Isabel Weyerts Keine Kommentare

Ein Jahr nach der Bundestagswahl: Digitale Souveränität und die Angst vor der eigenen Courage

Ein Jahr nach der Bundestagswahl 2025 ist das Thema „Digitale Souveränität” in der deutschen und europäischen Debatte von zentraler Bedeutung. Das Bewusstsein für die Gefahren, die sich aus der Abhängigkeit von US-amerikanischen und chinesischen Technologieunternehmen, insbesondere in kritischen Sektoren, ergeben, ist spätestens mit dem Gipfel zur europäischen digitalen Souveränität im November 2025 im breiten Bewusstsein von Öffentlichkeit und Politik angekommen. Denn sowohl Bundeskanzler Merz als auch Frankreichs Präsident Macron riefen dort öffentlich und eindeutig zur Stärkung der digitalen Souveränität durch den Kauf europäischer Produkte auf. Merz sprach aus, was mittlerweile Konsens ist: „Digitale Souveränität hat Kosten, aber digitale Abhängigkeit hat noch höhere Kosten.“

Im Verlauf eines Jahres hat sich die Wahrnehmung von Abhängigkeit als strategisches Risiko für die Wettbewerbsfähigkeit und Sicherheit Europas verschärft. Nun wird allerorts besprochen, wie Europa seine digitale Autonomie stärken kann, um auch in Krisenfällen handlungsfähig zu sein und gleichzeitig Innovationen zu fördern.

Anlässlich der Arbeit des Bundesministeriums für Digitales und Staatsmodernisierung an einer Neudefinition des Begriffs lohnt es sich, auf das vergangene Jahr zurückzublicken, um wichtige Lehren für das weitere Vorgehen der Bundesregierung zu ziehen.

 

Europe in action

Mit der Ankündigung eines Gipfels zur digitalen Souveränität gab der Deutsch-Französische Ministerrat im August 2025 die Stoßrichtung vor. Nach einem halben Jahr der Präsidentschaft von Donald Trump wurden die Konturen des Umbruchs der zuvor regelbasierten internationalen Ordnung deutlich. Mit der Ankündigung startete die deutsch-französische Initiative eine gemeinsame europäische Strategie zur Reduzierung der digitalen Abhängigkeit.

Studien wie der im September von adesso veröffentlichte „Index Digitale Souveränität“ zeigten zudem, dass deutsche Unternehmen fast ausschließlich Hardware, Software, Cloud- und Sicherheitslösungen ausländischer Anbieter nutzen und somit von außereuropäischen Technologieunternehmen abhängig sind. Der „Index Digitale Souveränität“ beziffert den durchschnittlichen Reifegrad europäischer Unternehmen in diesem Bereich auf etwa 66 %, wobei nur eine Minderheit konkrete Souveränitätsstrategien verfolgt. Dass diese Abhängigkeit nicht nur theoretischer Natur ist, zeigte spätestens der Microsoft-Azure-Ausfall im Oktober, der große Teile der globalen Cloud-Infrastruktur lahmlegte.

Im Kontext der zunehmenden geopolitischen Spannungen und Umbrüche wurde diese Abhängigkeit als Bedrohung für die Wettbewerbsfähigkeit und Sicherheit Europas betrachtet, da sie die Handlungsfähigkeit in Krisenfällen einschränkt und die Innovationskraft schwächt.

 

Strategische Initiativen und Gipfel

Ein Höhepunkt der politischen Debatte um die digitale Souveränität war der europäische Gipfel zur digitalen Souveränität, der am 18. November 2025 in Berlin stattfand. Auf dem Gipfel betonten Bundeskanzler Friedrich Merz und der französische Präsident Emmanuel Macron die dringende Notwendigkeit, die digitale Abhängigkeit Europas von nicht-europäischen Anbietern zu reduzieren und eine gemeinsame europäische Strategie zu entwickeln. Ein zentrales Ergebnis des Gipfels war die Verabschiedung der „Declaration for European Digital Sovereignty“, in der konkrete Ziele und Maßnahmen zur Stärkung der digitalen Autonomie Europas festgelegt wurden. Der Gipfel markierte einen wichtigen Schritt zur Koordinierung der europäischen Digitalpolitik und demonstrierte europäische Einigkeit in diesem Bereich.

