Isabel Weyerts Keine Kommentare

IT-Mittelstand zur Bundestagswahl: Jetzt Weichen für ein Digitales Wirtschaftswunder stellen

Aachen, Berlin, 24. Februar 2025 – Nach der gestrigen vorgezogenen Bundestagswahl hält der Bundesverband IT-Mittelstand e.V. (BITMi) die Union und die SPD an, nun schnellstmöglich eine arbeitsfähige Regierungskoalition zu bilden. Denn in der aktuell angespannten wirtschaftlichen Lage können wir uns keine lange Hängepartie leisten. Stattdessen brauchen wir zügig eine zukunftsgewandte Regierung mit einer konsequenten wirtschaftspolitischen Neuausrichtung, in deren Zentrum eine selbstbestimmte Digitalisierung und eine starke heimische Digitalwirtschaft stehen.

„Um unsere internationale Wettbewerbsfähigkeit und unsere Digitale Souveränität zu sichern, brauchen wir nicht weniger als ein neues, ein digitales Wirtschaftswunder. Und das ist möglich: mit einer Politik, die die Meister der Nische unseres mittelständisch geprägten Digitalsektors als wichtigsten Motor für unsere Wirtschaft begreift“, erklärt BITMi-Präsident Dr. Oliver Grün nach der Wahl. “Denn hier liegt das enorme Potenzial, mit spezialisierten digitalen Nischenlösungen neue Weltmarktführer hervorzubringen. Um es zu nutzen, brauchen wir eine Regierung, die bereit für eine grundlegende wirtschafts- und digitalpolitische Neuausrichtung ist: Weg von Regulierungen und Bürokratie und hin zu einer innovations- und mittelstandsfreundlichen Politik. Für diese wichtige Trendwende dürfen wir keine weitere Zeit verlieren.“

In seinem vor der Wahl veröffentlichten Positionspapier „IT-Mittelstand im Fokus: Innovation und digitale Souveränität – made in Germany“ gibt der BITMi konkrete Handlungsempfehlungen für die neue Regierung, um ein Digitales Wirtschaftswunder zu ermöglichen.

Isabel Weyerts Keine Kommentare

BITMi-Positionspapier zur Bundestagswahl: IT-Mittelstand nennt Voraussetzungen für digitales Wirtschaftswunder

Aachen, Berlin, 18. Februar 2025 – Knapp eine Woche vor der Bundestagswahl veröffentlichte der Bundesverband IT-Mittelstand e.V. (BITMi) heute sein Positionspapier „IT-Mittelstand im Fokus: Innovation und digitale Souveränität – made in Germany“ mit Handlungsempfehlungen für die nächste Bundesregierung. Das erklärte Ziel: ein digitales Wirtschaftswunder getrieben durch die Meister der Nische des deutschen IT-Mittelstands.

„Deutschland befindet sich in der schwersten wirtschaftlichen Krise der Nachkriegsgeschichte und fällt gleichzeitig in Sachen Digitalisierung im internationalen Vergleich immer weiter zurück.  Wir brauchen nun eine Kehrtwende. In unserem Positionspapier fordern wir daher eine digitalgetriebene Wirtschaftspolitik, die den Weg für ein neues Wirtschaftswunder ebnet“, kommentiert BITMi-Präsident Dr. Oliver Grün das Papier. „Die Grundlage hierfür ist unsere innovative mittelständisch geprägte Digitalwirtschaft. Diese hat das Potenzial, mit spezialisierten Nischenlösungen neue Weltmarktführer hervorzubringen – und somit die Erfolgsgeschichte des deutschen Mittelstands ins digitale Zeitalter zu übertragen.“

Dafür braucht es eine Politik, die den IT-Mittelstand gezielt fördert und Investitionen in digitale Souveränität ermöglicht statt immer neuer Regulierungen. Um dieses Ziel zu verfolgen, gibt der BITMi in seinem Papier eine Reihe konkreter politischer Handlungsempfehlungen für die Bereiche Wirtschaft, Staat und Gesellschaft.

Hier finden Sie die vier Kernforderungen auf einen Blick.

Lesen Sie hier das BITMi-Positionspapier zur Bundestagswahl 2025 „IT-Mittelstand im Fokus: Innovation und digitale Souveränität – made in Germany“.

