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Das Ende des Fachkräftemangels? Telemaxx gibt IT-Experten drei Ratschläge für Erfolg auf dem Arbeitsmarkt

  • Aktuelle IW-Studie: Offene Stellen in der IT gehen deutlich zurück
  • Digitalisierung und Sicherheitsanforderungen schaffen laut Telemaxx neue Chancen für IT-Fachkräfte

Über Jahre hinweg dominierte der Fachkräftemangel die Debatte innerhalb der IT-Branche. Umso bemerkenswerter ist nun eine aktuelle Auswertung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW): Demnach sank die Zahl offener IT-Stellen in Deutschland um mehr als ein Viertel – besonders betroffen sind hochqualifizierte Experten. Jan Lange, Geschäftsführer der Telemaxx Telekommunikation GmbH, ordnet die Entwicklung ein und zeigt auf, wie sich Fachkräfte in einem herausfordernden Markt erfolgreich positionieren können.

„In der Technologie-Branche ist eine Wende zu verzeichnen – der Arbeitsmarkt ist für Beschäftigte schwieriger als noch vor zwei Jahren. Manche Unternehmen verschieben komplexe Projekte – und zwar gerade dort, wo tiefes Fachwissen benötigt wird. IT-Experten sollten deshalb genau hinschauen, in welchen Branchen und in welchen Firmen derzeit neue Chancen entstehen“, erklärt Jan Lange, Geschäftsführer der Telemaxx Telekommunikation GmbH, die zu den zehn führenden Rechenzentrumsbetreibern in Deutschland gehört und als Partner für die Bereitstellung von KI-Infrastruktur agiert.

Neue Chancen in spezialisierten Branchen

Während die Nachfrage in klassischen IT-Bereichen sinkt, ist laut IW-Studie ein starkes Wachstum im Finanz- und Steuerwesen, in der Wirtschaftsprüfung sowie im Gesundheitssektor zu verzeichnen. „Wo Digitalisierung und steigende Sicherheitsanforderungen zusammentreffen, eröffnet sich enormes Potenzial für IT-Fachkräfte“, sagt Jan Lange.

Drei Erfolgsfaktoren für die IT-Karriere

Damit Fachkräfte auch in einem abgekühlten Markt erfolgreich bleiben, sieht Telemaxx-Chef Jan Lange drei zentrale Stellhebel:

  • Schärfung des Branchenfokus: Während Industrien wie die Automobilbranche unter Druck stehen, eröffnen andere Felder neue Perspektiven. Besonders dynamisch entwickeln sich Rechts- und Steuerberatung, Wirtschaftsprüfung sowie der Health-Sektor. Ebenso viel Optimismus ist in IT-Kernbereichen wie Rechenzentren und IT-Security-Firmen zu verspüren: Technologie-Spezialisten sind gut beraten, sich dorthin zu orientieren.
  • Spezialisierung und Weiterbildung in Zukunftsthemen: Vertiefung in Feldern wie Künstliche Intelligenz und datengetriebene Anwendungen zahlt sich oft bereits zügig aus. IT-Experten erhöhen ihre Attraktivität für Projekte und Arbeitgeber, indem sie diese Trendthemen bedienen. Es kann sich lohnen, gezielt Weiterbildungszeiten einzuplanen, um die eigene Expertise zu erweitern.
  • Verknüpfen von Fachwissen, Hands-on-Mentalität und sozialer Kompetenz: In der IT zählen Menschen, die Verantwortung übernehmen, Projekte vorantreiben und Brücken bauen zwischen Technologie und Business. Teamfähigkeit bleibt wichtig – reicht allein aber nicht mehr aus. Erst die Verbindung mehrerer Qualitäten zeichnet ideale Kandidaten für Unternehmen aus. Daher kann sich für IT-Spezialisten auch eine Teilnahme an Coaching- oder Beratungsangeboten auszahlen.