Nur wenige Wochen später wurde mit dem „Tech Sovereign Catalogue“ eine komplementäre Wirtschaftsinitiative vorgestellt. Ziel ist es, europäische Softwareprodukte und Alternativen zu nicht-europäischen Anbietern aufzuzeigen. Damit soll bei Politik und Anwendern ein Bewusstsein für europäische Alternativen geschaffen und die Nachfrage nach europäischen Lösungen gestärkt werden.

Auch die globale technologische Entwicklung, insbesondere in den Bereichen Künstliche Intelligenz, Halbleiter und Cloud-Computing, hat die Debatte um die digitale Souveränität weiter beeinflusst. Die EU erkennt zunehmend, dass die Abhängigkeit von nicht europäischen Anbietern ein strategisches Risiko für die Wettbewerbsfähigkeit und Sicherheit Europas darstellt. Diese Abhängigkeit wurde durch die geopolitischen Spannungen und die Haltung der Trump-Administration besonders deutlich. Durch ihre engen Verbindungen zu US-Tech-Konzernen verschärfte sie die transatlantischen Spannungen über die Regulierung von Big Tech weiter.

Sovereignty „made in europe“?

Ein Jahr nach der Bundestagswahl finden die zahlreichen Initiativen und Strategiepapiere langsam ihren Weg in die Umsetzung. Am 12. Februar trafen sich die Staats- und Regierungschefs der EU zu einer Diskussion über die digitale Wettbewerbsfähigkeit Europas und die Notwendigkeit einer einheitlichen EU-Politik. Das Vergabekriterium „Made in Europe“,das ein zentraler Baustein auf dem Weg zu langfristig resilienten digitalen Infrastrukturen wird, wird sowohl auf EU-Ebene als auch auf Ebene der einzelnen Mitgliedsstaaten erörtert. Dennoch zögert die Bundesregierung, den von ihr mit dem Gipfel zu europäischer Souveränität eingeschlagenen Weg konsequent weiterzugehen.

Um die Resilienz und Handlungsfähigkeit Europas langfristig zu sichern, braucht es die gleiche politische Entschlossenheit, die die Bundesregierung bei der Erarbeitung von Strategien und Gipfeln an den Tag gelegt hat, nun auch in der Umsetzung. Die Neudefinition digitaler Souveränität durch das BMDS kann ein erster wichtiger Schritt dazu sein – oder aber ein Eingeständnis der Angst vor der eigenen Courage. Nur indem eine konsequent europäisch gedachte Definition von Souveränität angelegt wird, können die zukünftigen Maßnahmen auch ihre Wirkung entfalten. Deshalb schlagen wir vor, Digitale Souveränität konsequent als die Fähigkeit zu definieren, die digitale Transformation in allen wesentlichen Bereichen nach eigenen Wertvorstellungen und mithilfe eigener, vertrauenswürdiger Lösungen „Made in Germany & Europe“ zu gestalten. Um diese Handlungsfähigkeit sicherzustellen, sind digitale Resilienz, digitale Wertschöpfung, Datensouveränität und Europarechtstreue zentrale Kriterien.

Anna Brodmann, Digitalpolitische Referentin

 

Isabel Weyerts Keine Kommentare

Bundesdigitalministerium unterstützt BITMi-Gütesiegel „Software Made in Germany“

Aachen/ Berlin 16. Februar 2026 – Das Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS) hat die Schirmherrschaft für das erfolgreiche Gütesiegel „Software Made in Germany“ des Bundesverband IT-Mittelstand e.V. (BITMi) übernommen. Zum Auftakt der neuen Partnerschaft, bei dem BITMi-Präsident Dr. Oliver Grün und Vizepräsident Martin Hubschneider den IT-Mittelstand vertraten, bekräftigte Bundesdigitalminister Dr. Karsten Wildberger die zentrale Bedeutung der heimischen Digitalwirtschaft für eine souveräne Digitalisierung in Deutschland.

Wildberger erklärt: „Die Initiative ‚Software Made in Germany‘ unterstützt das Ziel des BMDS, die digitale Souveränität Deutschlands voranzutreiben. Das Label macht die Herkunft von Softwareprodukten auf den ersten Blick transparent und stärkt die heimische Digitalindustrie. Deutschlands digitale Zukunft wird maßgeblich vom IT-Mittelstand gestaltet.“

„Mit bereits über 700 ausgezeichneten Softwareprodukten demonstriert unser Gütesiegel die Leistungsfähigkeit der deutschen Digitalwirtschaft. Mit innovativen Lösungen ‚Made in Germany‘ kann der IT-Mittelstand zu einem echten Motor für digitale Transformation und Wirtschaftswachstum werden – insbesondere mit der wertvollen Unterstützung des Digitalministeriums“, betont Hubschneider.