Lydia Schauß Keine Kommentare

Neues Format: BITMi-Vorstandssprechstunde ab März

Ab März 2025 haben BITMi-Mitglieder die Möglichkeit, in den direkten Austausch mit dem Vorstand zu treten. In der neuen offenen BITMi-Vorstandssprechstunde können Sie Ihre aktuellen Themen, Herausforderungen und Anregungen einbringen. Diese regelmäßige Sprechstunde findet jeden letzten Freitag im Monat um 13:00 Uhr live via Zoom statt und dauert 60 Minuten. Das Format bietet Mitgliedern die Chance, aktiv an der Verbandsarbeit mitzuwirken, wertvolle Einblicke zu gewinnen und sich noch stärker innerhalb des Netzwerks zu vernetzen.

Den Auftakt macht am 28. März Vizepräsident Christian Gericke.

Hier anmelden.

 

Lydia Schauß Keine Kommentare

Recap: Branchendialog „Fe(male) Power – Gemeinsam die Zukunft der IT gestalten“

Am 5. Februar fand der Branchendialog „Fe(male) Power – Gemeinsam die Zukunft der IT gestalten“ statt. Dabei gab es die Gelegenheit sich über Chancengleichheit, Fachkräftesicherung und die Zukunft des IT-Mittelstands zu informieren und auszutauschen. Organisiert im Rahmen des FEMtential-Projekts, brachte das Event Expertinnen und Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Unternehmen zusammen, um gemeinsam über Wege zur Förderung von Vielfalt und Zusammenarbeit in der IT-Branche zu diskutieren.

Einblicke in das Programm

Zu Beginn begrüßte Christian Gericke (Vorstand des BITMi e.V. | d.velop) die Teilnehmenden und betonte die Relevanz von Chancengleichheit für die Wettbewerbsfähigkeit des IT-Mittelstands. Anschließend gaben Daniela Kozian (BITMi e.V.) und Jana-Madeline Staupe (Prospektiv GmbH) einen Überblick über die bisherigen Erkenntnisse aus dem Projekt FEMtential und nannten Ansätze zur nachhaltigen Fachkräftesicherung.

Im anschließenden Panel „Chancengleichheit gemeinsam gestalten“ wurde aus unterschiedlichen Perspektiven über Herausforderungen und bewährte Maßnahmen zur Förderung von Diversität diskutiert. Unter den Panel-Gästen waren Prof. Dr. Stefan Brandenburg (TU Chemnitz | Mittelstand-Digital Zentrum Fokus Mensch), Christian Geschkat-Stadie (IHK Gfi), Luisa Hendel (qualido GmbH) und Stefanie Wieland (Zendigma Consulting GmbH),.

Wichtige Erkenntnisse und Diskussionsthemen

Ein zentrales Learning des Dialogs fasste Prof. Dr. Stefan Brandenburg zusammen: „Partizipation und Erlebbarkeit bringen den Mitarbeitenden echten Mehrwert.“ In der Diskussion wurde deutlich, dass Unternehmen nicht nur Maßnahmen zur Förderung von Frauen in der IT umsetzen sollten, sondern dass eine ganzheitliche, auf Vielfalt ausgerichtete Unternehmenskultur den größten Mehrwert bringt.

Weitere wichtige Themen waren:

  • Strategien zur Bindung weiblicher Fachkräfte und die Rolle von Netzwerken und Mentoring
  • Maßnahmen für eine offene und inklusive Unternehmenskultur
  • Die Bedeutung von Kooperationen und Best-Practice-Beispielen
  • Wege, um alle Geschlechter stärker in die Diskussion um Chancengleichheit einzubinden

Luisa Hendel berichtete von ihren eindringlichen Erfahrungen als Frau in der IT-Branche und äußerte die Notwendigkeit, „auf den Tisch zu hauen“ und die anhaltenden Ungerechtigkeiten bei Equal Pay deutlicher anzuprangern. Stefanie Wieland schilderte unter anderem die Beobachtung, dass das Model Teilzeit für Mitarbeitende meist weniger lukrativ ist und es nach wie vor zu wenige Stellen für Führung in Teilzeit gibt. Christian Geschkat-Stadie machte deutlich, dass viele Männer die Probleme nicht aus eigener Erfahrung kennen, da ihnen schlichtweg Fragen, die Frauen in Bewerbungsgesprächen gestellt werden, nicht gestellt werden. Dies ist mit ein Grund für das unterschiedliche Bewusstsein für die Ungleichheit.