„Es geht heute nicht nur darum, ein guter Programmierer oder Teamplayer zu sein“, resümiert Lange. „Entscheidend ist, Technologie so zu vermitteln, dass daraus Geschäftsnutzen entsteht. Wer gutes Fachwissen und eine starke Persönlichkeit verbindet, wird auch in einem schwierigeren Markt nicht nach Jobs suchen müssen – er wird Angebote bekommen.“

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abat+ GmbH stellt sich vor – Smarte Fertigung und zukunftsfähige IT-Landschaften aus dem Saarland

Die abat+ GmbH mit Sitz in St. Ingbert ist Teil der über 970 Mitarbeitende zählenden abat Gruppe, die an weiteren nationalen und internationalen Standorten vertreten ist. Das Unternehmen steht für digitale Hochverfügbarkeitslösungen in der komplexen diskreten Fertigungsindustrie sowie für die digitale Transformation und Weiterentwicklung von Altsystemen. Zu den Kunden zählen unter anderem führende Unternehmen aus der Automobilindustrie und der Möbelbranche.

 

Smart Manufacturing mit PLUS
Mit dem Manufacturing Execution System (MES) PLUS bietet abat+ eine zentrale Plattform für die werksübergreifende Steuerung von Fertigungsprozessen. Das System reduziert Komplexität, steigert Transparenz und ermöglicht kurze Reaktionszeiten bei hoher Variantenvielfalt. Durch seinen modularen Aufbau lässt sich PLUS flexibel an neue Anforderungen anpassen und unterstützt so den Weg zu einer effizienten und stabilen Produktion.

Modernisierung und Betrieb von Bestandssystemen
Schnelle Innovationszyklen, Kostendruck und rasche Marktveränderungen erschweren häufig die Digitalisierung von Prozessen. Legacy-Systeme können dabei die Effizienz deutlich einschränken und zu einer Kostenfalle werden. abat+ begegnet diesen Herausforderungen mit einem umfassenden Ansatz: Zunächst werden die bestehende IT-Landschaft analysiert und Optimierungspotenziale identifiziert. Darauf folgt die Entwicklung einer klaren Roadmap, die je nach Bedarf eine vollständige Transformation auf moderne Technologien oder den gezielten Weiterbetrieb bewährter Systeme vorsieht. Dieser Prozess umfasst auch die Übernahme von Bestandsanwendungen, die Sicherstellung der Geschäftskontinuität sowie die Bereitstellung von Support- und Weiterentwicklungsleistungen. So entsteht eine zukunftsfähige IT-Umgebung, die gleichermaßen auf Stabilität, Effizienz und Innovation ausgelegt ist.

Innovative Technologien für stabile und effiziente Prozesse
Zur Modernisierung von IT-Landschaften gehört, je nach Bedarf, auch die Verlagerung von Unternehmenssystemen in die Cloud. Cloud-basierte Architekturen verbessern die Effizienz von Unternehmensprozessen, erleichtern die Integration verschiedener Systeme und ermöglichen eine schnelle Anpassung an neue Anforderungen.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt im Bereich Künstliche Intelligenz. abat+ bietet Lösungen zur intelligenten Datenverarbeitung und Automatisierung an. Ein zentrales Produkt ist der SupportCommander, ein modulares System auf Basis von Natural Language Processing (NLP), das die Ticketbearbeitung und Kategorisierung automatisiert. Durch KI-gestützte Systeme werden repetitive Aufgaben reduziert und der Supportprozess optimiert, indem ähnliche Tickets erkannt und passende Lösungen vorgeschlagen werden.
Zum Leistungsportfolio gehören zudem die Konzeption und Entwicklung individueller Softwarelösungen. Das Angebot reicht von der Web- bis zur App-Entwicklung und ist auf die digitalen Anforderungen moderner Unternehmen zugeschnitten.

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Handelsabkommen zwischen EU und USA verfestigt die technologische Abhängigkeit Europas

  • Der vereinbarte Zoll von 15 % basiert auf Trumps irreführender Darstellung des Handelsdefizits: Europa importiert jährlich digitale Dienstleistungen im Wert von mehr als 300 Milliarden Euro aus den USA und gleicht damit das Warendefizit aus. Gleichzeitig erhebt die EU bereits deutlich niedrigere Zölle auf viele US-Waren als umgekehrt – zum Beispiel auf Autos.
  • Obwohl die US-Tech-Giganten steuerlich günstiger behandelt werden als ihre einheimischen Konkurrenten – insbesondere KMU -, versäumt es die EU immer noch, eine einheitliche Digitalsteuer auf deren Umsätze auf dem europäischen Markt zu erheben.
  • BITMi und DIGITAL SME fordern die Europäische Kommission und die Mitgliedstaaten auf, das Abkommen während der bevorstehenden Detailverhandlungen zu überarbeiten, um die strategische Autonomie Europas zu schützen und seine eigene technologische Basis zu stärken.

