiedene Techniken der Raumwarhnehmung erfahren.

Workshops und Impulse, die begeistern

Die Agenda war prall gefüllt mit interaktiven Formaten und praxisnahen Workshops:

  • Strategien zur Überwindung von Perfektionismus und Selbstzweifeln:
    Hier lernten die Teilnehmerinnen, ihre inneren Kritiker:innen und Antreiber:innen zu identifizieren, realistische Ziele zu setzen und Selbstmitgefühl zu üben. Konkrete Techniken wie das Führen eines Erfolgsjournals oder das Reframing negativer Gedanken lieferten Denkanstöße für einen gesünderen Umgang mit Selbstzweifeln.
  • Bodypower-Training:
    Körperwahrnehmung, Powerposen und ein stabiler Stand standen im Fokus. Die Teilnehmerinnen erfuhren grenzen wahr- und anzunehmen, wie sie mit ihrer Haltung Emotionen vermitteln und wie sie diese Kraft für sich nutzen können.
  • Tool-Blitz für kreative Meetings und Präsentationen:
    Ob Kopfstand-Methode, visuelles Sprechen oder die Fix-Fix-Fix-Methode – der Workshop gab den Frauen ein vielseitiges Methodenset an die Hand, um Meetings kreativer zu gestalten und neue Ideen zu entwickeln.
  • Netzwerkstrategien und Networking:
    Tipps für erfolgreiches Netzwerken wurden durch interaktive Übungen und Austausch beim Abendessen direkt in die Praxis umgesetzt.
  • Fishbowl-Diskussion: aktives Vertreten der eigenen Meinung und wertvolle Impulse zur Bedeutung von Role Models und Solidarität unter Frauen in der IT.

Ein besonderer Erfolg der beiden Tage war die vertraute Atmosphäre und das gegenseitige Empowerment. Die Teilnehmerinnen haben ihre Komfortzone verlassen, waren mutig und haben sich auf eine Bühne gewagt. Und die Ergebnisse können sich sehen lassen! Sie haben eigene Stärken noch mehr wahrgenommen, neue Stärken und Potentiale an sich entdeckt, auch durch stärkendes Feedback aus der Gruppe und so ihr berufliches Standing gefestigt.

Ein großes Dankeschön

Ein besonderer Dank gilt den Trainerinnen Jana-Madeline Staupe, Beate Fleck, Nura Mahmalat von der Prospektiv GmbH und Daniela Kozian vom BITMi, die mit ihrer Expertise und Leidenschaft durch die beiden Tage führten. Wir danken unseren Gastgebern der IHK GfI in Dortmund, Cover.mesh in Berlin und der ADITO Software GmbH in Geisenhausen.

 

 

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Machen Sie mit beim #FEMmentoring-Programm des BITMi!

Wir freuen uns, Ihnen unser neues Mentoring Programm im Rahmen unseres Projektes „FEMtential- Weibliche Potentiale im IT-Mittelstand fördern“ vorzustellen. Dafür suchen wir Sie und alle interessierten Frauen und Männer aus Ihrem Unternehmen als Mentor:in. Werden Sie Teil dieser Initiative. Als Mentor:in geben Sie Ihr praxisnahes Fachwissen und Ihre wertvollen Erfahrungen in der IT-Branche weiter und unterstützen die persönliche Weiterentwicklung Ihrer Mentee. Im Gegenzug erweitern Sie Ihr eigenes berufliches Netzwerk und gewinnen neue Impulse für Ihren Arbeitskontext.

Beginn: Juni 2024

Auftakt-Workshop nach Vorgespräch: 27.06.2024 | 10:00 Uhr

Dauer: 1 Jahr

Wer kann Mentor:in sein?

Jede Person, die anderen Menschen bei deren Weiterentwicklung helfen will und bereit ist, eigene Erfahrungen zu teilen und weiterzugeben. Ein professioneller Hintergrund als Mentor:in ist nicht notwendig, sondern Begeisterung und Offenheit sowie Einfühlungsvermögen für andere Lebenswege. Ein Einstieg ist jederzeit möglich!

