Isabel Weyerts Keine Kommentare

BITMi unterstützt „28 for all“: Ein 28. Regime für alle EU-Unternehmen

Aachen/Brüssel 17. März 2026 – Gemeinsam mit rund 200 europäischen Unternehmen und Verbänden unterstützt der Bundesverband IT-Mittelstand e.V. (BITMi) die Kampagne „28 for all“. Damit fordern sie gemeinsam die EU und ihre Mitgliedstaaten auf, den Entwurf für das 28. Regime ambitioniert und zügig zu gestalten. Denn das Gesetz könnte die bedeutendste EU-Reform für Unternehmen seit über zwanzig Jahren werden und muss daher höchste Priorität erhalten.

„Ein starkes Ökosystem einheimischer Unternehmen ist Europas wirksamster Hebel für mehr Wettbewerbsfähigkeit. Gleichzeitig erleben viele europäische Unternehmen den Binnenmarkt noch immer als zu kompliziert und zu teuer, wenn sie über Ländergrenzen hinweg wachsen wollen. Umso entscheidender ist der Vorschlag für das 28. Regime: Ein gemeinsamer Rechtsrahmen für alle 27 Mitgliedstaaten hätte das Potenzial, grenzüberschreitend tätigen Unternehmen endlich deutlich mehr Klarheit, Planbarkeit und einfachere Rahmenbedingungen zu bieten“, erklärt Dr. Oliver Grün, Präsident des BITMi und der European DIGITAL SME Alliance.

„28 for all“ stellt drei Kernforderungen an die EU und ihre Mitgliedstaaten:

  • Offenheit für alle: Unabhängig von Branche, Größe oder Gründungsdatum. Eine Beschränkung des Zugangs auf Start-ups oder willkürlich als „innovativ“ definierte Unternehmen würde den Sinn eines Binnenmarktinstruments untergraben. Jedes Unternehmen sollte die Möglichkeit haben, sich für die Umwandlung in eine Europäische Gesellschaft zu entscheiden.
  • Umsetzung als Verordnung: Jede rechtliche Form, für die eine nationale Umsetzung erforderlich wäre, würde genau jene Fragmentierung wiederherstellen, die diese Reform beseitigen soll. Aus diesem Grund kann nur eine Verordnung eine direkte und vereinheitlichte Anwendbarkeit gewährleisten.
  • Niedrigschwelligkeit: Die Registrierung im Rahmen des 28. Regimes muss mindestens so unkompliziert sein wie unter den bestehenden nationalen Rahmenbedingungen. Die Grundsätze „Once-only“ und „Digital-by-default“ sollten daher nicht verhandelbar sein.

Zur Kampagne „28 for all“

Lydia Schauß Keine Kommentare

Zweite Förderphase des BITMi-Projekts gestartet: „AIM – Künstliche Intelligenz für den IKT-Mittelstand“ geht in die nächste Runde

Berlin/Aachen, 12. März 2026 – Das Innovationsnetzwerk „AIM – Adaption Künstlicher Intelligenz in die Angebote des IKT-Mittelstands“ startet in seine zweite Förderphase. Nach einer erfolgreichen ersten Phase wird das Netzwerk weiter ausgebaut, um die Entwicklung und Anwendung Künstlicher Intelligenz (KI) im IT-Mittelstand gezielt voranzubringen und neue KI-basierte Lösungen schneller in marktfähige Angebote zu überführen.

In der zweiten Phase sind insgesamt 15 mittelständische IT-Unternehmen Teil des Netzwerks. Die wissenschaftliche Begleitung wurde erweitert: Neben den bisherigen Partnern konnte mit der Hochschule RheinMain eine weitere Forschungseinrichtung gewonnen werden. Damit begleiten nun sechs renommierte Einrichtungen das Netzwerk: die Hochschule Bonn-Rhein-Sieg, das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI), das FZI Forschungszentrum Informatik, die PFH Private University of Applied Sciences Göttingen, die Hochschule Trier sowie die Hochschule RheinMain.

