Der UIG e.V. veröffentlicht die Ergebnisse der ersten bundesweiten Befragung zur Nutzerfreundlichkeit digitaler Services in Städten. Insgesamt nahmen 1.972 Bürgerinnen und Bürger aus 251 Städten und Gemeinden zwischen November 2025 und April 2026 am Nutzerklima-Test 2026 teil.
Digitale Services wie Online-Terminbuchungen, digitale Verwaltungsangebote oder Gesundheitsservices gehören mittlerweile zum Alltag. Die Ergebnisse zeigen jedoch, dass die Angebote zwar grundsätzlich akzeptiert werden, das Nutzungserlebnis jedoch häufig hinter den Erwartungen zurückbleibt.
Methodik
Der gemeinsam vom UIG e.V. und dem Institut für Wirtschaftsinformatik am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entwickelte Fragebogen erfasst zum einen das allgemeine Nutzerklima anhand der fünf Dimensionen Nützlichkeit, Nutzbarkeit, Nutzerzufriedenheit, Nutzungserlebnis und technische Zuverlässigkeit. Zum anderen bewerten die Teilnehmenden einen selbst gewählten digitalen Service mithilfe der etablierten System Usability Scale (SUS), deren Orientierungswert bei 68 Punkten liegt.
Ergebnisse
Der bundesweite Nutzerklima-Index erreicht einen Durchschnittswert von 3,39 auf einer Skala von 1 bis 5. Die Gebrauchstauglichkeit der bewerteten digitalen Services liegt mit durchschnittlich 69,80 SUS-Punkten nur leicht über dem Orientierungswert. Besonders positiv wird die Nützlichkeit digitaler Angebote bewertet, während Nutzungserlebnis und Nutzerzufriedenheit deutlich schwächer ausfallen.
„Städte werden zunehmend über ihre digitalen Services erlebt. Entscheidend ist deshalb nicht nur, ob Angebote vorhanden sind, sondern wie Bürgerinnen und Bürger sie im Alltag tatsächlich erleben“, sagt Prof. Dr. Alexander Mädche, Professor am KIT und Vorstandsmitglied des UIG e.V.
Städte-Ranking
Zwölf Städte erfüllten die Kriterien für das bundesweite Ranking. Der durchschnittliche Nutzerklima-Index liegt dort bei 3,45, der durchschnittliche SUS-Wert bei 70,44 Punkten. Spitzenreiter ist Rastatt mit einem Nutzerklima-Index von 4,17 und einem SUS-Wert von 86,67 Punkten. Die Ergebnisse zeigen, dass nicht die Größe einer Stadt, sondern die Qualität der digitalen Angebote entscheidend ist.
Unterschiede zwischen Servicebereichen
Am besten schneiden digitale Angebote aus Freizeit und Tourismus (73,47 SUS-Punkte) sowie Bildung und Soziales (70,63) ab. Verwaltungs- und Bürgerdienste liegen mit 69,69 Punkten im Durchschnitt, während Gesundheit und Wohlbefinden mit 67,46 Punkten den niedrigsten Wert erreichen.
Rückmeldungen der Bürgerinnen und Bürger
Häufig kritisiert werden fehlende Terminverfügbarkeiten, Medienbrüche sowie mangelnde Optimierung für mobile Endgeräte. Auch Prozesse, die zwar digital beginnen, aber analog abgeschlossen werden müssen, werden negativ bewertet. Positiv hervorgehoben werden vollständig digitale, übersichtliche und leicht auffindbare Angebote.
Ausblick
Der Nutzerklima-Test soll künftig als regelmäßiges Monitoring-Instrument etabliert werden. Für 2027 planen UIG e.V. und das Karlsruher Institut für Technologie eine Ausweitung der Teilnehmerbasis sowie die Weiterentwicklung des Erhebungsinstruments.
Weitere Informationen und der vollständige Ergebnisbericht stehen unter www.nutzerklima.de zur Verfügung.