Fazit und Ausblick

Der Branchendialog hat nachdenklich Impulse geliefert und gezeigt, dass Unternehmen aktiv an Lösungen arbeiten müssen, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben. Nur gemeinsam können Unternehmen Strukturen schaffen, die für alle Mitarbeitenden attraktiv sind.

Wir danken allen Beteiligten für ihre wertvollen Beiträge und freuen uns auf den weiteren Austausch.

Lydia Schauß Keine Kommentare

AI Action Summit in Paris: Europa setzt auf Innovationskraft und Investitionen

Unser Projekt „AIM – Adaption Künstlicher Intelligenz in die Angebote des IKT-Mittelstands“ hat den dritten AI Action Summit in Paris verfolgt. Lesen Sie hier den Bericht von Verena Zyla.

Auf dem Summit herrschte ganz nach dem Motto “Mut bringt Innovation” eine selbstbewusste und optimistische Stimmung gegenüber der künstlichen Intelligenz. Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft über die Zukunft der KI-Entwicklung in Europa.

Ein zentraler Punkt der Diskussion war die Investitionsfreundlichkeit der KI-Entwicklung in Europa. Die allgemeine Stimmung ging dabei in Richtung einer gezielten Deregulierung, um Innovationen voranzutreiben und die Wettbewerbsfähigkeit der EU gegenüber den USA und China zu stärken. Dennoch wurde betont, dass dies nicht zulasten von Sicherheit und ethischen Standards geschehen dürfe.

Als größte Herausforderungen wurden Cyberangriffe, Deepfakes, der hohe Stromverbrauch von KI-Technologien sowie die Notwendigkeit globaler Normen identifiziert. Gleichzeitig wurde Europas Potenzial hervorgehoben, eine Führungsrolle in der Entwicklung ethischer und sicherer KI-Modelle zu übernehmen.

Frankreich präsentierte sich als Vorreiter in der KI-Investitionsstrategie: 109 Milliarden Euro sollen in den kommenden Jahren in die KI-Forschung und -Entwicklung fließen. Diese Summe soll weitere Investitionen anregen und Europa als Innovationsstandort stärken. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen kündigte zudem Milliardeninvestitionen auf europäischer Ebene an, darunter 20 Milliarden Euro für den Aufbau von KI-Gigafabriken.

Ein wichtiges Zeichen setzten die Teilnehmer des Gipfels mit einer gemeinsamen Erklärung zur Entwicklung einer “inklusiven und nachhaltigen” KI. Auffällig war jedoch, dass die USA und das Vereinigte Königreich diese nicht unterzeichneten.

Darüber hinaus wurde eine tiefere Zusammenarbeit mit Indien in den Bereichen KI-Entwicklung, Innovation und Normen vereinbart, um den internationalen Austausch zu stärken und globale Standards voranzutreiben.

Zum Abschluss des KI-Gipfels haben Verbände der Mittelstandsallianz die nächste deutsche Bundesregierung dazu aufgefordert, innerhalb der ersten 100 Tage einen KI-Gipfel einzuberufen. Christian Gericke, Vizepräsident BITMi, sagte: „Deutschland braucht jetzt nicht weniger als ein digitales Wirtschaftswunder. KI ist dabei einer der wichtigsten Wachstumsbooster. Doch China und die USA laufen uns endgültig davon. Statt in dieser Schlüsseltechnologie defensiv zu agieren und unserer eigenen Digitalwirtschaft immer neue Regelungen aufzuerlegen, muss die Agenda der nächsten Bundesregierung voll auf Innovation ausgerichtet sein und KI- und Digitalisierungslösungen ‚made in Germany & Europe‘ beflügeln.“ (BITMi-Pressemitteilung 12.02.2025)

Der AI Action Summit in Paris hat gezeigt, dass Europa bereit ist, eine führende Rolle in der KI-Entwicklung einzunehmen – mit einer Kombination aus gezielten Investitionen, regulatorischer Anpassung und ethischer Verantwortung.