„Die aktuelle politische Lage zeigt deutlich, wie wichtig die gezielte Förderung deutscher Softwarehersteller ist. Sie sind der Schlüssel zu unserer digitalen Souveränität. Umso mehr freuen wir uns, dass das Digitalministerium unsere Initiative ‚Software Made in Germany‘ unterstützt“, ergänzt Grün.

Seit über zehn Jahren steht „Software Made in Germany“ für Qualität, Serviceorientierung und Innovationskraft deutscher Softwareprodukte. Ergänzt wird die Initiative durch das Gütesiegel „Software Hosted in Germany“ sowie die im Dezember gestarteten europäischen Erweiterungen „Software Made in Europe“ und „Software Hosted in Europe“.

Bildunterschrift: BITMi-Vizepräsident Martin Hubschneider, Bundesdigitalminister Dr. Karsten Wildberger und BITMi-Präsident Dr. Oliver Grün (vlnr.) bei der Übergabe der Schirmherrschaft (© BMDS)

Isabel Weyerts Keine Kommentare

NENNA.AI erhält Millionen-Investment für europäische AI Privacy Plattform

IBB Ventures, dfv Mediengruppe und Business Angels finanzieren Expansion der KI-Sicherheitslösung

Mit NENNA.AI schützen Unternehmen ihr Wissen und sensible Daten, kontrollieren Schatten-KI und nutzen alle führenden KI-Modelle

Berlin, Januar 2026. Das Berliner Startup NENNA.AI hat mehr als eine Million Euro Finanzierung erhalten, um weiter zu wachsen. Die Investoren-Runde wird von IBB Ventures und dfv Venture (dfv Mediengruppe) angeführt, ergänzt durch Business Angels aus dem B2B Deep Tech sowie Beratungsumfeld. Das Berliner Startup betreibt eine hochsichere KI-Plattform, die Unternehmen die DSGVO-konforme Nutzung von führenden KI-Modellen wie ChatGPT, Google Gemini, Claude & Co bei voller Datensouveränität ermöglicht. NENNA.AI schützt geistiges Eigentum und personenbezogene Daten – sprich, die unternehmerische Reputation.

NENNA.AI schützt Unternehmen vor Cybersecurity-Risiko durch Schatten-KI

Laut einer BITKOM-Studie nutzen 40 Prozent der Mitarbeitenden in deutschen Unternehmen private oder frei verfügbare KI-Tools. Weltweit berichten 50 Prozent der Unternehmen von unbefugten Uploads sensibler Informationen und Daten in freie KI-Modelle.

Dadurch drohen Datenverluste, die Preisgabe von Geschäftsgeheimnissen und Verstöße gegen Verträge. Die jeweilige Geschäftsführung trägt laut Gesetz die Verantwortung. Mit dem EU AI Act und DSGVO-Anforderungen müssen Unternehmen nachweisen, wie sie mit sensiblen Daten umgehen.

Unternehmen sind daher gefordert, Schutzmaßnahmen zu ergreifen und Mitarbeitende im Umgang mit KI zu schulen.

 

Die Lösung von NENNA.AI: Sichere Echtzeit-Maskierung kombiniert mit praktischem Multi-Modell-Zugang

Durch die automatische Maskierung personenbezogener Daten sowie sensibler Informationen in Prompts und Dokumenten, haben Kunden von NENNA.AI stets die volle Souveränität über ihre Daten. Nach der datensicheren Verarbeitung in den KI-Modellen erfolgt durch NENNA.AI die Demaskierung, so dass Mitarbeitende mit vollständigen, nutzbaren Ergebnissen arbeiten können.

NENNA.AI senkt Ausgaben für Software und Cloud deutlich und bietet einen zentralen Zugang zu KI-Anwendungen ohne separate Lizenzen. Gleichzeitig werden regulatorische Risiken minimiert sowie strategische Unternehmens-Assets geschützt.

Von Team-Größen bis zu Enterprise-Kunden: NENNA.AI ist überall einsetzbar. In den letzten drei Monaten hat NENNA.AI über 50 B2B-Kunden u. a. aus Industrie, Legal & Tax, Medien und E-Commerce gewonnen. Deren Mitarbeitende haben über die zentrale KI-Oberfläche NENNA-Chat sofortigen Zugang zu allen führenden KI-Modellen und die Flexibilität, auch eigene KI-Modelle und Agenten zu integrieren und zu entwickeln.

