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Changemaker Paul Nagel über Gleichstellung

Im Rahmen des Projektes FEMtential wurden Interviews mit Männern geführt, die sich für Frauen in der IT und Chancengleichheit engagieren und als Changemaker hier von Ihren Erfahrungen berichten. Hier stellen wir Paul Nagel von der Adito Software GmbH vor. 

CHANGEMAKER-STECKBRIEF:

Name: Paul Nagel

Position: Head of Professional Service

Unternehmen: Adito Software GmbH

Branche: Die Adito Software GmbH entwickelt seit mehr als 35 Jahren CRM-Systeme.

Standort: Geisenhausen

Beschäftigte ca. 150 Beschäftigte

 

Vielfalt der Perspektiven im Team
„Es ist wertvoll, immer unterschiedliche Perspektiven im Team zu haben. Männer und Frauen unterscheiden sich in Arbeitsweise und Vorgehen – beide Blickwinkel braucht es, um ein Problem richtig anzugehen.“

Frauen im Projektmanagement und Vertrieb
„Gerade im Kundenkontakt und in der Steuerung von Teams ist die Feinfühligkeit und Empathie einer Frau extrem wertvoll. Deshalb habe ich bewusst versucht, auch Frauen auf diesen Positionen zu besetzen.“

Frauen als Entwicklerinnen willkommen
„In meinem Team ist die Lead-Entwicklerin eine Frau. Unser Verhältnis liegt bei etwa 1 zu 2.“

Ursache liegt in der Sozialisation
„Vielleicht liegen die Ursachen schon vor dem Arbeitsleben. Mädchen interessieren sich oft mehr für Menschen, Jungen mehr für Dinge. Deshalb entscheiden sich Jungen eher für Entwicklerjobs. Wenn Frauen sich aber für IT entscheiden, sind die Hürden in modernen Unternehmen heute gering.“

Genderneutrale Unterstützung
„Wir unterstützen alle Mitarbeitenden gleich – unabhängig vom Geschlecht. Ein Mann in meinem Team war zwei Jahre in Elternzeit und steigt jetzt mit sieben Stunden die Woche wieder ein. Genau dieselbe Flexibilität bieten wir auch Frauen.“

Männer-Themen bei Gleichstellung
„Elternzeit, Teilzeit, Work-Life-Balance, Flexibilität – das sind Themen, die Männer genauso betreffen. Wie kann ich als Mann durchsetzen, dass ich ein Jahr in Elternzeit gehe? Und wie vereinbare ich, nicht der Hauptverdiener zu sein, sondern in Teilzeit zu arbeiten und mich um Familie zu kümmern?“

Männer profitieren auch
„Auch Männer brauchen mehr Chancengleichheit – zum Beispiel bei Elternzeit, Teilzeit, Work-Life-Balance. Es sollte normal sein, wenn ein Mann sagt: ‚Ich gehe ein Jahr in Elternzeit‘ oder ‚Ich arbeite Teilzeit und kümmere mich um die Familie‘.”

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KI Innovationen fördern lassen – AIM macht es möglich

Unser Innovationsnetzwerk AIM startet Anfang 2026 in die zweite Förderphase und hat noch Kapazitäten für drei weitere Unternehmen. Mit AIM können Sie Ihre KI-Innovationen fördern lassen und profitieren von aktuellen Brancheninsights. 

Das Innovationsnetzwerk AIM setzt sich aktuell aus 12 Unternehmen und sechs Forschungseinrichtungen zusammen.

Ihre Vorteile auf einen Blick:

  • wertvolle Insights zu KI-Regulatorik, KI-Leitplanken und KI-Geschäftsmodellen
  • Zugang zu KI-Tech-Wissen aus erster Hand
  • regelmäßige Netzwerktreffen auf Ebene der Geschäftsführenden, KI-Beauftragten und Softwareentwickelnden
  • Vernetzung mit Forschungseinrichtungen
  • Sofort ein Projektvorhaben entwickeln und Förderfähigkeit prüfen lassen

Wenn Sie dabei sein möchten, schreiben Sie bis zum 02.12. an Janek Götze – die Formalitäten klären wir anschließend.

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Changemaker Don über Leadership und Doppelspitzen

Im Rahmen des Projektes FEMtential wurden Interviews mit Männern geführt, die sich für Frauen in der IT und Chancengleichheit engagieren und als Changemaker hier von Ihren Erfahrungen berichten. Hier stellen wir Don von cover.mesh vor. 

CHANGEMAKER-STECKBRIEF:

Name: Don Rorlach

Position Co-Gründer & IT-Leiter

Unternehmen cover.mesh (Digitalisierungs-Unit der Ecclesia Gruppe)

Branche: Das Unternehmen ist die Digitalisierungs-Unit der Ecclesia Gruppe und entwickelt datengetriebene Risk- und Insurance-Lösungen.

