Isabel Weyerts Keine Kommentare

Konstantin Elsässer wird Leiter des BITMi-Hauptstadtbüros

Berlin, 3. September 2026 – Der Bundesverband IT-Mittelstand e. V. (BITMi) stellt sein Hauptstadtbüro zum September unter eine neue Leitung: Konstantin Elsässer übernimmt die Verantwortung für die politische Interessenvertretung des Verbands in Berlin. Er ist bereits seit einem Jahr als politischer Referent für den BITMi tätig und mit den zentralen Anliegen der mittelständischen IT-Wirtschaft bestens vertraut.

In seiner neuen Funktion koordiniert Elsässer die politische Arbeit des Verbands und wird den Austausch mit Abgeordneten, Ministerien sowie weiteren politischen Ansprechpartnern weiter ausbauen. Im Mittelpunkt steht dabei die Stärkung des IT-Mittelstands, insbesondere durch bessere Rahmenbedingungen für digitale Innovationen „Made in Germany“, und die Sicherung der digitalen Souveränität Deutschlands.

„Der IT-Mittelstand bildet das Fundament für die digitale Souveränität Deutschlands. Deshalb freue ich mich darauf, die Interessen des IT-Mittelstands weiterhin mit einer starken Stimme in die politische Debatte einzubringen“, erklärt Elsässer.

BITMi-Präsident Dr. Oliver Grün freut sich auf die weitere Zusammenarbeit: „Konstantin Elsässer kennt die politischen Herausforderungen der mittelständischen Digitalwirtschaft. Mit seiner fachlichen Expertise und seinem Verständnis für politische Prozesse vertritt er die Interessen unserer Mitgliedsunternehmen in Berlin wirkungsvoll.“

Vor seinem Wechsel zum BITMi war Elsässer als Referent für die SPD-Bundestagsfraktion im Bereich der Digitalpolitik tätig.

Lydia Schauß Keine Kommentare

Projekt „EMSIS“ aus dem BITMi-Netzwerk erhält ZIM-Förderung

Aachen/Berlin, 27. August 2026 – Der Bundesverband IT-Mittelstand (BITMi) freut sich über eine weitere erfolgreiche Bewilligung im Rahmen seines ZIM-Innovationsnetzwerks DiNa. Das Projekt „EMSIS – Energiemanagementsystem zum Verwalten inaktiver Serverinfrastruktur“ wird im Rahmen des Zentralen Innovationsprogramms Mittelstand (ZIM) gefördert. Im Projekt arbeiten die SOJUS Software GmbH & Co. KG gemeinsam mit der Batchworks GmbH sowie dem Borderstep Institut für Innovation und Nachhaltigkeit gemeinnützige GmbH an einer innovativen Lösung zur Steigerung der Energieeffizienz in Rechenzentren.

Ziel des Forschungsprojekts ist die Entwicklung eines intelligenten Energiemanagementsystems, das inaktive Server automatisiert erkennt, sicher herunterfährt und bei Bedarf wieder aktiviert. Hintergrund ist der hohe Energieverbrauch ungenutzter Server: Schätzungen zufolge gelten rund 30 Prozent aller Server in deutschen Rechenzentren als sogenannte „komatöse“ Systeme, die trotz fehlender Nutzung dauerhaft Strom verbrauchen.

Das geplante System setzt auf einen modularen Aufbau und besteht aus einem zentralen Applikationsserver, einer grafischen Weboberfläche, einer Bridge für die Kommunikation in abgeschotteten Netzwerken sowie lokalen Agenten, die den Status der Server überwachen und Steuerbefehle ausführen. Mithilfe definierter Regeln, Servicezeiten und Nutzungsmuster werden ungenutzte Serverinstanzen identifiziert und kontrolliert heruntergefahren, ohne den laufenden IT-Betrieb zu beeinträchtigen.

Mit EMSIS entsteht eine Lösung, die Unternehmen dabei unterstützt, den Energieverbrauch ihrer IT-Infrastruktur deutlich zu reduzieren und gleichzeitig bestehende Serverlandschaften effizienter zu betreiben. Das Projekt leistet damit einen wichtigen Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit in Rechenzentren und unterstützt Unternehmen dabei, steigende Anforderungen an Energieeffizienz und Klimaschutz wirtschaftlich umzusetzen.

„Das sind großartige Nachrichten für unser DiNa-Netzwerk: Die Bewilligung von EMSIS zeigt, dass förderfähige Innovationen im Bereich Nachhaltigkeit weiterhin möglich sind, auch wenn das Thema in den vergangenen zwei Jahren etwas an Momentum verloren hat. Das Projekt verbindet technologische Innovation mit einem konkreten Beitrag zur Energieeffizienz und setzt damit ein wichtiges Signal für nachhaltige Digitalisierung“, freut sich Janek Götze, Projektleiter der ZIM-Innovationsnetzwerke beim BITMi.