Das kürzlich von der Europäischen Kommission angekündigte Handelsabkommen mit den Vereinigten Staaten birgt die Gefahr, dass die europäische Wirtschaft in eine noch stärkere Abhängigkeit von amerikanischen Lieferanten gerät. Die Vereinbarung, die Einfuhren von verflüssigtem Erdgas, KI-Chips und militärischen Produkten aus den USA in die EU zu erhöhen, wird erhebliche Investitionen aus Europa in die US-Industrie lenken – auf Kosten des Aufbaus europäischer Kapazitäten. Gleichzeitig setzen die Zölle von 15 Prozent auf EU-Exporte viele europäische Sektoren unter Druck und begünstigen gleichzeitig die US-Exporte, die von reduzierten Zöllen profitieren. Im digitalen Sektor bleiben die US-Tech-Giganten unangetastet, obwohl sie steuerlich deutlich günstiger behandelt werden als viele europäische Unternehmen.

Der Deal fällt auch mit dem AI Action Plan der Trump-Administration zusammen. Diese Strategie zielt darauf ab, den digitalen Imperialismus der USA durch den Export des gesamten amerikanischen AI-Stacks – Chips, Software, Cloud und Standards – zu festigen und Verbündete strukturell von der US-Technologie abhängig zu machen. Die angekündigte Bündelung der Exporte von NVIDIA-KI-Chips mit US-amerikanischen Cloud- und Softwarediensten würde die Möglichkeiten Europas, sein eigenes wettbewerbsfähiges digitales Ökosystem zu entwickeln, weiter einschränken. Es ist höchste Zeit, dass die politischen Entscheidungsträger der EU das systemische Risiko der Abhängigkeit Europas von fremdgesteuerten Technologie-Stacks erkennen.

„Die Zollpolitik des Weißen Hauses beruht auf einer verzerrten Sicht der transatlantischen Handelsbeziehungen. Während die USA ein Defizit bei Gütern hervorheben, lassen sie die mehr als 300 Milliarden Euro außer Acht, die Europa jährlich in Form von digitalen Dienstleistungen aus den USA importiert [1]. Dieses Missverhältnis offenbart die strukturelle Dominanz amerikanischer Technologien in der europäischen Wirtschaft, die zu Europas Produktivitätsrückstand beiträgt. Nur mit einer echten Strategie für technologische Autonomie kann Europa seine politische Souveränität zurückgewinnen und seine wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit steigern.“

Dr. Oliver Grün, Präsident der European DIGITAL SME Alliance und des Bundesverband IT-Mittelstand e.V. (BITMi)

Der BITMi und sein Dachverband DIGITAL SME fordern die Europäische Kommission auf, die anstehenden Verhandlungsrunden zu nutzen, um das Abkommen neu auszutarieren. Jede langfristige Vereinbarung muss Maßnahmen zum Schutz der europäischen technologischen Souveränität und einen konkreten Plan zum Aufbau eines europäischen Technologie-Stacks enthalten, der im internationalen Wettbewerb mithalten kann.

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BITMi im Austausch mit Digitalminister Wildberger: Digitale Souveränität braucht den IT-Mittelstand

Berlin, 11. Juli 2025 – Gestern trafen sich die Vorstände des Bundesverband IT-Mittelstand e.V. (BITMi) Dr. Oliver Grün und Christian Gericke mit dem Bundesminister für Digitales und Staatsmodernisierung, Dr. Karsten Wildberger, zu einem intensiven und konstruktiven Austausch in Berlin. Im Zentrum des Gesprächs stand die Rolle des IT-Mittelstands für die Digitale Souveränität Deutschlands sowie die strategische Zusammenarbeit bei zentralen Digitalisierungsprojekten. Der Minister stimmte dabei der Bedeutung mittelständischer Digitalunternehmen für eine selbstbestimmte und innovationsgetriebene Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung und Wirtschaft zu.