Standort Berlin

Beschäftigte ca. 17 Beschäftigte

Gemeinsame Gründung in Doppelspitze
„Ich habe cover.mesh gemeinsam mit meiner Co-Gründerin aufgebaut – von der Konzeptionsphase bis zum Launch. Von Anfang an war klar: Wir machen das als Co-Spitze, eine Frau und ein Mann. Das ist in unserer Branche extrem ungewöhnlich.“

Mehrwert durch unterschiedliche Perspektiven
„Die letzten drei Jahre mit meiner Co-Gründerin waren extrem wertvoll – Frauen gucken oft anders auf gewisse Themen, auch mit einer anderen Führungsperspektive. Dieser Unterschied bringt echten Mehrwert.“

Unterschiedliche Stärken im Leadership
„Ich sehe Dinge oft eher prozess- und technikorientiert. Meine Co-Gründerin brachte dagegen die Perspektive ein: ‚Wie tickt die Mitarbeiterin oder der Mitarbeiter?‘ – Das ergänzt sich perfekt.“

Förderung im Alltag statt Programme
„Wir haben kein spezielles Förderprogramm, aber wir unterstützen im Alltag: Zeit und Ressourcen stellen wir bewusst zur Verfügung. Und wir greifen nicht in die Klischeekiste à la ‚Frauen sind für Marketing‘.“

Frauen sollten lauter sein
„Mein Wunsch an Frauen in der IT: lauter sein. Sich Dinge zutrauen, sichtbar werden, auch mal Werbung für sich selbst machen. Sichtbarkeit schafft Entwicklungsmöglichkeiten – fachlich oder auf der Karriereleiter.“

Nerd-Faktor verliert an Schrecken
„Die klassische Nerd-Atmosphäre der 80er und 90er gibt es kaum noch. Heute ist IT oft Wohlfühlatmosphäre, und Nerd sein ist mittlerweile eher cool – fast wie die neuen Hipster.“

Bewerbungen weiterhin männerlastig
„Aus Arbeitgeberperspektive ist das extrem auffällig: 90 % der Bewerbungen sind von Männern. Je mehr es weggeht von reiner IT-Programmierung, desto mehr geht es Richtung 50/50.

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KI für eine effizientere Photonik

Wie kann Künstliche Intelligenz (KI) zur Wertschöpfung in der Laserfertigungstechnik und im Optikdesign beitragen? Welche Ansätze gibt es und was fehlt, um das Potenzial zu heben? Eine von SPECTARIS organisierte und vom Fraunhofer ILT sowie dem Bundesverband IT-Mittelstand e.V. in Berlin unterstützte Konferenz am 1. und 2. Oktober 2025 in Berlin lieferte Antworten.

Pünktlich zum Start des Referats »DWII2 – Künstliche Intelligenz« im neuen Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS) richtete SPECTARIS die Konferenz »KI in der Photonik – Mehr Wertschöpfung in Laserfertigungstechnik & Optikdesign« aus. Für Referatsleiterin Evelyn Graß markierte dieser 1. Oktober also einen doppelten Aufbruch. »Wir wollen eine KI-Nation werden!«, zitierte sie den Koalitionsvertrag. KI werde Vieles umwälzen und die Karten für die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen und Staaten neu mischen. Daher müsse KI Chefsache werden. Die Ausgangslage sieht Graß positiv: »Wir haben hochwertige Daten aus unseren industriellen Prozessen, deren Wert es zu erkennen und zu nutzen gilt«. Sie freue sich, dass die Photonik diese Aufgabe entschlossen angeht.

Erst kommt die Datenstrategie – dann die KI

Die Konferenz zeigte dann, wie komplex und multidimensional die Herausforderung ist, Daten für KI-Anwendungen nutzbar zu machen. Am Anfang muss laut Stephan Kiene, Leiter des Azure-Geschäfts für öffentliche Auftraggeber bei Microsoft Deutschland, eine Datenstrategie stehen. Noch seien Datensilos verbreitet, die Daten darin unzugänglich und kaum kombinierbar. Er warb für zentrale Datenplattformen, auf denen Fertigungs- und Sensordaten mit Daten des Lifecycle Managements oder der Manufacturing Execution zusammenlaufen. Zudem brauche es genug Rechenleistung für Simulationen, Digitale Zwillinge und rechenintensiv KI-Prozesse.

Das Übergeordnete Ziel: engmaschige möglichst 360°-Qualitätsüberwachung. Viele Referenten schilderten den Bedarf. So auch Martin Stambke, TRUMPF-Produktmanager für Sensorik. Während eine Autotür 70 Schweißnähte habe, seien es bei Batterien und Brennstoffzellenstacks hunderte. Nicht eine davon dürfe fehlerhaft sein. Und während ein Produktionsfehler bei Autotüren mit unter 100 Euro zu Buche schlage, habe eine Batterie zum Zeitpunkt der Schweißprozesse schon mehrere 1.000 Euro Wert. Dr. Jan-Phillip Weberpals, AUDI-Experte für Laserstrahlprozesse, Sensorik und Machine Learning, und Konstantin Ribalko, der Key Account Manager bei Precitec ist, schilderten Ähnliches: »Bei der Zellkontaktierung für Batteriemodule darf trotz einer hohen Bandbreite an Materialdicken und Einschweißtiefen nicht eine der vielen hundert Schweißnähte pro Bauteil schadhaft sein«.