Der BITMi wünscht allen Projektpartnern eine erfolgreiche Zusammenarbeit und blickt gespannt auf die Ergebnisse des Projekts, das einen wichtigen Beitrag zu einer nachhaltigeren und ressourcenschonenderen IT-Infrastruktur leisten wird.

Unternehmen, die Interesse haben, ihre eigenen digitalen Innovationen fördern zu lassen, können sich aktiv in die ZIM-Innovationsnetzwerke des BITMi einbringen. Aktuell bestehen Netzwerke unter anderem zu den Themen Künstliche Intelligenz und Nachhaltigkeit. Interessierte Unternehmen können sich hierzu direkt an Projektleiter Janek Götze wenden.

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Lydia Schauß Keine Kommentare

BITMi-Projekt „changeIT“ gestartet: Wandel als Chance für den IT-Mittelstand

Aachen/Berlin, 18. August 2026 – Der Bundesverband IT-Mittelstand e.V. (BITMi) startet im August gemeinsam mit der Prospektiv GmbH das durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) geförderte Förderprojekt „changeIT – Change als Chance für den IT-Mittelstand“. Das auf zwei Jahre angelegte Vorhaben unterstützt kleine und mittlere IT-Unternehmen dabei, Veränderungsprozesse erfolgreich zu gestalten.

Die IT-Branche befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel. Künstliche Intelligenz, neue Geschäftsmodelle, zunehmende Konsolidierung sowie ein wachsender Wettbewerbsdruck verändern die Marktbedingungen grundlegend. Gerade kleine und mittlere Unternehmen stehen vor der Herausforderung, ihre Strukturen, Prozesse und Kompetenzen kontinuierlich weiterzuentwickeln, um auch künftig innovativ und erfolgreich am Markt bestehen zu können. Hier setzt changeIT an: Ziel des Projekts ist es, praxistaugliche Methoden und Werkzeuge zu entwickeln und bereitzustellen, mit denen IT-Unternehmen Veränderungsprozesse systematisch und nachhaltig gestalten können. Dabei stehen die besonderen Anforderungen des IT-Mittelstands im Mittelpunkt.

In vielen Unternehmen fehlen im Tagesgeschäft die personellen Ressourcen, das methodische Wissen oder die Zeit, um Veränderungsprozesse strukturiert zu begleiten. ChangeIT entwickelt deshalb gemeinsam mit den Projektpartnern praxisnahe Ansätze, die den Unternehmen helfen, den digitalen und organisatorischen Wandel erfolgreich zu bewältigen und langfristig widerstandsfähiger zu werden.

„Eine schnelle Anpassung an veränderte Gegebenheiten war schon immer notwendig um langfristig am Markt bestehen zu können. Der Anpassungsdruck ist höher denn je, in einer globalisierten Welt die vor enormen Herausforderungen steht, aber auch viele neue Chancen bietet. Durch eine aktive Gestaltung des Wandels in Unternehmen ergeben sich vielfältige Möglichkeiten für Innovation, Wettbewerbsfähigkeit und nachhaltiges Wachstum. Mit changeIT möchten wir mittelständischen IT-Unternehmen dafür konkrete Werkzeuge und Methoden an die Hand geben und diese dabei aktiv unterstützen“, fasst Daniela Kozian, Projektleiterin beim Bundesverband IT-Mittelstand, zusammen.

Mit changeIT unterstreicht der Bundesverband IT-Mittelstand die Bedeutung eines starken und zukunftsfähigen IT-Mittelstands. Die im Projekt entwickelten Ansätze sollen Unternehmen dabei unterstützen, den technologischen und organisatorischen Wandel erfolgreich zu gestalten und den Herausforderungen der kommenden Jahre mit größerer Resilienz und Innovationskraft zu begegnen.  Interessierte Unternehmen können sich direkt an Projektleiterin Daniela Kozian wenden.

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Lydia Schauß Keine Kommentare

BITMi unterstützt Wallet-ready – Initiative zur Unterstützung der Einführung der EUDI-Wallets

Vor dem Hintergrund der bevorstehenden Einführung der „Europäischen Brieftaschen für die Digitale Identität“ (EUDI-Wallets) haben sich führende Vereine, Verbände, Institutionen und Fachexperten – unter anderem auch der BITMi – in der ehrenamtlich getragenen „Wallet-ready?! Initiative“ (https://wallet-ready.de) zusammengefunden, um die erfolgreiche Einführung der EUDI-Wallets konstruktiv vorzubereiten, zu begleiten und nach Kräften zu unterstützen. Ab dem 07. August 2026 werden hierfür kostenlose Webinare (Wallet-Briefings) angeboten, um die angehenden „Brieftaschen-beauftragten“ (Wallet-Officer) in den interessierten Organisationen mit fundiertem rechtlichem, technischem und organisatorischem Orientierungswissen zu versorgen, so dass diese die praktische Umsetzung und Nachnutzung von Anwendungsfällen der EUDI-Wallets selbst weiter vorantreiben können.