Isabel Weyerts Keine Kommentare

BITMi und weitere Mittelstandsverbände fordern deutschen KI-Gipfel nach der Bundestagswahl

Deutschland braucht ein digitales Wirtschaftswunder

Zum Abschluss des KI-Gipfels in Paris haben Verbände der Mittelstandsallianz – der Bundesverband IT-Mittelstand e.V. (BITMi), der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) und der Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) – die nächste deutsche Bundesregierung dazu aufgefordert, innerhalb der ersten 100 Tage einen KI-Gipfel einzuberufen.

Angesichts der rasanten Fortschritte der Künstlichen Intelligenz in den USA und China müsse Deutschland seine digitale Souveränität stärken, um nicht von den globalen Technologiemärkten abgehängt zu werden.

Sebastian Krauß, Der Mittelstand. BVMW. sagte: „Abgehängt und abhängig – so soll Deutschlands Zukunft in Sachen KI nicht aussehen. Darum muss die neue Bundesregierung schnell handeln und alle relevanten Player an einen Tisch bringen. Wir haben keine Zeit mehr zu verlieren.“

Christian Gericke, Vizepräsident BITMi, sagte: „Deutschland braucht jetzt nicht weniger als ein digitales Wirtschaftswunder. KI ist dabei einer der wichtigsten Wachstumsbooster. Doch China und die USA laufen uns endgültig davon. Statt in dieser Schlüsseltechnologie defensiv zu agieren und unserer eigenen Digitalwirtschaft immer neue Regelungen aufzuerlegen, muss die Agenda der nächsten Bundesregierung voll auf Innovation ausgerichtet sein und KI- und Digitalisierungslösungen ‘made in Germany & Europe’ beflügeln.”

Lydia Schauß Keine Kommentare

BITMi-Projekt „AIPI for All“ gestartet

Aachen, 15. Januar 2025 – Kürzlich startete das internationale Projekt des BITMi „AIPI for All“ (Access International Partnerships in IT for All). Im Rahmen des PartnerAfrika-Programms setzen der Bundesverband IT-Mittelstand e.V. (BITMi) und die ICT Chamber in Ruanda ihre erfolgreiche Zusammenarbeit fort. Ziel des Projekts ist es, benachteiligte Gruppen, insbesondere Frauen, Geflüchtete und junge Menschen in ländlichen Gebieten, durch gezielte Qualifizierungsmaßnahmen in den Arbeitsmarkt des Informations- und Kommunikationssektors zu integrieren. Zu den Kernangeboten zählen praxisnahe Qualifizierungen, um langfristige Beschäftigungsmöglichkeiten im ITK-Sektor zu schaffen.

„‚AIPI for All‘ ist eine Partnerschaft auf Augenhöhe und bietet einen echten Mehrwert für beide Länder. Durch die Verbindung von Bildung, Technologie und Inklusion schaffen wir Chancen für diejenigen, die sie am meisten brauchen“, freut sich Dr. Geraldine Schmitz, Projektleiterin beim BITMi.

Ziele des Projekts:

  • ruandischen und deutschen IT-Mittelstand stärken
  • Marktzugang erleichtern
  • wirtschaftliche Kooperationen fördern
  • vulnerable Gruppen und IT-Talente für den deutschen Arbeitsmarkt ausbilden
  • Arbeitsplätze schaffen
  • Fachkräftemangel in Deutschland entgegenwirken
  • Outsourcing- und Proof of Konzept-Angebote für deutsche Unternehmen entwickeln

Ruanda gehört zu den am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften Afrikas. Trotz politischer und wirtschaftlicher Reformen ist das Land weiterhin von regionalen und sozialen Ungleichheiten geprägt. Frauen sind im IKT-Sektor stark unterrepräsentiert, obwohl das Land im Global Gender Gap Index 2022 einen Spitzenplatz belegt. Gleichzeitig beherbergt Ruanda über 130.000 Geflüchtete, die besondere Unterstützung benötigen, um Zugang zu Bildung und Arbeitsmarkt zu erhalten.

Die Kooperation zwischen dem BITMi und der ICT Chamber baut auf einem erfolgreichen Vorprojekt auf. „AIPI for All“ legt den Fokus auf nachhaltige Wirkungen durch den Aufbau eines stabilen Netzwerks aus Ausbildungsstätten und Partnerunternehmen. Die ICT Chamber, unterstützt durch Einrichtungen wie FabLab Ruanda und kLab, bringt technologische Ressourcen, Schulungsräume und Mentoring-Programme ein. Internationale Partner, darunter deutsche Unternehmen, ergänzen das Netzwerk.