Kosten und Datenvolumina in den Griff bekommen

Es braucht tiefes Prozessverständnis und systematische Qualitätskontrolle, um Ausschuss zu minimieren. Emissionsbasierte Sensoriken, 3D-Bildgebung per Triangulation, Kamera- und OCT-Systeme oder auch Computertomographien (CTs) in und abseits der Fertigungslinien überwachen die Schweißprozesse. Die Prozessüberwachung generiert Unmengen an Daten und hohe Kosten. Beides ist problematisch; dies erst recht in regulierten Branchen, wie Christoph Hauck, Technologie- und Vertriebsvorstand der toolcraft AG berichtete. Er formulierte konkrete Wünsche an KI: Diese sollen ideale Parameterkonfiguration für eine vorausschauende Prozessplanung ermitteln, um Fehlern vorzubeugen. »Auch Echtzeit-Fehlererkennung im Prozess, die den Bedarf an teuren CTs minimiert, würde der Industrie sehr helfen«, erklärte er. Für additive Prozesse wünscht er sich eine automatische Parameteranpassung an neue Pulver-Chargen, Geometrien und Maschinenvarianten, adaptive Echtzeitregelungen sowie eine First-time-Right-Production, um auch bei Losgröße 1 auf Anhieb alle Qualitätsanforderungen erfüllen zu können. Und um in Pulverbettverfahren lastoptimierte Designs umsetzen zu können, seien Prozessstrategien wünschenswert, die nur entlang der Lastpfade perfekte Gefüge schaffen und ansonsten im Speed-Modus arbeiten, um AM-Bauteile schneller und günstiger zu produzieren.

Die Beispiele zeigen: Anwendungen werden komplexer, Bauteile wertiger und die Vielfalt an Verfahren, in denen KI datenbasiert die Prozesse optimieren soll, nimmt zu. Zugleich ist in industriellen Anwendungen Rückverfolgbarkeit gefragt. Nicht nur Hauck ließ durchblicken, wie unbefriedigend der Status-quo ist: die Unternehmen generieren große Datenmengen, die aber zu oft in Datensilos landen. Werden sie genutzt, ist der Erkenntnisgewinn oft gering. Kausalitäten bleiben unklar. Fehlerbewertungen erfolgen manuell und subjektiv. Der Aufwand der Prüfung und Prozessqualifizierung läuft aus dem Ruder. In dieser Problemlage kommt KI wie gerufen.

Datenstrategie und Cloudplattformen

Doch es zog sich durch alle Vorträge, dass die Adaption an die jeweiligen Prozesse eine herausfordernde, interdisziplinäre Aufgabe ist, die Sorgfalt und strategische Klarheit voraussetzt. Das beginnt mit der IT- Infrastruktur. Eigene Rechenzentren und Speicherhardware sind für Unternehmen kaum rentabel und praktikabel. Cloudbasiertes High Performance Computing und cloudbasierte Datenplattformen machen Prozess-, Sensor-, Maschinen- und Prüfdaten nutzbar zu machen, wo sie gerade gebraucht werden – in cloudbasierten Simulationen oder auf produktionsnahen Edge-Computern. Das Nebeneinander zentraler und dezentraler Infrastruktur sowie heterogene Datenformate gilt es strategisch zu managen, damit in Rohdaten schlummernde Mehrwerte nutzbar werden. KI-Tools helfen, die Rohdaten zu harmonisieren. »Je mehr generierte Daten tatsächlich für KI- und Maschine-Learning-Modelle nutzbar sind, desto besser und realitätsnäher werden sie. Es ist ein selbstverstärkender Prozess, in dem die Datenplattform zum zentralen Innovationstreiber im Unternehmen wird«, sagte Kiene. Doch dieser Prozess zündet nicht in Datensilos.

Die Photonik ist ein Fall für sich. Heterogene Verfahren, ausbaufähige Datenverfügbarkeit und das auf Spezialisten begrenzte Prozessverständnis stellen eigene Anforderungen. Thomas Koschke von der BCT Steuerungs- und DV-Systeme und Max Zimmermann vom Fraunhofer ILT beschrieben sie anschaulich. Um KI für die Parametrierung und Kontrolle robotisch unterstützter Laser Metal Deposition-(LMD)-Prozesse zu trainieren, mussten sie die Datengrundlage selbst schaffen. »Für gute LMD-Ergebnisse muss man viele, oft wechselwirkender Parameter einstellen. Passen etwa Vorschub und Laserleistung nicht zusammen, wird droht Überhitzung oder das Pulver schmilzt nicht richtig. Beides wirkt sich auf die Qualität aus«, erklärte es Koschke an zwei der vielen Parameter. Für eine optimale Parametrierung alle Varianten zu testen, ist nicht praktikabel. KI sollte deshalb die Prozess-Einrichtung unterstützen – und dann auch gleich die inline-Prozessüberwachung.