Die Anfang 2027 verfügbaren EUDI-Wallets werfen ihre Schatten voraus

Im Einklang mit Artikel 5a der eIDAS-Verordnung (EU) Nr. 910/2014 müssen alle EU-Mitgliedstaaten ihren Bürgerinnen und Bürgern so genannte „Europäische Brieftaschen für die Digitale Identität“ (European Digital Identity Wallets, EUDI-Wallets) zur Verfügung stellen. Diese voraussichtlich ab Anfang 2027 verfügbaren EUDI-Wallets werden insbesondere die starke Authentifizierung und Identifizierung auf einem hohen Sicherheitsniveau, die Ausstellung und Präsentation von überprüfbaren Nachweisen (Electronic Attestation of Attributes, EAA) und perspektivisch die Erstellung qualifizierter elektronischer Signaturen (QES) unterstützen. Die EUDI-Wallets bringen also Ausweise und Nachweise direkt ins Smartphone und haben somit das Potenzial, vielfältige Anwendungsfälle in ganz Europa in einer benutzerfreundlichen, sicheren und nicht zuletzt datenschutzfreundlichen Weise zu unterstützen.

„Die EUDI-Wallet wird sich nicht allein durch Technologie durchsetzen, sondern durch konkrete Anwendungen mit echtem Mehrwert im Alltag der Menschen. Der IT-Mittelstand spielt dabei eine Schlüsselrolle: Er entwickelt die Lösungen, integriert sie in bestehende Prozesse und schafft so ein funktionierendes digitales Ökosystem. Gleichzeitig hat der Staat die Verantwortung, durch einen einfachen Zugang zur Wallet und verlässliche Rahmenbedingungen Vertrauen und Akzeptanz aufzubauen. Erst das Zusammenspiel von Staat, Wirtschaft und innovativen Anwendungen wird die EUDI-Wallet zu einem Erfolg für Europa machen.“ – Christian Gericke, Vorstand Bundesverband IT-Mittelstand e.V. (BITMi)

Nützliche Anwendungsfälle werden über die Akzeptanz der EUDI-Wallets entscheiden

Mit der Einführung der EUDI-Wallets ist ein enormes Anwendungspotenzial verbunden, wobei vor allem in den Bereichen Verwaltung, Finanzen, Gesundheitswesen, Sozialversicherung, Bildung, Industrie, Handwerk, Handel, Logistik, Mobilität und Justiz erkennbare Schwerpunkte und herausragende Chancen existieren. Entscheidend für die rasche und breite Akzeptanz der EUDI-Wallets werden der Umgang mit der eigenen Online-Ausweisfunktion (eID) und insbesondere auch praktische Anwendungsfälle (Use Cases) sein, die das Leben der Bürgerinnen und Bürger spürbar erleichtern und bereichern.

Wallet-ready?! Initiative unterstützt die Umsetzung von Use Cases für die EUDI-Wallets

Um die zukünftigen Wallet-Relying Parties möglichst gut auf die bevorstehende Einführung der EUDI-Wallets vorzubereiten und diese gewissermaßen „Wallet-ready“ zu machen, haben sich führende Vereine, Verbände, Institutionen und Fachexperten mit einem Herz für die EUDI-Wallet nun in der ehrenamtlich getragenen Wallet-ready?! Initiative zusammengeschlossen, um die Realisierung von nützlichen und nachnutzbaren Use Cases nach Kräften zu unterstützen:

  • BIPRO e.V.
  • org e.V.
  • Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken e.V. (BVR)
  • Bundesverband deutscher Banken e.V.
  • Bundesverband Gesundheits-IT – bvitg e. V.
  • Bundesverband IT-Mittelstand e.V. (BITMi)
  • Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands, VÖB, e.V.
  • Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK)
  • Deutscher Sparkassen- und Giroverband e.V. / Digitallabor
  • eco – Verband der Internetwirtschaft e.V.
  • European Health Data Alliance e. V. (EHDA)
  • Fraunhofer IAO
  • Frida (Free Insurance Data) e.V.
  • eIDAS e.V.
  • Open Source Business Alliance – Bundesverband für digitale Souveränität e.V.
  • Plattform Industrie 4.0
  • sphin-X e.V.
  • Verband der Privaten Krankenversicherung e.V.
  • Verband deutscher Pfandbriefbanken (vdp) e. V.

Hierbei will die Wallet-ready?! Initiative nicht nur das grundsätzliche Bewusstsein für die bevorstehende Einführung der EUDI-Wallet bei den Bürgerinnen und Bürgern schaffen und stärken, sondern vor allem auch in den interessierten Organisationen kompetente „Brieftaschenbeauftragte“ (Wallet-Officer) ausbilden, so dass diese nach der fachkundigen Einweisung durch die Experten selbst die praktische Umsetzung und Nachnutzung der Use Cases in den verschiedenen Anwendungsbereichen vorantreiben und unterstützen können.