Mitmachen und profitieren

IT-Unternehmen aus Deutschland sind eingeladen, Teil des Projekts „AIPI for All“ zu werden, die Entwicklung des IKT-Sektors in Ruanda aktiv zu unterstützen und Fachkräfte und neue Märkte zu erschließen. Für weitere Informationen zu Kooperationsmöglichkeiten schreiben Sie eine Nachricht an Projektleiterin Dr. Geraldine Schmitz (geraldine.schmitz@bitmi.de).

Weitere Informationen finden Sie unter: https://bitmi.de/projekte/aipi-for-all/

Iris Albertin Keine Kommentare

IT-Sicherheitsblog // Eine Einführung zu Self-Sovereign Identity: Die Identitätskrise im digitalen Zeitalter

Die Evolution des Internets hat unsere Interaktion mit der digitalen Welt und den Umgang mit unserer Identität entscheidend geprägt. In der Ära des Web 1.0 war das Internet ein „read-only”-Raum, in dem Nutzer hauptsächlich Inhalte konsumierten, ohne sich persönlich einzubringen. Identität spielte dabei kaum eine Rolle, da sich die Interaktionen auf einfaches Surfen und statische Websites beschränkten.

Mit dem Aufkommen des Web 2.0 wurde das Internet zu einer interaktiven, nutzerorientierten Umgebung. Soziale Medien, E-Commerce-Websites und Online-Dienste boomten und machten die persönliche Identität zu einem zentralen Bestandteil der Online-Interaktionen. Diese Veränderung hatte jedoch einen Preis: den Aufstieg zentralisierter Plattformen, die die Nutzerdaten kontrollierten. Unternehmen wie Facebook, Google und andere wurden zu Gatekeepern unserer digitalen Identitäten, sammelten riesige Mengen an persönlichen Informationen und monetarisierten diese. Die Nutzer mussten für mehr Komfort ihre Privatsphäre und Eigentumsrechte opfern, was zu erheblichen Bedenken hinsichtlich Datenverstößen, Überwachung und Missbrauch personenbezogener Daten führte.

Mit dem Übergang zu Web 3.0 entsteht nun ein neues Modell. Diese Version des Internets basiert auf Dezentralisierung und mehr Selbstbestimmung für die Nutzer, um die Abhängigkeit von zentralen Stellen für die Daten- und Identitätsverwaltung zu überwinden. Im Gegensatz zu den zentralisierten Systemen des Web 2.0 legt das Web 3.0 den Schwerpunkt auf direkte Peer-to-Peer-Interaktionen, bei denen die Nutzer mehr Kontrolle über ihre persönlichen Daten behalten. Dieser Wandel priorisiert Transparenz, Selbstverwaltung und Datenschutz und bietet die Möglichkeit, die Verwaltung digitaler Identitäten zu überdenken.

Hier kommt Self-Sovereign Identity (SSI) ins Spiel – ein revolutionärer Ansatz für das Identitätsmanagement, der die Werte des Web 3.0 verkörpert. Durch den Einsatz sicherer und verteilter Technologien verspricht SSI eine Zukunft, in der Sie und nur Sie allein Eigentümer Ihrer Daten sind. Es eliminiert Zwischenhändler, verbessert den Datenschutz und bietet Einzelpersonen die Möglichkeit, ihre Identitäten in einem dezentralen Ökosystem unabhängig zu verwalten.

Was ist selbstbestimmte Identität?

Selbstbestimmte Identität (SSI) ist ein dezentrales Identitätsmodell, das es Einzelpersonen ermöglicht, ihre persönlichen Daten zu besitzen, zu kontrollieren und zu teilen, ohne sich auf zentralisierte Akteure verlassen zu müssen. Im Gegensatz zu herkömmlichen Systemen, bei denen Identitätsdaten von Organisationen gespeichert und verwaltet werden, ermöglicht SSI den Benutzern, ihre Anmeldedaten sicher in einer digitalen Geldbörse zu speichern und sie direkt mit vertrauenswürdigen Parteien zu teilen.