Wenn es ins Detail geht, zählt der exakte Zeitstempel

Der Weg zur mittlerweile erreichten Serienreife war jedoch steinig. Beim Generieren der Daten, mit denen die KI die Fehlererkennung und Prozesskontrolle lernen sollte, steckte der Teufel im Detail. Zwar ordnete BCT-Software Bilder, Messwerte der Temperatur, Laserleistung, Spannung und weitere Sensordaten der Topologie des Bauteils zu, um Daten visualisieren zu können. Doch schon beim Aufbereiten der Daten in einheitliche Formate, Maßstäbe und Skalen fiel auf, dass es Probleme gab. Zeitstempel stimmten nicht. Eine verstellte Düse verfälschte die Daten und es gab weitere Unstimmigkeiten. »Es kommt schon bei der Datenerhebung aufs Detail an«, mahnte Koschke. »Mit schlechten sind kaum gute Vorhersageergebnisse zu erwarten«, ergänzte Zimmermann.

Es gab ein weiteres Problem: Auffälligkeiten waren teils nicht auf Prozessfehler, sondern auf fehlerhafte Sensorkonfigurationen zurückzuführen. »Ehe der Aufbau des Datenmodells mit In-Situ- und Ex-Situ-Daten aus metallographischen Analysen und CTs beginnt, müssen alle Unstimmigkeiten geklärt sein«, erklärte Zimmermann. Doch sind alle Daten zeitlich und räumlich exakt zugeordnet, leitet die KI Hervorragendes. Weil auch das Labeln aufwändig ist, haben die Partner dafür KI- und Prozessexperten zusammenarbeiten lassen. Letztere haben zunächst einige Bilder gelabelt. Damit antrainierte KI hat dann ganze Datensätze bewertet, was die Prozessexperten bei Bedarf korrigiert haben. Im Human-in-the-Loop-Ansatz schuf das Team die nötige Datenbasis, um die KI bis zum Serieneinsatz weiterzuentwickeln.

Auf das Timing kommt es an

Frühzeitige Optimierung ist wichtig, um dann die Komplexität der Datenmodelle steigern zu können. Die präzisen Zeitstempel und exakten Koordinaten auftretender Varianzen sind die Basis, damit das KI-Modell die Wechselwirkung zwischen Laserleistung, Schmelzbad, sowie den physikalischen und mathematischen Größen im Prozess vorhersagen kann – und umgekehrt aus Schmelzbadaufnahmen auf die Laserleistung schließen zu können. So lernt sie zu ermitteln, welche Laserleistung erforderlich ist, um das Schmelzbad konstant zu halten. Das Resultat: homogenere Strukturen im LMD-Prozess zu. »Mit den datenbasierten Vorhersagen bauen wir sauberer auf, kommen den Ziel-Geometrien näher und haben stabilere Prozesse – ganz ohne Regeleingriffe«, berichtete Zimmermann. Das sei wichtig, da jeder Regeleingriff den Prozess beeinflusse und die Stabilität beeinträchtige.

Auch Stambke berichtete von KI-Serieneinsätzen. TRUMPF setzt dabei auf nutzerzentrierte Lösungen, um Beschäftigten in einer Fertigung, die bislang nichts mit KI zu tun haben, deren Potenzial nahezubringen und durch Mehrwerte zu überzeugen. Herkömmliche Bildverarbeitung und deren Algorithmen stoßen in der photonischen Fertigung oft an Grenzen. Dies auch, wenn Laser in Elektromotoren Hairpins verbinden. Deren Kupferoberflächen reflektieren einfallendes Licht sehr stark. Variierende Teilequalität erschweren das Imaging auf Basis konventioneller Grauwert-Algorithmen zusätzlich. Zum Ausrichten der nur 50 – 500 µm kleinen Laserspots braucht die Steuerung der Optik dennoch präzise Lageinformationen der Hairpins. Hier setzt TRUMPF mit neuronalen Netzen an. Ein »KI-Filter« trennt auf Basis semantischer Segmentierung das Bauteil vom Hintergrund: Er reduziert die Grauwertaufnahme auf ein binarisiertes Schwarzweiß-Bild, in dem der Grauwert-Algorithmus die Hairpins zuverlässig erkennt. »Wir schaffen Robustheit, indem wir die Bauteil und Hintergrund trennen und Störeinflüsse herausfiltern«, sagte Stambke. Die Ergebnisse bleiben transparent und Messwert überprüfbar, da vom etablierten Algorithmus ermittelte Koordinaten zugrunde liegen. Tests an 9.500 Hairpin-Paaren belegen die Robustheit: die Kombination von Grauwert-Algorithmus und KI-Filter sorgten für 99,8 Prozent First-Pass-Yield. Die fehlenden 0,2 Prozent waren auf tatsächlich fehlerhafte Paare zurückzuführen. Ausschussteile wurden also schon vor dem Schweißprozess erkannt.