Orientierungswissen und gezielte Unterstützung bei der Einführung der EUDI-Wallets

Die Wallet-ready?! Initiative zielt also darauf ab, in thematisch fokussierten „Wallet-Briefings“ in Form von kostenlosen Webinaren mit Fachexperten fundiertes rechtliches, technisches und organisatorisches Orientierungswissen im Umfeld der EUDI-Wallets zu vermitteln, damit die zuständigen „Brieftaschenbeauftragten“ (Wallet-Officer) in den interessierten Organisationen danach idealerweise selbst die praktische Umsetzung und Nachnutzung von Use Cases der EUDI-Wallets vorantreiben können.

Den Auftakt bildet das initiale „Wallet-Briefing“ am Freitag, den 07.08.2026, 11:30-12:30 Uhr.

Die jeweils aktuelle Übersicht über die aktuell geplanten Termine findet sich unter https://wallet-ready.de/termine.html. Über diese Webseite kann auch die jeweilige Registrierung zur Teilnahme an den weiteren „Wallet-Briefings“ erfolgen. Im Zuge der Reservierung können gezielt Fragen gestellt werden, die im Nachgang von den mitwirkenden Fachexperten beantwortet werden.

Die Wallet-ready?! Initiative ist selbstverständlich offen für weitere Partner zur praktischen Unterstützung der erfolgreichen Einführung der EUDI-Wallet und freut sich jederzeit über Feedback, Anregungen und konstruktive Verbesserungsvorschläge.

 

Kontakt:

Tina Hühnlein

go.eIDAS e.V.

Judengasse 2, 96215 Lichtenfels, Deutschland

https://wallet-ready.de
info@wallet-ready.de
https://www.linkedin.com/company/wallet-ready/

Isabel Weyerts Keine Kommentare

ZIM-Förderung sichern: IT-Mittelstand fordert verlässliche Finanzierung

Aachen/Berlin, 10. Juli 2026 – Der diese Woche bekanntgegebene kurzfristige Antragsstopp für das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) ist ein fatales Signal an den innovativen IT-Mittelstand und gefährdet die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Mittelstands erheblich. Die fehlende Planungssicherheit hinsichtlich einer Wiederaufnahme der Förderung im Jahr 2027 stellt betroffene Unternehmen zusätzlich vor enorme Herausforderungen.

Aus Sicht des Bundesverband IT-Mittelstand e.V. (BITMi) bildet das ZIM, insbesondere vor dem Hintergrund der digitalen Transformation und des zunehmenden Einsatzes Künstlicher Intelligenz im Mittelstand, eine zentrale Säule für die zukünftige Innovationsfähigkeit der mittelständischen Wirtschaft.

BITMi-Präsident Dr. Oliver Grün kommentiert: „Eines der erfolgreichsten Förderprogramme für den IT-Mittelstand wurde ohne jede Vorwarnung abrupt gestoppt – das gefährdet die Zukunftsfähigkeit der mittelständischen Wirtschaft. Gerade Unternehmen in laufenden Transformationsprozessen sind auf einen verlässlichen Rahmen und Planungssicherheit angewiesen. Wer bereits in Forschung investiert hat, darf nicht mit leeren Händen dastehen.”

Die Relevanz des Programms belegen eindrucksvolle Zahlen: Laut einer Studie des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) führt jeder staatlich investierte Euro zu tatsächlichen Forschungsinvestitionen bei kleinen und mittleren Unternehmen von fast drei Euro, es entstehe also eine nachgewiesene Hebelwirkung von fast 200%. Grün abschließend: „Die Zahlen sprechen für sich: Die ZIM-Förderung funktioniert und liefert nachweislich Erfolge durch fast eine Verdreifachung der staatlichen Förderung über private Hebelung. Wer hier spart, der spart am Wachstum von morgen.”

Der BITMi fordert daher:

  • eine verbindliche Haushaltszusage für das Jahr 2027 mit konkretem Startdatum,
  • eine Übergangslösung für bestehende ZIM-Vorhaben, die sich derzeit in der Antragsphase befinden, sowie
  • eine ausreichende finanzielle Ausstattung des Programms im Bundeshaushalt ab 2027, die der bestehenden Nachfrage gerecht wird.
Lydia Schauß Keine Kommentare

BITMi-Projekt TRUST gestartet: KI-gestützte Plattform zur Vereinfachung von EU-Compliance für KMU

Aachen, Berlin, 08. Juli 2026 – Mit dem offiziellen Start des neuen Horizon-Projekts TRUST (Trusted Regulatory Compliance Services for Europe) beginnt der Bundesverband IT-Mittelstand e.V. (BITMi) mit seinen Partnern eine wegweisende Initiative zur Vereinfachung regulatorischer Compliance für Unternehmen in Europa. Das Projekt zielt darauf ab, KI-gestützte Tools zu entwickeln, die insbesondere kleine und mittlere Unternehmen (KMU) bei der Einhaltung komplexer europäischer Vorschriften unterstützen.