Im Kern hält sich SSI an drei Grundprinzipien:

  1. Benutzerkontrolle: Einzelpersonen haben die volle Kontrolle über ihre Daten.
  2. Privacy by Design: SSI minimiert die Weitergabe von Daten und stellt sicher, dass nur notwendige Informationen offengelegt werden.
  3. Portabilität und Interoperabilität: Anmeldedaten können plattformübergreifend verwendet werden, ohne dass eine Abhängigkeit von bestimmten Anbietern besteht.

So funktioniert SSI

SSI nutzt modernste Technologien, um ein dezentrales und sicheres Identitäts-Ökosystem zu schaffen. Hier ist eine vereinfachte Übersicht über seine Komponenten:

  • Decentralized Identifiers (DIDs): Eindeutige Identifikatoren, die nicht an zentralisierte Datenbanken gebunden sind. DIDs bieten eine sichere und flexible Grundlage für die Erstellung und Verwaltung von Identitäten.
  • Verifiable Credentials (VCs): Digitale Zertifikate, die von Einrichtungen (z. B. Regierungen, Universitäten) ausgestellt werden und bestimmte Eigenschaften einer Person belegen. Beispielsweise könnte eine Universität einen verifizierbaren Nachweis für einen Abschluss ausstellen. Ein anderes Beispiel wäre eine Kühlung, die eine VC für ein darin befindliches Produkt ausstellt, um die Temperatur, bei der es transportiert wird, zu überprüfen.
  • Digital Wallets: Sichere Anwendungen, in denen Benutzer ihre DIDs und VCs speichern. Mit diesen Geldbörsen können Einzelpersonen ihre Berechtigungen direkt verwalten und mit anderen teilen.

In der Praxis funktioniert SSI über drei Hauptrollen:

  1. Aussteller: Stellt überprüfbare Berechtigungsnachweise aus (z. B. eine Behörde, die einen Führerschein ausstellt).
  2. Inhaber: Speichert Berechtigungsnachweise in einer digitalen Geldbörse (z. B. Sie, der Benutzer).
  3. Prüfer: Fordert den Nachweis bestimmter Eigenschaften an (z. B. eine Bank, die Ihre Identität für einen Kreditantrag überprüft).

Dieses Ökosystem macht Zwischenhändler überflüssig und reduziert die Risiken, die mit der zentralisierten Speicherung und Übertragung von Daten verbunden sind.

Vorteile von SSI

Für Einzelpersonen
SSI bietet beispiellose Kontrolle und Sicherheit:

  • Datenhoheit: Einzelpersonen entscheiden, welche Informationen sie mit wem teilen möchten.
  • Datenschutz: Personenbezogene Daten werden nur bei Bedarf offengelegt. Beispielsweise können Sie nachweisen, dass Sie über 18 Jahre alt sind, ohne Ihr genaues Geburtsdatum preiszugeben.
  • Sicherheit: Durch den Verzicht auf eine zentralisierte Speicherung wird das Risiko groß angelegter Datenschutzverletzungen verringert.

Für Organisationen
Die Einführung von SSI kann Abläufe vereinfachen und Haftungsrisiken reduzieren:

  • Compliance: Vereinfachte Einhaltung von Datenschutzbestimmungen wie DSGVO und CCPA.
  • Kosteneffizienz: Geringere Ausgaben für Identitätsmanagement und -überprüfung.
  • Vertrauen: Erhöhte Transparenz fördert bessere Beziehungen zu den Nutzern.

Anwendungsfälle aus der Praxis
SSI kann in diversen Branchen angewendet werden und bietet innovative Einsatzmöglichkeiten:

  • Behördliche Dienstleistungen: Digitale Ausweise ermöglichen einen sicheren Zugang zu öffentlichen Dienstleistungen und Steuererklärungen.
  • Gesundheitswesen: Patienten können ihre medizinischen Unterlagen sicher mit Ärzten teilen und gleichzeitig ihre Privatsphäre wahren.
  • Bildung: Universitäten können überprüfbare Abschlüsse ausstellen, wodurch die Überprüfung von Zeugnissen für Arbeitgeber nahtlos möglich wird.
  • Finanzen: Banken können ihre Know-Your-Customer-Prozesse (KYC) optimieren und so Betrugsfälle und Onboarding-Zeiten reduzieren.
  • E-Commerce: Nutzer können ihre Identität oder Mitgliedschaft nachweisen, ohne sensible Daten auf mehreren Plattformen zu speichern.