NENNA.AI wurde für dieses innovative Konzept in 2025 mehrfach ausgezeichnet: Mit dem ATHENE Award, Forschungszentrum der Fraunhofer Gesellschaft, als Top 3 Cybersecurity-Startup in DACH und mit dem AI Everything Award bei der GITEX Europe. Zudem wurde NENNA.AI beim German Legal Tech Summit zum besten deutschen Legal Tech Startup gekürt.

Alexander Siebert, CEO & Founder von NENNA.AI: “Wir freuen uns über das Vertrauen unserer neuen Gesellschafter. Ihre Investitionen ermöglichen eine noch schnellere Skalierung, um NENNA.AI als europäischen Standard für AI Privacy zu etablieren. Unternehmen wollen KI nicht blockieren, sondern datensicher mit voller Kontrolle nutzen. Unsere Plattform sorgt dafür, das relevante Daten wirklich bei den Unternehmen bleiben und vertrauen nicht einfach darauf, dass wirklich keiner mitliest. “

Clemens Kabel, Investment Director IBB Ventures: “Europäische Datensouveränität wird zum signifikanten Wettbewerbsvorteil und der Umgang mit KI in Unternehmen spielt dabei eine zentrale Rolle. NENNA.AI verbindet KI-Innovation mit europäischen Werten. So setzen wir mit unserer Beteiligung auf die Referenzlösung für AI Privacy, Made in Berlin.”

Thomas Berner, Geschäftsführer der dfv Mediengruppe, zu der dfv Venture gehört: “Das Wachstum von NENNA.AI zeigt: Europäische Unternehmen suchen aktiv nach Lösungen, die Innovation ermöglichen und gleichzeitig Datenschutz garantieren. NENNA.AI ist optimal positioniert, um AI Privacy in Europa zu definieren, und aus diesem Grund für uns eine wichtige strategische Investition.”

Zu der aktuellen Investitionsrunde gehören u. a. Business Angel Ravin Mehta, Manfred Großert, Co-Founder und Geschäftsführer der united communications GmbH, sowie Dr. Ulrich Meier, Co-Founder und ehemaliger Geschäftsführer der hotsplots GmbH.

Sie folgt auf frühere Finanzierungen durch Business Angels mit B2B- und Deep-Tech-Fokus, darunter Dr. Jörg Ontrup, Ravin Mehta, Christian Henschel, Halbleiter und Jens Spyrka.

 

Über NENNA.AI

Logo NENNA AI

NENNA.AI wurde 2023 in Berlin gegründet und ist eine AI Privacy Plattform für datensichere KI-Nutzung in Unternehmen. Durch Maskieren und Demaskieren sensibler Daten ermöglicht NENNA.AI Unternehmen das volle Potenzial der führenden KI-Modelle ohne Kompromisse bei Datenschutz und Compliance zu nutzen. Die Lösung wird vollständig in der deutschen Cloud betrieben und erfüllt höchste Sicherheitsstandards. NENNA.AI wurde 2025 mit dem ATHENE Award auf der it-sa, dem AI Everything Award auf der Gitex Europe und als bestes deutsches Legal Tech Startup beim German Legal Tech Summit ausgezeichnet.

www.nenna.ai

Isabel Weyerts Keine Kommentare

Öffentlicher Online Pitch für Smart Factory Lösungen: Factory Innovation Award 2026

Sie sind Anbieter, Anwender, Forschungs– oder Weiterbildungseinrichtung?

Dann präsentieren Sie Ihre innovative Lösung beim Online-Pitch der Factory Innovation Awards 2026! Überzeugen Sie Jury und Publikum mit Ihren Alleinstellungsmerkmalen.

Als Zuschauer können Sie sich kostenfrei und bequem online über inspirierende Use Cases und modernste Technologien für die Smart Factory informieren und Ihr Fachwissen erweitern.

Die #FIAward-Preisträger werden am 22. April auf der Hauptbühne der Hannover Messe ausgezeichnet.

Veranstaltet wird der Wettbewerb von GITO Media (Veranstalter), der Hannover Messe (Event Partner), LSWI der Universität Potsdam (Wissenschaftlicher Partner) sowie der Fachzeitschrift FACTORY INNOVATION (Medienpartner).