Zum Auftakt des Projekts kamen Vertreterinnen und Vertreter der 17 Partnerorganisationen aus neun europäischen Ländern zusammen, um die gemeinsame Arbeit an innovativen Lösungen für Compliance-Herausforderungen aufzunehmen. Das Konsortium setzt sich aus führenden europäischen Institutionen aus den Bereichen Forschung, Wirtschaft und öffentlicher Verwaltung zusammen. Die Zusammenarbeit dieser Bereiche sowie die kontinuierliche Einbeziehung von KMU in den Entwicklungsprozess zielt darauf ab, die Praxistauglichkeit der entwickelten Tools sicherzustellen.

Das BITMi-Projekt wird im Rahmen des Horizon-Europe-Programms von der Europäischen Union mit einem Budget von etwa 8 Millionen Euro gefördert. In den kommenden drei Jahren wird das Projekt insbesondere daran arbeiten, die Umsetzung von Compliance in den Bereichen Datenschutz (DSGVO) und Künstliche Intelligenz (AI Act) für Unternehmen effizienter und kostengünstiger zu gestalten.

„Unser Ziel ist es, durch vertrauenswürdige KI-gestützte Tools und praxisnahe Lösungen die Einhaltung regulatorischer Anforderungen deutlich effizienter, transparenter und sicherer zu gestalten – ein entscheidender Schritt für die digitale Wirtschaft Europas“, erklärte Anna Brodmann, Projekteleiterin beim BITMi.

Zentrale Ziele von TRUST

TRUST verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz, um Compliance-Prozesse zu vereinfachen. Zu den wichtigsten Maßnahmen gehören:

  • Entwicklung einer KI-gestützten Online-Plattform (OPRCS):
    Die Plattform umfasst sechs spezialisierte KI-Assistenten, die Unternehmen und Behörden bei zentralen Compliance-Aufgaben unterstützen – von der Überwachung neuer Vorschriften über die Analyse rechtlicher Risiken bis hin zur Erstellung regulatorischer Berichte.
  • Schaffung eines europäischen Vertrauenssiegels („Seal of TRUST“):
    Das Siegel soll die Einhaltung regulatorischer Anforderungen sichtbar machen, Vertrauen stärken und Unternehmen einen Wettbewerbsvorteil bieten.
  • European Alliance for Regulatory Compliance Services (ARCS):
    Die Allianz vernetzt Forschungseinrichtungen, Behörden, Unternehmen und Verbände, um die Projektergebnisse nachhaltig zu verankern.
  • Fokus auf IT-Sicherheit und Datenschutz:
    Sämtliche Lösungen werden nach den Prinzipien „Security-by-Design“ und „Privacy-by-Design“ entwickelt, um Datenschutz, Vertraulichkeit und Integrität von Informationen zu gewährleisten.
  • Pilotierung mit rund 500 Organisationen:
    Das Projekt plant, die entwickelten Tools in enger Zusammenarbeit mit Unternehmen, Behörden und Datenschutzbeauftragten in ganz Europa zu testen und weiterzuentwickeln.

Weitere Informationen finden Sie unter https://bitmi.de/projekte/trust/.

Isabel Weyerts Keine Kommentare

Reformpaket adressiert Bürokratie – doch bei Steuern bleibt der große Wurf aus

Aachen/Berlin, 3. Juli 2026 – Das gestern veröffentlichte Reformpaket der Bundesregierung enthält einige vielversprechende Ansätze, allerdings bleibt die konsequente Umsetzung abzuwarten. Positive Ansätze finden sich bei den Punkten zum Bürokratieabbau und dem vereinfachten Datenschutz, der Förderung von Zukunftsbranchen sowie die angekündigte Flexibilität am Arbeitsmarkt. Bei der steuerlichen Entlastung bleibt allerdings Skepsis angebracht: Nach Verrechnung mit zusätzlichen Kosten fallen die tatsächlichen Entlastungen nur marginal aus.

Der Bundesverband IT-Mittelstand e.V. (BITMi) begrüßt einzelne Maßnahmen ausdrücklich, mit Blick auf das Gesamtpaket ist aber kein großer Wurf für den IT-Mittelstand zu erwarten. Verbandspräsident Dr. Oliver Grün erklärt: „Dieses Reformpaket adressiert einige zentrale Herausforderungen unserer Branche. Mit der Abschaffung der Berichtspflichten gegenüber staatlichen Stellen, einer pragmatischen Datenschutzpolitik und der Flexibilisierung des Arbeitsmarkts adressieren die Maßnahmen endlich die Rahmenbedingungen, die der IT-Mittelstand braucht, um global wettbewerbsfähig zu bleiben.”

Das positive Kernstück des Reformpakets ist die geplante Aufhebung gesetzlicher Berichtspflichten. Berichtspflichten sollen pauschal entfallen. Bestehen bleiben nur jene, deren Notwendigkeit die zuständigen Behörden explizit begründen. „Dies ist ein echtes Entlastungssignal für die mittelständische Wirtschaft”, unterstreicht Grün. „Versprochen wird ein Paradigmenwechsel – weg von Überregulierung, hin zu schlanken, notwendigen Standards. Das befreit Unternehmen des IT-Mittelstands endlich von dieser administrativen Last.”