Herausforderungen und Einschränkungen

Trotz seines Potenzials steht SSI vor erheblichen Hürden:

  • Fehlende Standards: Obwohl Initiativen wie DID und Verifiable Credentials des W3C entstehen, befinden sich universelle Standards noch in der Entwicklung.
  • Interoperabilitätsprobleme: Die nahtlose Funktionsweise von SSI-Systemen über Plattformen und Rechtsräume hinweg bleibt eine Herausforderung.
  • Benutzerfreundlichkeit: Nicht-technisch versierte Nutzer könnten Schwierigkeiten haben, digitale Geldbörsen zu nutzen und dezentrale Systeme zu verstehen.
  • Widerstand von Altsystemen: Zentralisierte Identitätsanbieter könnten sich gegen die Einführung wehren, da sie einen Verlust an Kontrolle oder Einnahmequellen befürchten.

Um diese Herausforderungen zu bewältigen, ist eine Zusammenarbeit zwischen Regierungen, Organisationen und Technologieentwicklern erforderlich, um robuste, benutzerfreundliche Systeme aufzubauen.

Die Zukunft von SSI

Angesichts zunehmender Datenverstöße und Datenschutzbedenken dürfte die Nachfrage nach SSI steigen. Neue Rahmenwerke und Technologien legen den Grundstein für eine breite Einführung. Regierungen und Branchen weltweit beginnen, das Potenzial von SSI zu erkunden, vom europäischen eIDAS-Rahmenwerk über die Schweizer E-ID bis hin zu Pilotprojekten im Gesundheits- und Finanzwesen.

Die langfristige Vision für SSI ist ehrgeizig: Eine Welt, in der Identität tatsächlich mobil, sicher und unter der Kontrolle des Nutzers ist. Um diese Vision zu verwirklichen, müssen technische und regulatorische Hindernisse überwunden werden, aber die Vorteile sind zu erheblich, um sie zu ignorieren.

Warum SSI für Sie wichtig ist

In einer Welt, die zunehmend von digitalen Interaktionen geprägt ist, stellt die selbstbestimmte Identität einen entscheidenden Schritt zum Schutz der individuellen Rechte und zur Förderung des Vertrauens dar. Indem Sie die Kontrolle über Ihre Identität übernehmen, können Sie im digitalen Zeitalter mehr Sicherheit, Privatsphäre und Freiheit genießen. Dwe Weg hin zu SSI hat gerade erst begonnen, und ihr Erfolg hängt von Bewusstsein, Fürsprache und Akzeptanz ab.

Da sich Einzelpersonen, Organisationen und Regierungen hinter diesem transformativen Modell versammeln, stellt sich nicht die Frage, ob SSI die Zukunft der Identität prägen wird, sondern wann.

Text von pi-lar GmbH

Isabel Weyerts Keine Kommentare

BITMi-Jahresprognose für 2025: IT-Mittelstand zeigt Resilienz und Leistungsstärke

  • Großteil der IT-Mittelständler rechnet mit Umsatzwachstum
  • Verhaltene Prognose für die deutsche IT-Branche
  • Größte Herausforderung für die Digitalbranche ist die schwierige Wirtschaftslage, gefolgt von Bürokratie, Fachkräftemangel, geringer Priorisierung der Digitalisierung und Regulierungen
  • KI auch in 2025 größter Digital-Trend

Aachen, 20. Dezember 2024 – Der IT-Mittelstand geht mit einer verhaltenen Prognose ins neue Jahr, zeigt sich jedoch weiterhin resilient. Das zeigt eine aktuelle Umfrage des Bundesverband IT-Mittelstand e.V. (BITMi). Demnach erwartet die Mehrheit der Befragten ein Umsatzwachstum für das eigene Unternehmen (60 Prozent), aber eine Stagnation (35 Prozent) oder Verschlechterung (21 Prozent) der Situation der deutschen Digitalbranche im Allgemeinen. Als Grund sieht über die Hälfte (59 Prozent) die allgemeine Wirtschaftslage. Als weitere große Herausforderungen für die deutsche Digitalbranche werden von etwa einem Viertel Bürokratie und Fachkräftemangel genannt, dicht gefolgt von der geringen Priorisierung der Digitalisierung in Deutschland (42 Prozent) sowie gesetzlichen Regulierungen (41 Prozent).