KI zum Selbermachen

Bewusst bezieht TRUMPF die Anwender ein. Nach ersten Projekten mit Pilotkunden war den Entwicklern aufgegangen, dass es suboptimal ist, wenn sie die Modelle nur mit Bildern der Kunden anlernen. »Warum? Weil unsere Kunden ihre Bauteile viel besser kennen als wir«, erklärte er. Daher biete man nun KI zum Selbermachen an. TRUMPF baut ein Trainingssystem, das User in der Lage versetzt, ihr Modell anzulernen. Sie können beispielweise bei der Inbetriebnahme einer Produktionslinie programmieren, dass nach jedem Schweißvorgang automatisch ein Bild gespeichert wird. Die Bilder lassen sich in cloudbasierter Software zum Training des Modells nutzen. Die Nutzerführung ist einfach und Code-frei. Schon nach dem Training mit wenigen Bildern schlägt das System Label vor, die auch hier ein Human-in-the-Loop korrigieren kann. Die KI wird mit jeder Korrektur, jedem Bildersatz und jeder weiteren Klassifizierung genauer. Auch ist es möglich, Grenzwerte im Trainingsmodell, statt erst on-Edge an der Maschine zu definieren – praktikable Hands-on-KI also, anstelle abstrakter KI-Metriken.

Nun arbeitet TRUMPF daran, solche Lösungen auch für komplexe Anwendungen und Multi-Sensorsysteme nutzbar zu machen; etwa beim Schweißen der Bipolarplatten in Brennstoffzellenstacks. Die Platten aus hochlegiertem Stahl zu verbinden ist wegen ihrer komplexen Geometrien, Materialspannungen und der folienähnlichen Stärke von nur 75 – 100 µm eine herausfordernde Fügeaufgabe. Es gilt, mehrere Meter absolut dichter Naht pro Platte bei mehreren hundert Stück pro Stack zu applizieren. »Ist nur eine einzige Verbindung undicht, ist der ganze Stack unbrauchbar«, erklärte Stambke. Die erforderliche 100-Prozent-Prüfung dauere zwei bis drei Minuten. In einer Serienfertigung ist das nicht praktikabel. Deshalb treibt TRUMPF eine KI-gestützte, multisensorische Prozesskontrolle voran. Hierfür müssen viele Sensorsignale zu einer kohärenten Qualitätsaussage fusioniert werden. Die Kombination einer hochfrequenten Kurzwellen-IR-Kamera und einem Mikrofon in Verbindung mit KI zeigt in Versuchen bereits, dass sie undichte Nähte sehr gut detektiert. Bipolarplatten, die das System für dicht befand, waren dicht. Fehlalarme bewegen sich auf dem Niveau bislang eingesetzter, deutlich aufwändigerer Messmethoden. Es könnte also sein, dass KI und Photonik bald auch einen Produktivitätsschub in der Brennstoffzellenproduktion auslösen.

Datengetriebene Innovationen in der Photonik

Prof. Carlo Holly, Leiter des RWTH-Lehrstuhls für Technologie optischer Systeme und Abteilungsleiter Data Science und Messtechnik am Fraunhofer ILT, blickte in seinem Vortrag weiter in die Zukunft. Seine »Gruppe Computational Optics« legt den Fokus auf optische neuronale Netze und auf automatisiertes Optikdesign. »Am Fraunhofer ILT haben wir datengetriebene Innovation fest etabliert«, berichtete Holly. So sei es in LMD-Prozessen gängige Praxis, digitale Zwillinge einzusetzen oder zum Lösen inverser Probleme in der UKP-Materialbearbeitung mit Prozesssimulationen zu arbeiten. Der Trend gehe in Richtung selbstlernender Lösungen sowie zum Einsatz neuronaler Netze in der Qualitätssicherung. Holly treibt dabei die Frage um, inwieweit auch das Optikdesign mit KI-Methoden automatisierbar ist, um Laserstrahlung schnell, effizient und kostengünstig an Fertigungsprozesse adaptieren zu können.