Besonders wichtig ist zudem die geplante Förderung von Zukunftsbranchen – Innovationen „Made in Germany” und der Bereich Künstliche Intelligenz werden explizit benannt. „Zukünftige Wirtschaftsförderung sollte konsequent Unternehmen stärken, die zur digitalen Souveränität Deutschlands beitragen. Im parlamentarischen Verfahren muss der Fokus darauf liegen, keine zukünftigen Abhängigkeiten von nicht-europäischen Unternehmen mit Steuergeld zu finanzieren, sondern sich auf die heimische Wirtschaft zu konzentrieren“, mahnt Grün.

Bei der angekündigten Flexibilisierung des Arbeitsmarktes sei zudem auf die Gegebenheiten im Mittelstand zu achten: „Abweichende Regelungen beim Arbeitsrecht und beim Unternehmensrecht, die an Tarifgebundenheit gekoppelt sind, helfen dem Mittelstand nicht weiter. Wir brauchen echte Flexibilität für alle, nicht nur für große, tarifgebundene Unternehmen.“

Bei aller Anerkennung der Reformambitionen: Die steuerlichen Effekte sind nach Berücksichtigung zusätzlicher Lasten und laufenden Mehrkosten deutlich geringer als erhofft. Grün kommentiert: „Eine echte Körperschaftssteuerreform vermissen wir komplett, und die Einkommensteuererleichterungen bleiben marginal. Die Chance auf eine echte Steuerwende für den Mittelstand wurde leider erneut verpasst.“

Isabel Weyerts Keine Kommentare

BITMi im Austausch mit Mittelstandsbeauftragter Gitta Connemann

Aachen/Berlin, 25. Juni 2026 – In Berlin hat sich gestern Dr. Oliver Grün, Präsident des Bundesverband IT-Mittelstand e.V. (BITMi), mit der Mittelstandsbeauftragten der Bundesregierung, Parlamentarische Staatssekretärin Gitta Connemann MdB, ausgetauscht. Das Gespräch setzte ein wichtiges Signal für eine engere Zusammenarbeit zwischen Wirtschaftsministerium und IT-Mittelstand.

„Es gibt viele Ansatzpunkte, wie wir gemeinsam die Wettbewerbsfähigkeit von Deutschland verbessern können. Die Digitalwirtschaft in Deutschland ist mit der Stellung der meisten Arbeitsplätze mittelständisch geprägt, die größte Anforderung an die Politik ist nicht teuer, wir brauchen weniger Bürokratie und Regulierung“, betonte Grün im Anschluss an das Treffen.

Im Mittelpunkt standen konkrete politische Hebel zur Entlastung und Förderung mittelständischer IT-Unternehmen. Besonders wichtig sind aus Sicht des BITMi der konsequente Abbau von Bürokratie und Regulierung sowie ein verpflichtender Einbezug Digitaler Souveränität als Kriterium in der öffentlichen Vergabe. So kann Wertschöpfung in Deutschland geschaffen und Digitale Souveränität gestärkt werden.

Der konstruktive Austausch öffnet Türen für eine vertiefte Kooperation zwischen dem BITMi und dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. Gemeinsam sollen Ansätze weiterentwickelt werden, die den IT-Mittelstand stärken und Deutschlands Wettbewerbsfähigkeit als Digitalstandort verbessern.

Isabel Weyerts Keine Kommentare

Hauptstadtforum Digitalwirtschaft des BITMi: Von der Vision zur Umsetzung

Berlin, 19. Juni 2026 – Auf dem Hauptstadtforum Digitalwirtschaft des Bundesverband IT-Mittelstand e.V. (BITMi) diskutierten letzte Woche in Berlin Thomas Jarzombek (CDU), Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Digitales und Staatsmodernisierung, und Prof. Dr. Jens Südekum, persönlicher Beauftragter für die gesamtwirtschaftliche Entwicklung des Bundesfinanzministers, gemeinsam mit weiteren Vertretern der Bundesregierung, der Opposition und Experten aus der Wirtschaft: Wie können wir jetzt die Vision der Digitalen Souveränität in die Praxis umsetzen?

Der IT-Mittelstand als Schlüsselakteur für Wachstum und Souveränität

In einem Rundumblick auf die wirtschaftliche Situation in Deutschland hebt Südekum Auswirkungen der geopolitischen Situation auf die deutsche Wirtschaft hervor, die nun nicht mehr auf Partnerschaften mit etwa den USA und China setzen kann. „Es macht für die Politik keinen Sinn, jetzt Wirtschaftspolitik so auszurichten, dass man mit viel Steuergeld und Subventionen versucht, die alten Geschäftsmodelle irgendwie zu schützen und zu retten. Es funktioniert nur so, dass man diese neue Situation, in der wir gerade sind, auch als Auftrag versteht und neue Geschäftsfelder und Innovation pusht“, so Südekum.