HIER informieren und registrieren
https://factory-innovation.de/artikel/factory-innovation-award-2026/

 

Isabel Weyerts Keine Kommentare

BITMi begrüßt Vorschlag zum KI-Gutschein für den Mittelstand

Aachen, Berlin 16. Januar 2026 – Diese Woche hat die SPD-Bundestagsfraktion die Idee eines KI-Gutscheins für den Mittelstand vorgestellt, einlösbar bei europäischen KI-Anbietern für Beratung, Implementierung, Datenaufbereitung, Training und Qualifizierung. Der Bundesverband IT-Mittelstand e.V. (BITMi) begrüßt diesen Vorschlag, der sowohl auf die effektive Digitalisierung des Mittelstands als auch auf die Förderung von KI „Made in Europe“ einzahlen würde. Auch wenn die genaue Ausgestaltung des Konzepts noch offen bleibt, ist es ein wichtiges Bekenntnis zur Stärkung der mittelständisch geprägten europäischen Digitalwirtschaft und der Digitalen Souveränität unseres Wirtschaftsstandortes.

„Die Unternehmen des deutschen IT-Mittelstands verstehen sich als Teil der Lösung für den Einsatz von souveränen und spezialisierten KI-Lösungen in Unternehmen. Für andere Mittelständler sind wir dabei ein vertrauenswürdiger Partner auf Augenhöhe. Wichtig ist, dass die Förderung bürokratiearm ausgestaltet wird und zielgerichtet dem europäischen Mittelstand zu Gute kommt“, kommentiert Verbandspräsident Dr. Oliver Grün die Initiative.

Der BITMi plädiert für eine zügige Umsetzung des Vorschlags und stellt seine Branchenexpertise für die konkrete Ausgestaltung zur Verfügung.

 

Isabel Weyerts Keine Kommentare

BITMi-Jahresprognose für 2026: IT-Mittelstand trotzt Wirtschaftslage

  • Über die Hälfte der IT-Mittelständler rechnet mit Umsatzwachstum
  • Verhaltene Prognose für die deutsche IT-Branche
  • Größte Herausforderung für die Digitalbranche ist die schwierige Wirtschaftslage, gefolgt von Bürokratie und Regulierungen sowie der geringen Priorisierung von Digitalisierung und digitaler Souveränität
  • Fachkräftemangel verliert als Hürde für IT-Mittelständler weiter an Bedeutung
  • KI auch in 2026 größter Digital-Trend

Aachen, 5. Januar 2026 – Der IT-Mittelstand blickt mit einer verhaltenen Prognose auf das neue Jahr, erweist sich jedoch weiterhin als resilient gegenüber der angespannten gesamtwirtschaftlichen Lage. Das zeigt eine aktuelle Umfrage des Bundesverband IT-Mittelstand e. V. (BITMi). Zwar rechnet eine knappe Mehrheit der befragten Unternehmen mit einem Umsatzwachstum im eigenen Haus (56 Prozent), zugleich erwarten jedoch rund die Hälfte eine Stagnation (27 Prozent) oder sogar eine Verschlechterung (22 Prozent) der Lage der deutschen Digitalbranche insgesamt. Hauptursache hierfür ist aus Sicht der überwiegenden Mehrheit die allgemeine Wirtschaftslage (77 Prozent). Darüber hinaus sehen mehr als die Hälfte der Befragten gesetzliche Regulierungen und Bürokratie als zentrale Herausforderung für die Branche (55 Prozent). Knapp die Hälfte nennt zudem die unzureichende Priorisierung der Digitalisierung (48 Prozent) sowie der digitalen Souveränität (45 Prozent) als wesentliche Hemmnisse. Ein Viertel der Unternehmen verweist schließlich auf den Fachkräftemangel und eine unzureichende digitale Infrastruktur (jeweils 25 Prozent).

