Aachen/Berlin, 07. Mai 2020 – Vor dem Hintergrund der weiteren Lockerungen der Corona-Maßnahmen fordert der Bundesverband IT-Mittelstand e.V. (BITMi) Investitionen für Digitales, um die Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen. Vor allem kleine und mittelständische Unternehmen sollten Zuschüsse für ihre Digitalisierung erhalten und damit ihre Zukunft sowie die mehr als eine Million Arbeitsplätze der Digitalwirtschaft sichern.
„Zum Anschub der Wirtschaft brauchen wir nun keine weitere Abwrackprämie für Autos. Vielmehr fordern wir eine Digitalprämie“, betont der BITMi Vorstand einstimmig. Mit einer Digitalprämie sollten Investitionen bis zu 100.000 Euro einen 20%-Zuschuss erhalten, wenn sie zur digitalen Transformation eines Unternehmens beitragen. Dies können beispielsweise eine neue Software und Hardware oder die Weiterbildung von Mitarbeitern sein. Es sei sinnvoller, Subventionen bei Investitionen in die Zukunft zu vergeben, statt bei Investitionen in die Neuanschaffung eines Automobils, so der BITMi Vorstand.
„Viele mittelständische Unternehmen verstehen die aktuelle Situation auch als Chance, ihre Geschäftsmodelle und Angebote zu überdenken und auf ein neues, digitales Level zu heben. Diese Entwicklung gilt es zu unterstützen“, betont Andera Gadeib, Vizepräsidentin des BITMi.
„Mit einer Digitalprämie helfen wir nicht nur dabei, die Wirtschaft jetzt akut anzuschieben. Das ist auch eine Investition in die digitale Souveränität Deutschlands und Europas, in die Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen“, betont BITMi Vizepräsident Martin Hubschneider.
„Eine Digitalprämie unterstützt auch die Digitalwirtschaft als Querschnittsbranche und hilft damit dem gesamten Mittelstand bei seiner Zukunftssicherung. Es ist nicht nachvollziehbar, weshalb nun wieder eine Unterstützung als Abwrackprämie für eine einzelne Branche diskutiert wird, die mit stagnierender Tendenz inzwischen weniger Arbeitsplätze als die wachsende Digitalwirtschaft stellt und zuletzt nicht mit Zukunftsprojekten geglänzt hat.“, ergänzt BITMi Präsident Dr. Oliver Grün.
BU: BITMi Vorstände Martin Hubschneider, Andera Gadeib, Dr. Oliver Grün (v.l.n.r.) Quelle: BITMi Archiv

In einer Blitzumfrage haben wir ein Stimmungsbild unserer Mitglieder zur Corona-Krise erhoben. Die Erfahrungen unserer Mitglieder spiegeln dabei ein zweigeteiltes Bild wider: Einerseits sind viele Unternehmen teils stark negativ betroffen, andererseits gibt es auch Mitglieder, die gerade jetzt viele Anfragen erhalten. So offenbaren sich auch viele Chancen in der Krise, mit Hilfe der Digitalisierung das Leben und Arbeiten weiter aufrecht zu erhalten.
63% der befragten IT-Mittelständler verzeichnen schon jetzt Umsatzeinbuße. Im Ausmaß zeigt sich auch hier differenziertes Bild: 36% der BITMi-Mitglieder berichten von einem Rückgang bis zu 25% des Umsatzes. Weitere 22 % der Unternehmen geben einen Rückgang von bis zu 50% an, während bei knapp 20% der IT-Mittelständler die Umsatzeinbuße bei über 50% liegen. Trotz dieses teils drastischen Rückgangs mussten erst 28% der befragten Unternehmen Kurzarbeit anmelden. Genauso verhält es sich mit den Hilfsangeboten vonseiten der Regierung. Bisher haben erst 27% der teilnehmenden IT-Mittelständler Hilfsangebote des Landes oder des Bundes in Anspruch genommen.