Dabei wird schnell klar: Der IT-Mittelstand ist ein wichtiges Schlüsselelement für Wirtschaftswachstum und Digitale Souveränität, nicht zuletzt als Digitalisierungspartner des deutschen Anwendermittelstandes. „44,3 Prozent des Anwendermittelstands setzen geschäftskritische Unternehmenssoftware des IT-Mittelstands ein,“ präsentiert Prof. Dr. Norbert Gronau, Inhaber des Lehrstuhls für Wirtschaftsinformatik, Prozesse und Systeme der Universität Potsdam, seine aktuelle Untersuchung zur Marktrelevanz des IT-Mittelstands. „Der Mittelstand kauft Software von Unternehmen in seiner Größenordnung. Darum ist der IT-Mittelstand hier besonders relevant.“

„Deshalb plädieren wir dafür, dass die Politik dem Markt folgt, Mittelstandssoftware mehr einbezieht und ihr faire Markchancen gibt, anstatt uns Bürokratie und andere Hürden in den Weg zu legen. Digitalpolitik ist aus unserer Sicht Wirtschaftspolitik und die ist ohne Mittelstandslösungen unvollständig,“ betont Dr. Oliver Grün, Präsident des BITMi.

Bürokratische Entlastungen als Grundlage für Wachstum und Innovation

Regulierungen und bürokratische Belastungen sind erwiesenermaßen die größte Hürde des IT-Mittelstands, die ihn in seiner wichtigen Rolle für die Wirtschaft auszubremsen droht. Dem waren sich auch die Regierungsvertreter auf der Bühne bewusst.

„Beim Thema Bürokratie werbe ich dafür, dass wir nicht immer so abstrakte Forderungen in den Raum stellen, sondern jetzt wirklich abarbeiten, was wir beschlossen haben“, erklärt Jarzombek und nennt das Beispiel der Modernisierungsagenda. Frustriert steht er allerdings den immer neuen Regulierungsvorhaben der EU gegenüber: „Wir haben jede Woche Maßnahmen, die tatsächlich zur Verwaltungsvereinfachung führen. Was dem entgegen läuft, ist das Thema Europa. […] Ich würde mir tatsächlich wünschen, dass Brüssel sich auch erstmal mit neuen Regulierungen zurückhält. Dann würde das, was wir hier gerade abbauen, auch einen richtigen Effekt erzielen.“

Auch Hansjörg Durz (CDU/CSU), Ausschussvorsitzender des Ausschusses für Digitales und Staatsmodernisierung, unterstützt ein solches Moratorium: „Wir haben eine überbordende Bürokratie, die unsere Wettbewerbsfähigkeit in der Breite massiv begrenzt […] In einigen Bereichen, wie der Cybersicherheit, müssen wir ganz klar Vorgaben machen. Aber in anderen Bereichen ist es die Aufgabe des Staates, schlechthin die Rahmenbedingungen so zu setzen, dass die Unternehmen sich entfalten können und dafür zu sorgen, dass Innovation entsteht.“

„Am Ende muss das Geschäft von der Wirtschaft gemacht werden und nicht vom Staat“, betont Jarzombek. „Wir dürfen euch vor allem nicht im Weg stehen, aber das Wachstum kann nur aus den Unternehmen generiert werden. Da müssen wir irgendwie versuchen, die Hände wieder vor die Brust zu bringen und nicht dahinter.“

Mut zur Digitalen Souveränität im Schulterschluss zwischen Politik und Wirtschaft

Viel Einigkeit herrscht dabei, dass wir bei der Umsetzung Digitaler Souveränität jetzt entschlossen, mit Mut und vor allem gemeinsam vorangehen müssen.

So sagte Rebecca Lenhard (Grüne), Digitalpolitische Sprecherin der Bündnis 90/Die Grünen Bundestagsfraktion: „Ich würde mir wünschen, dass das, was unser Digitalminister die ganze Zeit groß ankündigt, jetzt auch kommen würde. Wir sehen die mutigen Schritte, die gerade zum Beispiel in Frankreich passieren, wo wirklich ein ambitionierter Plan nach vorne geht. Ich glaube, Deutschland kann das auch und ich glaube, dass wir das jetzt brauchen.“

Johannes Schätzl (SPD), Digitalpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, zeigt dabei großes Vertrauen in die heimische Digitalwirtschaft: „Ich glaube, sowohl im Hardware- als auch im Softwarebereich gibt es für jedes Problem eine europäische Lösung. Die ist vielleicht noch nicht ganz so groß, vielleicht ein bisschen teurer und nicht so bequem, aber wir, die suchen, finden eine europäische Lösung. Und genau aus diesem Grund brauchen wir auch mehr Mut, genau diese europäischen Lösungen zu wählen.“

Diesen Mut fordert als Vertreter der mittelständischen Digitalwirtschaft auch Dr. Bernd Heinrichs, Bereichsleiter Inventory & Supply Chain der INFORM GmbH: „Das Problem bei der Umsetzung Digitaler Souveränität ist die Entschlossenheit der Menschen, […] nicht auf die Marktmacht zurückzugreifen, die einem dann offensichtlich als erstes einfällt, und minimale Wechselbereitschaft zu haben. Da muss sich grundsätzlich etwas verändern und das kann es nur, wenn wir etwas dagegenstellen.“