„Die angespannte Wirtschaftslage und die bislang geringe Priorität, die der Digitalisierung – insbesondere in der Politik – beigemessen wurde, spiegeln sich deutlich in den Erwartungen des IT-Mittelstands für das kommende Jahr wider. Umso bedeutsamer ist die Erkenntnis, dass kleine und mittelständische Unternehmen, die den Großteil unseres Digitalsektors bilden, weiterhin resilient und leistungsfähig sind. Hier liegen enorme Potenziale, die es gezielt zu fördern gilt“, betont Dr. Oliver Grün, Präsident des BITMi, angesichts der Umfrageergebnisse. „Die von den Unternehmen genannten Herausforderungen – Bürokratie, Regulierungen und Fachkräftemangel – verdeutlichen die dringenden Weichenstellungen, die nötig sind, um der Digitalwirtschaft in den kommenden Jahren neuen Schwung zu verleihen. Mit Blick auf die bevorstehenden Wahlen erwarten wir von einer künftigen Regierung, dass digitale Themen endlich die Aufmerksamkeit erhalten, die sie verdienen“, so Grün abschließend.

Im Vergleich zum Vorjahr bleibt die Prognose des IT-Mittelstands weitgehend unverändert. Dennoch zeigt sich eine leichte Entspannung in einer der größten Herausforderungen: dem Fachkräftemangel, der mittelständische IT-Unternehmen seit Jahren besonders belastet. So gaben in diesem Jahr 44 Prozent der Unternehmen an, keine unbesetzten IT-Stellen zu haben – eine deutliche Verbesserung gegenüber Ende 2023, als fast 80 Prozent noch über offene Stellen berichteten.

Der größte Digital-Trend des neuen Jahres wird, wie auch in den vergangenen zwei Jahren, Künstliche Intelligenz bleiben. Die überwältigende Mehrheit ist davon überzeugt, dass uns deren Einbindung, Weiterentwicklung und Sicherheit auch im neuen Jahr beschäftigen wird.

Sehen Sie hier die vollständigen Umfrageergebnisse.

Isabel Weyerts Keine Kommentare

BITMi-Präsident Oliver Grün als Präsident des europäischen Dachverbandes des IT-Mittelstandes wiedergewählt

Aachen/Brüssel, 19. Dezember 2024 – In der vergangenen Woche wurde Dr. Oliver Grün, Präsident des Bundesverband IT-Mittelstand e.V. (BITMi), als Präsident dessen Dachverbands, der European DIGITAL SME Alliance wiedergewählt. Er steht damit dem größten Netzwerk von IT-Mittelstandsunternehmen in Europa vor und repräsentiert über 45.000 Unternehmen aus 29 nationalen und regionalen KMU-Verbänden aus den EU-Mitgliedstaaten und den Nachbarländern. Die Allianz fördert die Entwicklung von Innovationen in ganz Europa und bietet ein starkes Netzwerk für IT-Unternehmen. Grün will sich gemeinsam mit den anderen Vorstandsmitgliedern für kleine und mittelständische IT-Unternehmen und deren Bedeutung für die digitale Transformation in Europa einsetzen.

Als Vizepräsidenten wurden Amandine Laveau Zimmerle (Frankreich), Fabio Massimo (Italien), José Luis Pancorbo (Spanien), George Brashnarov (Bulgarien), Mark Jordan (Irland) und Andrei Kelemen (Rumänien) gewählt.

„In Deutschland wie auch in Europa sind es die kleinen und mittelständischen IT-Unternehmen, die das größte Potenzial für eine souveräne digitale Transformation haben. Deswegen freue ich mich sehr, mich als Präsident der European DIGITAL SME Alliance erneut für deren Belange stark zu machen“, sagte Grün nach der Wahl. „Denn auch die Hemmnisse für IT-KMU – Bürokratie, eine enorme Regulierungslast, Fachkräftemangel – bestehen europaweit und müssen auf EU-Ebene entschlossen angegangen werden, damit wir die digitale Zukunft aus der Stärke unserer eigenen Digitalwirtschaft heraus gestalten können“, erklärte Grün.

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