„Die angespannte Wirtschaftslage über alle Branchen hinweg ist auch im Digitalsektor spürbar, dennoch zeigt sich der IT-Mittelstand nach unserer aktuellen Umfrage weiterhin resilient und leistungsstark. Hier zeigt sich also ein eindeutiges Potenzial: die mittelständisch geprägte Digitalwirtschaft kann zum Motor für die schwächelnde deutsche Wirtschaft werden“, erklärt BITMi-Präsident Dr. Oliver Grün, „Die von den Unternehmen genannten Herausforderungen – Bürokratie, Regulierungen und die geringe Priorisierung von Digitalisierung und digitaler Souveränität – verdeutlichen die entscheidenden Hebel, um das nötige Momentum zu schaffen.“

Diese Einschätzung spiegelt sich auch in den Forderungen der befragten Unternehmen an die Bundesregierung wider. Mit deutlicher Mehrheit nennen sie den Abbau von Bürokratie und Berichtspflichten (68 Prozent) als vordringlichste Aufgabe. Es folgen die Verwaltungsdigitalisierung (57 Prozent) sowie der Ausbau der digitalen Infrastruktur (53 Prozent). Knapp die Hälfte der Unternehmen spricht sich zudem für eine stärkere Förderung von Schlüsseltechnologien wie Künstlicher Intelligenz und Quantencomputing sowie für steuerliche Entlastungen für Unternehmen aus (jeweils 46 Prozent). Rund ein Drittel nannte die Stärkung der Cybersicherheit bei Staat und Unternehmen (35 Prozent) sowie die Reform des Vergaberechts (34 Prozent).

Im Vergleich zum Vorjahr bleibt die Prognose des IT-Mittelstands weitgehend konstant. Die auffälligste Entwicklung zeigt sich in der Einordnung der größten Hürden für IT-Unternehmen: Die angespannte Wirtschaftslage sowie Regulierungsdichte und Bürokratie verfestigen sich als zentrale Belastungsfaktoren. Der Fachkräftemangel, über viele Jahre hinweg die dominierende Herausforderung, hat hingegen deutlich an Bedeutung verloren. Nachdem er im vorletzten Jahr erstmals rückläufig war, sank seine Relevanz nun mit einem Minus von 20 Prozentpunkten gegenüber der Vorjahresumfrage nochmals spürbar. An Gewicht gewonnen hat dagegen die mangelnde Priorisierung digitaler Souveränität (plus 20 Prozentpunkte). Obwohl dieses Thema im vergangenen Jahr intensiv digitalpolitisch diskutiert wurde, deutet dies darauf hin, dass die mittelständische Digitalwirtschaft Zweifel an der praktischen Umsetzung der politischen Zusagen hegt.

Als prägendster Digitaltrend des neuen Jahres wird – wie bereits in den Vorjahren – von einer überwältigenden Mehrheit der Befragten die Künstliche Intelligenz gesehen. Als konkrete Ausprägungen werden insbesondere agentische KI, der Einsatz von KI im Kontext von Cybersicherheit und -kriminalität sowie die Frage nach einem wirksamen und wirtschaftlich sinnvollen Einsatz von KI hervorgehoben.

Zu den Umfrageergebnissen

Isabel Weyerts Keine Kommentare

BITMi zum Gutachten zum Datenzugriff von US-Behörden: EU-Unternehmen erste Wahl für Datensouveränität

  • Gutachten belegt erneut: Daten, die von US-Unternehmen und Tochtergesellschaften in Europa gehostet werden, sind trotz Marketingversprechen nicht sicher vor US-Zugriff.
  • BITMi fordert Bundesregierung auf, Konsequenzen zu ziehen und Digitale Souveränität in die Tat umzusetzen.
  • Unternehmen mit Sitz, Führung und Eigentümerstruktur in Europa sind die sicherste Wahl für Datenspeicherung und -verarbeitung

Aachen/Berlin, 12. Dezember 2025 – Diese Woche ist das Rechtsgutachten „Zur US-Rechtslage zum weltweiten Datenzugriff von US-Behörden“ der Universität Köln im Auftrag des Bundesministerium des Inneren und für Heimat (BMI) publik geworden. Dieses belegt erneut zweifelsfrei: US-Behörden können auf in der EU gehostete Daten von US-Unternehmen und deren europäischen Tochtergesellschaften zugreifen. Der Bundesverband IT-Mittelstand e.V. (BITMi) möchte dieses Gutachten zum Anlass nehmen, um Unternehmen, aber insbesondere auch die Bundesregierung, mit Nachdruck anzuhalten, ihren Bekenntnissen zur Digitalen Souveränität Taten folgen zu lassen. Denn Datensouveränität und Datenschutz sind eine entscheidende Grundlage für unsere digitale Resilienz und diese können US-Konzerne nachweislich nicht in dem Maße garantieren wie EU-Unternehmen. Denn reine Standort- oder Marketingversprechen reichen nicht aus, um Digitale Souveränität zu garantieren – solange Anbieter über Konzernstrukturen oder Geschäftsbeziehungen eng an die USA gebunden sind, bleibt der Zugriff von US‑Behörden auf europäische Daten ein reales Risiko.