Dr. Oliver Grün, Präsident des BITMi, betonte im Anschluss: „Das Meeting war positiv und inspirierend. Einigkeit bestand bei der Bedeutung und Einbindung von guten Soft- und Hardwareprodukten der mittelständisch geprägten Digitalwirtschaft, etwa bei der öffentlichen Beschaffung oder dem Deutschland-Stack.“

Vizepräsident des BITMi, Christian Gericke, ergänzte: „Unsere Kernbotschaft war, dass ein digitales Wirtschaftswunder möglich ist – wenn wir viel mehr als bisher unsere eigene Digitalwirtschaft, hochspezialisierte IT-Unternehmen aus dem Mittelstand, stärken.“

Der BITMi strebt eine kontinuierliche und partnerschaftliche Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS) an, um die Potenziale des heimischen IT-Mittelstands nachhaltig für die digitale Transformation Deutschlands zu nutzen.

Für konkrete Weichenstellungen lesen Sie hier unser Positionspapier zur Bundestagswahl 2025.

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Neue Kooperation für Nachhaltigkeit – Bundesverband Green Software e.V. wird assoziiertes Mitglied des BITMi

Aachen/Karlsruhe, 26. Juni 2025 – Zum Mai ist der Bundesverband Green Software e.V. als assoziiertes Mitglied in den Bundesverband IT-Mittelstand e.V. (BITMi) eingetreten und schließt sich mit 24 Unternehmen dem BITMi-Netzwerk an. Mit dieser neuen Kooperation bündeln die beiden Verbände ihre Kompetenzen für eine nachhaltige Digitalisierung.

„Nachhaltigkeit und Digitalisierung zusammenzudenken, ist ein zentrales Anliegen des BITMi. Umso mehr freuen wir uns, mit dem Bundesverband Green Software e.V. einen starken Partner an unserer Seite zu wissen, der wertvolle Expertise in dieses Thema einbringt. Gemeinsam wollen wir uns für eine umwelt- und klimafreundliche Gestaltung von IT-Produkten und deren Entwicklung einsetzen und damit die Twin Transition weiter vorantreiben“, sagt Nele Kammlott, Vizepräsidentin des BITMi.

„Wir sind überzeugt, mit dem BITMi einen Mitdenker und Mitstreiter gefunden zu haben, um die Verbreitung der Green Software Praktiken in der IT-Branche in Deutschland zu fördern“, kommentiert Aydin Mir Mohammadi, Vorstand des Bundesverband Green Software e.V., die neue Kooperation, „Gemeinsam möchten wir die durch die IKT-Branche erzeugten CO₂-Emissionen reduzieren und eine nachhaltige digitale Zukunft gestalten. In Zusammenarbeit mit der BITMi-Fachgruppe Nachhaltigkeit. Digitalisierung. Zukunftsfähigkeit. Freuen wir uns, innovative aber auch schon bekannte ökologische Lösungen für eine umweltfreundliche IT zu entwickeln bzw. zu fördern.“ Mir Mohammadi wird im BITMi im Präsidium mitwirken.

Der Bundesverband Green Software e.V. verfolgt die Mission, die Anwendung von Standards, Werkzeugen und Best-Practices für Green Software in Deutschland zu beschleunigen. Drei Kernthemen dabei sind Energie-Effizienz, Hardware-Effizienz und Carbon-Awareness. Der Verband bringt diese Themen in Unternehmen, die Software und IT zu ihrem Kerngeschäft zählen.

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Das BITMi-Netzwerk wächst weiter: Die DenktMit eG schließt sich an

Aachen/ Oberursel, 25. Juni 2025 – Die DenktMit eG ist seit Mai assoziiertes Mitglied des Bundesverband IT-Mittelstand e.V. (BITMi). Als Partner bündeln sie ihre Kompetenz, um die souveräne digitale Transformation in Deutschland voranzutreiben.

„Mit der DenktMit eG gewinnen wir ein weiteres starkes Mitglied in unserem Netzwerk. Gemeinsam verfolgen wir das Ziel, die Digitalisierung der deutschen Wirtschaft partnerschaftlich voranzubringen und Innovationen ‚Made in Germany‘ zu stärken. Nur so können wir nachhaltig dazu beitragen, unsere Abhängigkeit von außereuropäischen Technologiekonzernen zu verringern“, erklärt Christian Gericke, Vizepräsident des BITMi.