Der Experte skizzierte den Weg vom reinen Data Informed Machine Learning hin zu einem Data & Physics Informed Machine Learning. »Reine Sprachmodelle, die physikalische Inhalte nur aus der Sprache extrahieren – also nur mitlernen, greifen in der Photonik oft zu kurz«, konstatierte er, »weil wir doch häufig schon explizites Wissen über die Physik der Prozesse haben«. Das zu ignorieren und bei Null zu starten, sei ein Umweg. Stattdessen plädiert er für direkte Interaktion der Modelle mit der realen physischen Welt. Denn darin sei der Weg zu autonomen, selbstlernenden Laseranlagen für die Materialverarbeitung methodisch vorgezeichnet. Dieser habe vier Stufen: Design und Modellierung unter Verwendung von multiphysikalischen Modellen, Raytracing sowie CAD-Tools, die immer öfter etwa im Optik-Design oder der Bauteil-Auslegung durch KI unterstützt oder optimiert werden. Die zweite Stufe umfasse Prozessmonitoring und Quality Inspection. Die Inline-Beobachtung liefere bisher aber nur rückblickend Fehlermeldungen und physikalische Abweichungen. Wünschenswert seien aber Vorhersagen. Stufe drei seien daher Prognosen auf Basis immer tieferen Verständnisses der Fehlerursachen. »Dort angelangt liegt der vierte Schritt – der aktive, korrigierende Eingriff in den Prozess nahe«, sagte er. Die Data Science gebe der Photonik sehr mächtige Werkzeuge an die Hand, die auf sehr viele photonische Prozesse anwendbar seien, bilanzierte Holly. Die Zukunft einer KI-unterstützten photonischen Fertigung – sie hat längst begonnen!

Text: Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT

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Online-Masterclass: Designvielfalt nutzen

Designvielfalt nutzen – So gestalten KMU digitale Produkte inklusiv, innovativ und zukunftssicher

Digitale Produkte und Services erfolgreich zu gestalten heißt heute: Vielfalt denken – von Anfang an.
Die kostenfreie Online-Masterclass „Designvielfalt nutzenvom Mittelstand-Digitalzentrum Fokus Mensch zeigt kleinen und mittleren Unternehmen (KMU), wie sie durch inklusives Design innovativere Ideen entwickeln, breitere Zielgruppen erreichen und ihre Angebote langfristig zukunftssicher machen. Wer digitale Angebote barriereärmer, empathischer und nutzerfreundlicher gestaltet,

  • erschließt neue Kundengruppen,
  • stärkt seine Marktposition durch Innovation & Empathie,
  • und schafft Produkte, die für alle Nutzenden funktionieren – unabhängig von Alter, Fähigkeiten oder Technik.

Die Module im Überblick:

  1. Grundlagen & Prinzipien inklusiven Designs
    Erklärvideos und Textbeiträge – 1,5 h
    → Verständnis für Vielfalt, Barrieren und Designprinzipien entwickeln.

  2. Methoden für kreative & diverse Ideenentwicklung
    Praxisvideos, Übungen – 1,5 h
    → Tools und Techniken, um mit Perspektivenvielfalt Innovation zu fördern.

  3. Umsetzung & Testing im Unternehmen
    Tutorials, Fallbeispiele – 2 h
    → Schritt-für-Schritt in der Praxis anwenden und testen.

  4. Nachhaltige Integration & Evaluation
    Checklisten, Reflexionsübungen – 1 h
    → Inklusives Design als festen Bestandteil der Unternehmenskultur verankern.

Format & Ablauf

  • Dauer: ca. 6 Stunden (selbstgesteuert)
  • Struktur: 4 Module
  • Methoden: Videos, Texte, Checklisten, Praxisübungen
  • Extras: Zusatzmaterial zum Download, Selbsttests & Transferaufgaben
  • Kosten: kostenfrei
  • Abschluss: Zertifikat

Für wen ist der Kurs gedacht?

Der Kurs richtet sich an KMU, die ihre digitalen Produkte, Webseiten oder Services optimieren und mit praktischen Methoden direkt umsetzen möchten. Technisches Vorwissen ist nicht nötig – die Inhalte sind leicht verständlich und praxisnah aufbereitet.

Flyer Kompaktinfos

Jetzt kostenlos anmelden und starten! 

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Neues BITMi-Projekt zu KI gestartet: KI 2035

Aachen/ Berlin, 27. Oktober 2025 – Der Bundesverband IT-Mittelstand e.V. (BITMi) startet gemeinsam mit dem Collaborating Centre on Sustainable Consumption and Production (CSCP) das neue Forschungs- und Umsetzungsprojekt „KI 2035 – KMU befähigen, das Potenzial künstlicher Intelligenz zu nutzen“. Gefördert wird das Projekt durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU). Ziel des bis Ende Juni 2027 geförderten Projektes ist es, kleine und mittlere IT-Unternehmen in Deutschland zu unterstützen, das Potenzial von Künstlicher Intelligenz (KI) sowohl für digitale Innovationen als auch für nachhaltige Transformationen nutzbar zu machen.