„Bezeichnend ist, dass es sich dieses Mal um einen von der Bundesregierung beauftragten Bericht handelt, der bereits seit März vorliegt. Wir fordern insbesondere die Politik nachdrücklich dazu auf, daraus Konsequenzen zu ziehen: Für die Wahl digitaler Lösungen in Behörden und Verwaltung müssen Resilienz, Datensouveränität und Europarechtstreue entscheidende Auswahlkriterien sein und die heimische Digitalwirtschaft muss gestärkt werden “, kommentiert Christian Gericke, Vizepräsident des BITMi, das Gutachten.

Das Gutachten schließt nicht aus, dass auch EU-Unternehmen, die auf dem US-Markt beispielsweise mit Niederlassungen tätig sind, von US-Behörden aufgefordert werden könnten, in der EU gespeicherte Daten herauszugeben. „US-Behörden können versuchen, Druck auszuüben, wenn sie vor Ort Angriffsflächen finden. Vollstreckungsmöglichkeiten haben US-Behörden auf EU-Territorium jedoch nicht“, erklärt Rasmus Keller, Sprecher der BITMi-Fachgruppe IT-Recht. „Unternehmen, die in der EU ihren Sitz haben, mit europäischer Führungs- und Eigentümerstruktur sind rechtlich die erste Wahl für die sichere Speicherung und Verarbeitung von Daten. Eine geringe Präsenz auf dem US-Markt steigert darüber hinaus die wirtschaftliche Unabhängigkeit von EU-Anbietern“, so Keller.

Isabel Weyerts Keine Kommentare

Neue Gütesiegel für europäische Software-Qualität eingeführt: „Software Hosted in Europe“ und „Software Made in Europe“

Aachen/Brüssel, 8. Dezember 2025 – Der Bundesverband IT-Mittelstand e.V. (BITMi) erweitert in Kooperation mit der European DIGITAL SME Alliance seine etablierten Gütesiegel „Software Made in Germany“ und „Software Hosted in Germany“ um zwei europäische Varianten: Auf dem DIGITAL SME Summit am letzten Donnerstag in Brüssel wurden die neuen europaweiten Siegel „Software Made in Europe“ und „Software Hosted in Europe“ vorgestellt. Diese zeichnen europäische Software-Hersteller aus, die höchsten Ansprüchen an Datenschutz, Sicherheit und Qualität gerecht werden. Mit den neuen Siegeln reagiert der BITMi auf die wachsende Nachfrage nach vertrauenswürdiger europäisch gehosteter und produzierter Software, die nach europäischen Werten und Gesetzen gestaltet ist und Europas Digitale Souveränität stärkt.

„Technologische Souveränität ist nicht mehr optional – sie ist entscheidend für die Sicherung der wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit des Kontinents“, erklärte Dr. Oliver Grün, Präsident des BITMi und der DIGITAL SME Alliance auf dem Summit. „Europas heimische Innovatoren schaffen sie bereits. Die Gütesiegel geben Europa ein Werkzeug an die Hand, um seine eigene digitale Zukunft zu gestalten“, so Grün weiter.

Weitere Informationen zu „Software Made in Europe“ und „Software Hosted in Europe“

Gütesiegel beantragen

 

Isabel Weyerts Keine Kommentare

Resümee zum Digitalgipfel: Digitale Souveränität ‘Made in Europe’ statt Big-Tech-Dominanz

  • Der BITMi begrüßt Deutschlands und Frankreichs Bekenntnisse zur Digitalen Souveränität und zu Technologie ‘Made in Europe’ und hofft auf eine digitale Zeitenwende.
  • Dr. Oliver Grün, Präsident des BITMi und der European DIGITAL SME Alliance vertritt IT-Mittelstand auf Panel mit Digitalminister Wildberger, der französischen Digitalministerin Le Hénanff und EU-Kommissionsvizepräsidentin Virkkunen.
  • Konkrete Umsetzung gefordert: Anpassungen bei EU-Präferenzregelung im Vergaberecht, Entlastungen, weniger Bürokratie und Regulierung, sowie ein verbesserter Zugang zu Wachstumskapital für KMU sollen die Digitalwirtschaft stärken.