„Als Genossenschaft für digitale Innovationen ist die Mitgliedschaft im BITMi für uns ein logischer Schritt. Der BITMi bündelt die Interessen mittelständischer IT-Unternehmen in Deutschland und stärkt deren Stimme in Politik und Wirtschaft – ein Anliegen, das wir als DenktMit eG voll und ganz teilen. Durch die Zusammenarbeit mit dem BITMi möchten wir den Austausch innerhalb der Branche fördern, uns aktiv an der Gestaltung der digitalen Zukunft beteiligen und gemeinsam die Innovationskraft des deutschen Mittelstands weiter vorantreiben“, erklärt Markus Homberg, Vorstandsmitglied der DenktMit, „Die Mitgliedschaft bietet uns zudem die Möglichkeit, unsere Expertise in den Bereichen Digitalisierung, IT-Infrastruktur und nachhaltige Technologieentwicklung in ein starkes Netzwerk einzubringen und von wertvollen Synergien zu profitieren. Wir freuen uns darauf, gemeinsam mit dem BITMi die Interessen des IT-Mittelstands zu vertreten und zukunftsweisende Impulse für die digitale Transformation zu setzen.“

DenktMit ist eine Genossenschaft erfahrener IT-Experten, die Unternehmen bei der digitalen Transformation unterstützt. Ihr Fokus liegt auf nachhaltiger Beratung und maßgeschneiderter Softwareentwicklung, wobei sie ihr Know-how an ihre Kunden weitergeben, um deren Innovationskraft zu stärken und Abhängigkeiten zu reduzieren.

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Hauptstadtforum Digitalwirtschaft des BITMi – auf dem Weg zum Digitalen Wirtschaftswunder

Berlin, 5. Juni 2025 – Auf dem Hauptstadtforum Digitalwirtschaft des Bundesverband IT-Mittelstand e.V. (BITMi) diskutierte gestern in Berlin unter dem Thema „Dichter, Denker – Digitalisierer? Deutschland kann mehr!“ Thomas Jarzombek (CDU), Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Digitales und Staatsmodernisierung, als Vertreter der neuen Bundesregierung diskutierte mit Experten aus der Wirtschaft, wie wir jetzt Innovation, Wachstum und Souveränität sichern. „Wir als Verband begrüßen das Aufbruchsversprechen der neuen Bundesregierung. Nun muss dieses Versprechen mit Leben befüllt werden”, eröffnete Nele Kammlott, Vizepräsidentin des BITMi, den Abend.

Digitale Souveränität durch ein Digitales Wirtschaftswunder

Kernthema des Abends war die Digitale Souveränität und mit welchen Schritten die neue Bundesregierung nun systematisch technologische Abhängigkeiten reduzieren kann. Die Notwendigkeit ist klar: „Wir würden uns wünschen, dass die aktuelle US-Regierung berechenbarer wäre. Das zeigt uns, dass wir beim Thema Digitale Souveränität etwas machen müssen“, sagte Jarzombek im Dialog mit BITMi-Präsident Dr. Oliver Grün. „Wichtig ist dabei, dass man eine Wahl hat, was aktuell oft nicht der Fall ist wegen der Lock-In Effekte und der Dominanz der großen Plattformen. Wir werden nicht autark werden und jede Lösung selber bauen können, aber wichtig ist, dass wir zumindest bei zentralen Prozessen eine Alternative haben. Wichtig ist auch, dass wir ein paar Bargaining Chips haben, also Bereiche, in denen andere auch von uns abhängig sind“, erklärte Jarzombek weiter. Das eindeutige Potenzial hierfür sieht Grün im IT-Mittelstand: „Wir können aus dem IT-Mittelstand heraus ein digitales Wirtschaftswunder möglich machen, angelehnt an das Wirtschaftswunder der fünfziger und sechziger Jahre“, so Grün, „Damals haben mittelständische Unternehmen mit exzellenten Nischenlösungen Weltmarktführerschaft erlangt. Das ist nun auch wieder möglich – mit spezialisierten digitalen Lösungen ‚made in Germany‘“.