Laura Anna Baur, Business Development & Strategic Relations bei STACKIT, spricht sich für Innovationspartnerschaften zwischen Forschung, Politik und Wirtschaft aus, um technologische Unabhängigkeit aus Europa heraus zu schaffen: „Wir müssen noch viel stärker in den Schulterschluss kommen, dass Verwaltung und der öffentliche Sektor mit der Wirtschaft zusammenarbeitet und dass man sich gemeinsam aufstellt.“

Schon in seiner Begrüßung setze Martin Hubschneider, Vizepräsident des BITMi, also bereits das passende Kredo für den Abend: „Mein Appell an Sie alle ist: Lassen Sie und gemeinsam der Motor einer vertrauenswürdigen Digitalisierung für ein zukunftsfähiges Europa, vielleicht für eine Zukunftsfähige Welt, werden.“

Bildunterschrift: Thomas Jarzombek, Dr. Oliver Grün und Prof. Dr. Jens Südekum (v.l.n.r.) auf der Bühne des Hauptstadtforum Digitalwirtschaft 2026 (© BITMi / Christian van’t Hoen)

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Deutsch-französisches Positionspapier: BITMi fordert konkreten Fahrplan für Europas Digitale Souveränität

  • BITMi begrüßt das Papier als wichtigen Impuls für eine selbstbestimmte und wettbewerbsorientierte europäische Digitalpolitik und bestärkt das dortige Bekenntnis zur wichtigen Rolle des IT-Mittelstands.
  • BITMi-Präsident Dr. Oliver Grün: Maßnahmen müssen konkretisiert werden, um Souveränitätswashing zu vermeiden.
  • Verband schlägt konkrete Maßnahmen zur Stärkung der europäischen IT-Wirtschaft vor.

Aachen/Berlin, 18. Juni 2026 – Der Bundesverband IT-Mittelstand e. V. (BITMi) begrüßt das gestern veröffentlichte deutsch-französische Positionspapier zur digitalen Souveränität als wichtigen Impuls für eine europäische Digitalpolitik, die technologische Selbstbestimmung, Wettbewerbsfähigkeit und europäische Wertvorstellungen in den Vordergrund rückt. Das Papier benennt den akuten Handlungsbedarf, der aus außereuropäischen Abhängigkeiten entsteht und betont die entscheidende Rolle des Mittelstands auf dem Weg in eine digital-souveräne Zukunft, allerdings verbleibt es weitestgehend bei einer Bestandsaufnahme.

Verbandpräsident Dr. Oliver Grün kommentiert: „Es braucht eine klare Vision für die digitale Souveränität Europas – mit ambitioniertem Fahrplan und einem Staat, der vorangeht, indem er konsequent auf europäische Lösungen setzt.“

Das Positionspapier listet eine Vielzahl möglicher Umsetzungskritierien zur Erreichung digitaler Souveränität auf. Offen bleibt jedoch, wie, wann und in welcher Reihenfolge diese Maßnahmen umgesetzt werden sollen. „Solange die Maßnahmen unverbindlich bleiben, lassen sie Spielraum für Souveränitätswashing und werden den akuten geopolitischen Herausforderungen nicht gerecht“, so Grün.

Mit Blick auf die Definition digitaler Souveränität unterstützt der IT-Mittelstand den risikobasierten Ansatz und den Verweis auf das handfeste Kriterium der Europarechtstreue als Umsetzungswerkzeug. Digitale Souveränität wird darin nicht als Isolation verstanden, sondern als Fähigkeit zur selbstbestimmten Gestaltung. Dies entspricht dem Verständnis des BITMi: Digitale Souveränität erfordert technologische Selbstbestimmung, den Abbau einseitiger Abhängigkeiten und die Stärkung lokaler Wertschöpfung „Made in Germany & Europe“.

Gleichzeitig vermisst der BITMi konkrete Maßnahmen zur gezielten Stärkung des europäischen IT-Mittelstands. Aus Sicht des Verbands braucht es hierfür insbesondere:

  • gezielten Bürokratieabbau für den IT-Mittelstand, etwa bei Berichts- und Dokumentationspflichten,
  • passgenaue Förderinstrumente für KMU, zum Beispiel durch regulatorische Sandboxes und einen vereinfachten Zugang zu Wachstumskapital,
  • verpflichtende Souveränitäts- und EU-Präferenzklauseln im Vergaberecht, damit öffentliche Aufträge prioritär an europäische Anbieter mit nachweisbarer Europarechtstreue vergeben werden,
  • die verbindliche Einbindung des Mittelstands in zukünftige Begleitgremien, etwa in das deutsch-französische Zukunftswerk.

Das deutsch-französische Positionspapier enthält einige vielversprechende Ansätze. Damit digitale Souveränität jedoch auch in der Praxis umgesetzt und nachhaltig verankert werden kann, müssen die operativen Hebel – insbesondere für den Mittelstand – konkretisiert werden.