Aachen/Berlin, 19. November 2025 – Der gestrige Summit on European Digital Sovereignty hat ein deutliches Signal für digitale Unabhängigkeit und europäische Technologie gesetzt. Der Bundesverband IT-Mittelstand e.V. (BITMi) begrüßt dieses klare Bekenntnis der deutschen und französischen Regierungen sowie die starke Einbindung des europäischen IT-Mittelstands. BITMi-Präsident und Präsident der European DIGITAL SME Alliance, Dr. Oliver Grün, brachte diese Perspektive im Panel mit Digitalminister Dr. Karsten Wildberger, der französischen Digitalministerin Anne Le Hénanff und EU-Kommissionsvizepräsidentin Henna Virkkunen ein.

„Die klaren Aussagen von Bundeskanzler Friedrich Merz und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron lassen hoffen, dass wir vor einer digitalen Zeitenwende stehen: dass der Weg endlich frei wird für Software ‘Made in Europe’ und wir uns Schritt für Schritt aus unseren Abhängigkeiten von amerikanischen Tech-Konzernen lösen“, so Grün. „Besonders wichtig ist für uns der direkte Einbezug des IT-Mittelstands, der den Großteil der digitalen Produkte in Europa entwickelt – ein Potenzial für Europas technologische Unabhängigkeit, das viel zu lange ungenutzt blieb.“

Jetzt gelte es, die Zusagen in konkrete Maßnahmen zu überführen. Ein wichtiger Hebel sei die EU-Präferenzregelung im Vergaberecht, um europäischen IT-Lösungen mehr Gewicht zu geben. Zudem könnten gezielte Entlastungen, weniger Bürokratie und ein verbesserter Zugang zu Wachstumskapital die mittelständische Digitalwirtschaft nachhaltig stärken.

Bundeskanzler Merz betonte in seiner Rede zum Abschluss des Gipfels, dass „jeder Einkauf von digitalen Produkten und Dienstleistungen, jede Investition in Infrastruktur aus Europa […] letztendlich auch eine Entscheidung für oder gegen digitale Souveränität“ sei. Wir ermutigen die Bundesregierung, diesen Ansatz nun konsequent zu verfolgen.

 

 

Bildunterschrift Titelbild: Dr. Oliver Grün, Anne Le Hénanff, Henna Virkkunen und Dr. Karsten Wildberger (v.l.n.r.) auf dem Panel zum Digitalen Omnibus (©BMDS / bundesfoto / Christina Czybik)

 

Isabel Weyerts Keine Kommentare

BITMi zum Digitalgipfel: Europäischen IT-Mittelstand für Digitale Souveränität nutzen

Aachen/Berlin, 14. November 2025 – Der erste Digitalgipfel des Ministeriums für Digitales und Staatsmodernisierung findet nächste Woche gemeinsam mit Frankreich unter dem Leitmotiv „European Digital Sovereignty“ statt. Aus Sicht des Bundesverband IT-Mittelstand e.V. (BITMi) setzt der Gipfel damit genau den Schwerpunkt, der längst überfällig ist. Denn nachdem sich Europas Abhängigkeit von vor allem US-amerikanischen und chinesischen Technologiekonzernen über das vergangene Jahrzehnt deutlich verfestigt hat, gilt es nun, einen Weg zu einer selbstbestimmten, souveränen Digitalisierung einzuschlagen. Dafür müssen europäische Alternativangebote gestärkt werden.

„Entscheidend ist nun, dass Deutschland und Europa ihre Potenziale richtig nutzen – und diese liegen vor allem im IT-Mittelstand, der die meisten Arbeitsplätze der Digitalwirtschaft in Europa stellt“, erklärt Dr. Oliver Grün, Präsident des BITMi, im Vorfeld des Gipfels. „Hier entstehen starke Alternativen zu den Angeboten großer Tech-Konzerne, die nicht nur die Resilienz von Staat und Wirtschaft stärken, sondern auch Wirtschaftswachstum und Mitgestaltung der digitalen Zukunft ermöglichen. Unter diesem Blickwinkel begrüßen wir es, soweit die Politik uns gemeinsam mit unserem europäischen Dachverband, der European DIGITAL SME Alliance, einbezieht.“

Gemeinsam mit Bundesdigitalminister Karsten Wildberger, der französischen Digitalministerin Anne Le Hénanff und Henna Virkkunen, Exekutiv-Vizepräsidentin der Europäischen Kommission für technische Souveränität, diskutiert Grün um 10:45 Uhr auf dem Panel zum Digitalen Omnibus.

Zum Livestream