Unterstützungsbereiche:

  • Persönliche Weiterentwicklung
  • Selbstmarketing / Positionierung / Führung
  • Umgang mit Widerständen
  • Berufliche Netzwerke
  • Arbeits-(zeit)organisation / Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Freizeit

Weitere Informationen entnehmen Sie gern diesem Flyer.

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme. Für ein Vorgespräch, bei Interesse oder Fragen wenden Sie sich bitte an daniela.kozian@bitmi.de.

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BITMi-Umfrage: Frauen in der IT-Branche

Aachen/Berlin, 21. November 2023 – Der Bundesverband IT-Mittelstand e.V. (BITMi) veröffentlichte heute seine Umfrageergebnisse über „Frauen in der IT-Branche – Fachkräfte, Diversität, Bindung und Förderung weiblicher IT-Fachkräfte“, die im Rahmen des Projekts FEMtential – Weibliche Potentiale im IT-Mittelstand fördern durchgeführt wurde. Die IT-Branche in Deutschland erlebt einen Wandel, in dem Frauen eine zunehmend wichtige Rolle spielen. Die Herausforderungen in Bezug auf Fachkräftemangel, Chancengleichheit und gezielte Förderprogramme prägen dieses dynamische Szenario. Die Umfrageergebnisse geben u.a. Aufschluss darüber, wie die Lage in der mittelständischen IT-Branche aussieht, wie hoch der Anteil von Frauen in Führungspositionen ist, ob Maßnahmen zur Förderung von Frauen angenommen werden, wie sich verschiedene Arbeitszeitmodelle auswirken und wo Potentiale und Bedarfe bestehen.

  • 83 Prozent möchten mehr Frauen im IT-Bereich beschäftigen.
  • 61 Prozent der Unternehmen fehlen Frauen als Bewerberinnen.
  • Knapp 30 Prozent sehen hohen bzw. sehr hohen Handlungsbedarf beim Recruiting.
  • Nur acht Prozent der Unternehmen bieten konkrete Förderungsangebote.

Bei den Umfragen gab es 243 Teilnehmende, die mit ihren Antworten einen guten Einblick in die aktuelle Situation in der mittelständischen IT-Branche boten. Immer mehr Unternehmen setzen auf inklusive Unternehmenskulturen, die Diversität schätzen und fördern. Dies wird durch gezieltes Employer Branding zum Ausdruck gebracht. Für 60 Prozent der Befragten stehen die Vorteile von vielfältigen Teams im Vordergrund, da diese innovativer und leistungsfähiger sind. Der anhaltende Fachkräftemangel in der IT-Branche ist ein drängendes Problem, bei dem Frauen eine wichtige Rolle spielen können, um diese Lücke zu schließen. 52 Prozent der Befragten gaben an, dass sie Frauen einsetzen möchten, um ihren Fachkräftebedarf zu decken. Es geht also nicht nur um Gleichberechtigung, sondern auch um wirtschaftliche Vernunft, Frauen in der IT zu fördern. Allerdings besteht derzeit ein Mangel an potentiellen weiblichen IT-Fachkräften, so 61 Prozent der Befragten. „Es braucht Menschen, die nach links und rechts schauen – Frauen sind hier ein Riesenpotential“, ist Nele Kammlott, BITMi-Vorständin und Unternehmerin, überzeugt.

In einer Branche, die von Innovation und Technologie geprägt ist, ist Vielfalt von unschätzbarem Wert. Die Förderung von Geschlechtervielfalt in der IT-Branche ist nicht nur ein ethisches Gebot, sondern auch eine strategische Entscheidung, um langfristigen Erfolg, digitale Souveränität und Wettbewerbsfähigkeit zu gewährleisten.

Die Broschüre “Frauen in der IT-Branche” finden Sie hier.

Sie haben Fragen? Dann wenden Sie sich gern an Daniela Kozian, FEMtential-Projektleiterin, unter: daniela.kozian@bitmi.de.