Exemplarisch für das Kredo „Digitale Souveränität made in Germany“ standen Lars Moll, CEO und Co-Founder von NENNA.AI, spezialisiert auf Datensicherheit bei der KI-Nutzung, und Marcus Jeschke, Geschäftsführer der CapeVision GmbH, spezialisiert auf elektronische Rechnungsstellung, auf der Bühne. „Datensouveränität ernst zu nehmen, bedeutet auf europäische KI zurückzugreifen“, betonte Moll die Rolle von Alternativprodukten aus der heimischen Digitalwirtschaft. Dies gilt insbesondere für öffentliche Auftraggeber, eine der von Jarzombek erwähnten zentralen Stellen, an der dringend digitale Abhängigkeiten reduziert werden müssen. „Öffentliche Auftraggeber brauchen den Mut, auf kleine und mittlere Unternehmen aus Deutschland zu setzen“, so Jeschke.

Auf die gesamte Breite der deutschen Digitalwirtschaft setzen

Für das Ziel der Digitalen Souveränität stehen also Wirtschaft und Politik in den Startlöchern. Nun heißt es, die deutsche Digitalwirtschaft in ihrer ganzen Breite zu mobilisieren. „Aus unserer Sicht ist die Gleichsetzung von Digitaler Souveränität mit Open Source, wie sie wiederholt – ins Besondere im Zusammenhang mit öffentlichen Vergaben – getroffen wird, hinderlich für einen schnellen Abbau digitaler Abhängigkeiten. Denn damit bleibt ein Großteil unserer Digitalwirtschaft ungenutzt. Wir als Verband vertreten die Meinung, dass wir für dieses große Unterfangen auf unsere gesamte Digitalwirtschaft, unabhängig vom Lizensierungsmodell, setzen müssen“, sagte Grün. Und auch Jarzombek äußerte sich kritisch: „Wenn wir Souveränität wollen, müssen wir bei Vergaben gucken, ob so ein Paradigma, Open Source bevorzugen zu wollen, umsetzbar ist. Denn wir wollen ja auch die Weiterentwicklung von Lösungen ermöglichen, an denen die Unternehmen Geld verdienen und mit denen sie einen größeren Markt erreichen können.“

Rückenwind für IT-KMU: Bürokratie und Regulierungen abbauen

Neben dem Potenzial des IT-Mittelstands sind allerdings auch die Hürden für ihren Erfolg nicht zu übersehen – allen voran die Belastung durch Regulierungen und Bürokratie, wie auch das auf dem Hauptstadtforum Digitalwirtschaft präsentierte digitalpolitische Stimmungsbild aus dem IT-Mittelstand auf drastische Weise zeigt. Der Auftrag für die neue Bundesregierung ist klar und, wie Jarzombek signalisiert, auch von ihr angenommen worden: die deutsche Digitalwirtschaft braucht jetzt Rückenwind aus der Politik – zuallererst den Abbau von Bürokratie und Regulierungen. Der BITMi hält die neue Bundesregierung an, diesem Auftrag zu folgen, den IT-Mittelstand zu mobilisieren und damit ein Digitales Wirtschaftswunder zu schaffen. Denn in den Worten von Urs Meier, ehemaliger FIFA-Schiedsrichter und Keynote-Speaker des Abends: „Visionen ohne Taten sind Träume, Taten ohne Visionen sind verlorene Zeit, aber Visionen und Taten zusammen können die Welt verändern.“

Bildunterschrift: Zukunftsdialog: BITMi-Präsident Dr. Oliver Grün (links) und Thomas Jarzombek,
Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Digitales und Staatsmodernisierung

 

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BITMi kooperiert mit dem Marktplatz IT-Sicherheit

Wir freuen uns, unsere neue Kooperation mit dem Marktplatz IT-Sicherheit bekannt zu geben.

Unter dem Motto „Gemeinsam für mehr IT-Sicherheit“ ist das Ziel des Marktplatz IT-Sicherheit, alle Unternehmen im deutschsprachigen Raum zu unterstützen und ihre IT-Sicherheit nachhaltig zu gewährleisten. Dazu werden wichtige Informationen, umfassendes IT-Sicherheitswissen, interaktive Listen und nützliche IT-Sicherheits-Tools kostenlos zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus bringt der Marktplatz IT-Sicherheit, Anwenderunternehmen und IT-Sicherheitslösungsanbieter zusammen und fördern einen regen Austausch.