„Mit KI 2035 wollen wir Mittelständler befähigen, KI verantwortungsvoll und zukunftsorientiert einzusetzen“, erklärt Janek Götze, Projektleiter im BITMi. „Unser Ziel ist es, dass deutsche IT-Unternehmen nicht nur technologische, sondern auch gesellschaftliche Innovationen vorantreiben und so einen Beitrag zu einer nachhaltigen digitalen Zukunft leisten.“

Denn Künstliche Intelligenz gilt als Schlüsseltechnologie für die Transformation hin zu einer nachhaltigen und digitalisierten Wirtschaft. Dennoch bleibt ihr Potenzial für ökologische und gesellschaftliche Wirkung bisher weitgehend ungenutzt. Viele Unternehmen stehen vor der Herausforderung, Nachhaltigkeit strategisch in ihre Innovationsprozesse zu integrieren und sie nicht nur als regulatorische Verpflichtung, sondern als Geschäftschance zu verstehen – genau hier setzt KI 2035 Impulse.

Mehr Informationen finden Sie hier.

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Umfrage: Was sind Ihre Top-Innovationsthemen der Zukunft?

Deutschland ist im Global Innovation Index 2025 aus den Top 10 gefallen – aktuell Rang 11. Erstmals liegt China vor Deutschland. Das zeigt: Unsere Innovationskraft steht unter Druck. Damit der Mittelstand seine Stärken ausspielt, braucht es starke Kooperationen, gezielte Förderung und praxisnahe Projekte. ZIM-Innovationsnetzwerke bieten dafür eine bewährte Plattform. Mit dieser Umfrage ermitteln wir, welche Themen für Ihr Unternehmen Priorität haben.

Sechs Innovationsthemen, zwei Minuten für neue ZIM-Netzwerke! Vielen Dank, dass Sie sich Zeit nehmen, unsere Fragen zu beantworten.

ZUR UMFRAGE

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Jetzt ins KI-Netzwerk AIM reinschnuppern – noch bis 30. September anmelden

Jetzt ins KI-Netzwerk AIM reinschnuppern – noch bis 30. September anmelden

Unser Innovationsnetzwerk AIM startet Anfang 2026 in die zweite Förderphase.

Aktuell haben Sie die einmalige Gelegenheit, das Netzwerk schon jetzt kennenzulernen:

  • Schnupper-Mitgliedschaft bis 31.12.2025
  • Eigenanteil: nur 166,67 €
  • Sofort ein Projektvorhaben entwickeln und Förderfähigkeit prüfen lassen
  • Die Mitgliedschaft endet automatisch, wenn Sie nicht weitermachen möchten

Wichtig: Ein Beitritt ist nur noch bis 30.09.2025 möglich.

Wenn Sie dabei sein möchten, schreiben Sie Janek Götze – die Formalitäten klären wir anschließend unkompliziert.

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Changemaker Philipp Dietl über den Gewinn von Frauen für die IT

Im Rahmen des Projektes FEMtential wurden Interviews mit Männern geführt, die sich für Frauen in der IT und Chancengleichheit engagieren und als Changemaker hier von Ihren Erfahrungen berichten. Los geht es mit Philipp Dietl von der Adito Software GmbH

CHANGEMAKER-STECKBRIEF:

Name: Philipp Dietl

Position: Seit sechs Jahren im Unternehmen, seit drei Jahren Ausbilder für die beiden IT-Ausbildungsberufe

Unternehmen: Adito Software GmbH

Branche: Die Adito Software GmbH entwickelt seit mehr als 35 Jahren CRM-Systeme.

Standort: Geisenhausen, Bayern

Beschäftigte: ca. 150 Beschäftigte

Persönliche Motivation und Gewinn von Frauen für die IT:
„Ein wichtiger Punkt sind die verschiedenen Perspektiven, die Frauen in die IT einbringen – oft einen kreativeren oder sozialeren Blick. Grundsätzlich ist es mir persönlich völlig egal, welches Geschlecht jemand hat. Aber ich finde es gut, Frauen in der IT zu fördern. Deshalb ist es mir auch in meiner Rolle als Ausbilder wichtig, junge Frauen auf ihrem Weg in die IT zu unterstützen.“

Effekt von Frauen auf Teams:
„Ich würde sagen, es hat einen positiven Effekt, dass jetzt bei uns mehr Frauen in den Teams sind, weil man eventuell eine andere Perspektive reinkriegt. Und ja, das macht es einfach ein bisschen bunter, ein bisschen vielfältiger.“

Zur Offenheit der IT
„Die IT ist insgesamt schon sehr offen, weil’s da um Lösungen geht – unabhängig von Herkunft oder Geschlecht. Man teilt eine Leidenschaft, arbeitet international zusammen. Und man darf nicht vergessen: Frauen haben die IT mit aufgebaut. Es gab da sehr, sehr viele Pioniererinnen, die gerade in den 50er-Jahren sehr viel vorangebracht haben. Das hat sich dann irgendwann leider gedreht.“