Der Grundstein, um unsere Digitale Souveränität und die digitale Wertschöpfung zu sichern, ist IT-Sicherheit. Der Austausch von Expertise und die Vernetzung verschiedener Akteure und Angebote ist zur Stärkung eben dieser IT-Sicherheit unerlässlich. Der Marktplatz IT-Sicherheit bietet genau dafür eine ideale Plattform.
Zu seinen vielfältigen Angeboten gehören:

  • der Ratgeber – Aktuelle Empfehlungen zur IT-Sicherheit
  • eine Kostenlose interaktive Awareness-Schulung für Ihre Mitarbeiter
  • kostenlose IT-Sicherheitstools für mehr Schutz
  • das Auswahl-Tool für Personenzertifikate
  • eine Übersicht zu IT-Sicherheitsrecht
  • IT-Sicherheitsstudien – Aktuelle Erkenntnisse für Ihre Sicherheit
  • das IT-Sicherheit Forum – Ihr zentraler Treffpunkt für Datenschutz & Cybersecurity
  • ein Anbieterverzeichnis – IT-Sicherheitsanbieter, die Ihnen helfen können

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BITMi begrüßt Digitalministerium und fordert echten Reformwillen

Aachen, Berlin, 10. April 2025 – Der Bundesverband IT-Mittelstand e.V. (BITMi) begrüßt die zügige Einigung zwischen Union und SPD auf einen gemeinsamen Koalitionsvertrag. Sehr positiv bewertet der BITMi die Einrichtung des neuen Digitalministeriums, dessen Einführung der Verband seit vielen Jahren gefordert hatte. „Wichtig ist, dass dieses Ministerium die notwendige Gestaltungsmacht erhält und beispielsweise auch mit einem Genehmigungsvorbehalt für Digitalvorhaben ausgestattet wird. Positiv bewerten wir zudem, dass die Staatsmodernisierung integraler Bestandteil des Digitalministeriums wird – dies ist der richtige Ansatz für eine erfolgreiche digitale Transformation unseres Staates“, so BITMi Präsident Dr. Oliver Grün heute Morgen.

Besonders positiv bewertet der Verband weiterhin, dass digitale Souveränität als zentrales Leitmotiv verankert wurde, fordert aber bei der Umsetzung mehr Reformwillen: „Es ist ein wichtiges Signal, dass die neue Bundesregierung ihre Digitalpolitik vor allem auf den Abbau technologischer Abhängigkeiten ausrichten will. Ob der Reformwille der Koalition ausreicht, um die notwendige Digitalwende zu vollziehen, muss sich noch zeigen. Hier hilft die erneute politische Fixierung auf Open Source als vermeintlich einzig ‘gute’ Technologie nicht weiter, denn sie blendet aus, dass damit Technologieoffenheit und ein Großteil der realen deutschen Digitalwirtschaft faktisch ausgeschlossen wird. Das ist weniger zukunftsgewandt als vielmehr ein Rückgriff auf eine idealisierte Vergangenheit, in der Technologie vor allem moralisch bewertet wurde. Wir müssen zur Digitalisierung des Staates dringend auf die besten Produkte mit Europarechtstreue, also ‘made in Germany’ und ‘made in Europe’ setzen, egal wie das Lizenzierungsmodell ist. So kann die Marktwirtschaft helfen, digitale Souveränität zu erreichen”, so Grün abschließend.

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Offener Brief: BITMi und Europäische Industrie fordern EuroStack zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der EU

In einem offenen Brief an die Europäische Kommission fordert der Bundesverband IT-Mittelstand e.V. (BITMi) gemeinsam mit seinem Dachverband, der DIGITAL SME Alliance, und nahezu 100 europäischen IT-Unternehmen und -Verbänden entschlossenes Handeln bei der EuroStack-Initiative, um die Digitale Souveränität Europas zu gewährleisten. Der Brief, der an die Präsidentin der Europäischen Kommission Ursula von der Leyen und die Exekutiv-Vizepräsidentin Henna Virkkunen gerichtet ist, warnt, dass Europa ohne sofortige und radikale Maßnahmen innerhalb von drei Jahren nahezu vollständig von außereuropäischen Technologien abhängig sein wird. Er fordert daher eine solide Industriestrategie, um die Abhängigkeit Europas von außereuropäischen digitalen Infrastrukturen, insbesondere aus China und den USA, zu verringern und seine Position in der globalen IT-Landschaft zu stärken.

Hier lesen Sie den offenen Brief mit seinen konkreten Forderungen.