Zum Nerd-Faktor:
„Ich bin jetzt seit drei Jahren Ausbilder im Unternehmen und glaube schon, dass bei der Generation Alpha dieses Nerdig-Sein insgesamt immer stärker wird. Auch die Mädchen, die sich bei uns bewerben, bringen meist diesen Nerd-Faktor mit – genau wie die Jungs. Das passt ja auch gut zur IT-Kultur, aber man muss definitiv kein Nerd sein, um in der IT anzufangen.“

Wo können Männer von mehr Chancengleichheit profitieren?
„Beim Thema Mental Health könnten Männer von mehr Chancengleichheit profitieren. Dieses ‚Starksein-Müssen‘ steht oft im Weg. Ein offenerer Umgang, wie ihn Frauen oft vorleben, würde helfen. Zum Beispiel durch mehr Awareness, Sensibilisierungsmaßnahmen oder Gesundheitstage im Unternehmen.“

 

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Changemaker Tobias Langmeyer über Vielfalt und Fachkräftegewinnung

Im Rahmen des Projektes FEMtential wurden Interviews mit Männern geführt, die sich für Frauen in der IT und Chancengleichheit engagieren und als Changemaker hier von Ihren Erfahrungen berichten. Hier berichtet Tobias Langmeyer von der dc AG

CHANGEMAKER-STECKBRIEF:

Name: Tobias Langmeyer

Position: CEO und Gründer

Unternehmen: dc AG

Branche: Die dc AG ist Softwarehersteller, Digitalagentur und Beratung für Business Prozesse mit digital Know-how.

Standort: Kulmbach, Bayern

Beschäftigte: ca. 100 Beschäftigte

Motivation, sich für Chancengleichheit einzusetzen:
„Wenn wir im reinen Entwicklungsbereich 50 Entwickler haben, haben wir darunter zwei Entwicklerinnen. Ich finde, das sollte sich ändern. Wir glauben als Unternehmen und ich glaube daran, dass Teams, die divers in allen Bereichen sind, besser, effizienter, performanter und kreativer arbeiten.“

Gemischte Teams oder Nerds?
„Teams funktionieren besser, wenn da unterschiedliche Charaktere, Perspektiven, Altersgruppen und Geschlechter zusammenkommen – und nicht nur so ein ganz homogenes Bild. Klar, das Klischee vom Nerd, der Gaming liebt und zwischendurch codet, stimmt manchmal schon ein bisschen – aber eben nicht nur bei Männern. Es gibt genauso weibliche Nerds.“

Woran glaubst du, liegt dieses Ungleichgewicht?
„Wenn du in so einer klassischen Männerdomäne bist, wird halt oft über typische Männerthemen gesprochen – und dann kriegt das Ganze schnell diesen Nerd-Klischee-Charakter. Da fühlen sich Frauen vielleicht weniger angesprochen. Dabei gibt’s richtig gute Programmiererinnen. Wenn dir logisches Denken und Technik liegen, ist das nicht nur spannend, sondern auch gut bezahlt – mit richtig guten Arbeitsbedingungen. Bei uns können die Entwickler arbeiten, wann und wo sie wollen. Also ich denke, das ist ein toller Beruf. Aber wenn wir 100 Bewerbungen für Entwickler kriegen, dann sind nicht mehr als vier bis fünf Prozent Frauen dabei.“

Was tut ihr bei euch im Unternehmen für mehr Chancengleichheit?
„Chancengleichheit ist bei uns Teil der Unternehmenskultur. Unter dem Motto Motto “d stands for diversity” (das ‚d‘ im Firmennamen – Anmerkung der Redaktion) machen wir das Thema sichtbar, z. B. mit dem jährlichen Diversity Day oder internen Aktionen. Gleichzeitig unterstützen wir Programme wie ScienceFem von der Technischen Hochschule Würzburg-Schweinfurt, um junge Frauen für Technik zu
begeistern. Und im Alltag achten wir z. B. darauf, dass bei Bewerbungsgesprächen immer auch jemand vom passenden Geschlecht dabei ist. Damit es nicht passiert, dass eine Entwicklerin im Bewerbungsgespräch allein mit drei männlichen Kollegen von uns zusammensitzt.“

Transparentes Gehalt
„Eine ganz wichtige Sache zum Thema Chancengleichheit: Wir haben transparentes Gehalt. Dadurch ist es zumindest im gleichen Bereich definitiv ausgeschlossen, dass es da Unterschiede gibt. Es gibt auch keine geheimen Verhandlungen bei uns, sondern es ist alles transparent und jeder weiß, was der oder die andere verdient.“

Wie geht es bei euch im Unternehmen weiter mit den Themen Vielfalt und Chancengleichheit?
„Auch wenn es gerade Gegenwind gibt – vor allem aus den USA – bleiben wir bei Diversity voll dran, weil es einfach zu unseren Werten gehört. Und auch beim Thema New Work bleiben wir klar: Du arbeitest, wann und wo du willst. Wir sagen ganz bewusst: Jetzt erst recht! Und ich habe das Gefühl, das kommt im Team gut an und macht allen Spaß.“