Der offizielle Auftakt der neuen Förderphase wurde mit einem Kick-off-Meeting am Freitag, den 5. März 2026, eingeläutet. Vertreterinnen und Vertreter der beteiligten Unternehmen sowie der Forschungspartner kamen zusammen, um Projektideen zu diskutieren, neue Kooperationen anzustoßen und die nächsten Schritte im Netzwerk zu planen. Im Netzwerk arbeiten die Unternehmen und Forschungseinrichtungen gemeinsam an der Entwicklung neuer Forschungs- und Entwicklungsprojekte. Ein zentraler Hebel ist dabei die Einwerbung öffentlicher Fördermittel, um innovative KI-Vorhaben schneller von der Idee in die Umsetzung zu bringen.

Unter der koordinierenden Leitung des Bundesverbands IT-Mittelstand e.V. (BITMi) hat das Netzwerk nun zwei Jahre Zeit, konkrete Innovationsprojekte anzustoßen, Kooperationen zwischen Wirtschaft und Forschung zu stärken und neue KI-Lösungen für den Mittelstand zu entwickeln.

Weitere IT-KMU, die an KI-basierten Innovationsprojekten und Fördervorhaben interessiert sind, sind herzlich eingeladen, sich dem Netzwerk anzuschließen. Für Fragen steht Ihnen Janek Götze, Projektleiter von AIM, unter janek.goetze@bitmi.de zur Verfügung.

Zur Projektseite

 

Lydia Schauß Keine Kommentare

BITMi kritisiert Tariftreuegesetz: Bürokratie und Kontrollpolitik statt Wirtschaftsaufschwung

Aachen/ Berlin, 26. Februar 2026 – Der Bundestag hat heute das Tariftreuegesetz verabschiedet. Damit müssen sich Unternehmen, die sich um Bundesaufträge bewerben, für die Dauer der Leistungserbringung zur Einhaltung tariflicher Arbeitsbedingungen (Entgelt, Arbeits- und Ruhezeiten sowie Urlaubsanspruch) verpflichten, selbst wenn sie nicht tarifgebunden sind.

Aus Sicht des Bundesverband IT-Mittelstand e.V. (BITMi) verfehlt das Tariftreuegesetz jedoch sein Ziel. Vielmehr führt es durch ausufernde Dokumentationspflichten zu zusätzlicher bürokratischer Belastung beim Wettbewerb um Aufträge des Bundes und greift in ein auf Vertrauen basierendes und funktionierendes Verhältnis zwischen Mitarbeitern und Unternehmen regulatorisch ein. Dadurch werden besonders kleinere IT-Mittelständler benachteiligt.

„Mit Blick auf die aktuelle wirtschaftliche und geopolitische Lage kommt das Gesetz zum falschen Zeitpunkt und setzt ein falsches Signal. Gerade aktuell braucht es eine Stärkung der mittelständischen IT-Wirtschaft und keine zusätzlichen Belastungen durch den Gesetzgeber. Im Gegensatz zu Großunternehmen haben acht von zehn Mittelständler keine Tarifbindung und werden nun gezwungen, sich in neue Regulatorik komplett einzuarbeiten, alle Anforderungen und Dokumentationspflichten zu erfüllen und für Prüfungen nachweisbar zu halten“, kommentiert Verbandspräsident Dr. Oliver Grün die Einführung des Tariftreuegesetzes. „Zudem schränkt das Gesetz die Vertragsfreiheit des Mittelstandes ein und zwingt einen Systemwechsel in den Mitarbeiterbeziehungen auf, etwa die Bezahlung von Überstundenzuschlägen nach Stechuhr anstatt nach modernen erfolgsbasierten Prämienmodellen. Das senkt die Effektivität der Unternehmen, erhöht die Bürokratiekosten und wirkt kontraproduktiv.“

Aus Sicht des IT-Mittelstands braucht es zügig Maßnahmen zur Stärkung des deutschen Standorts, bevor weitere regulatorische Pflichten eingeführt werden. Ein klares Bekenntnis des Bundes zum Einkauf europäischer Produkte wäre dafür ein wichtiger erster Schritt.

Dazu Grün in der Tagesschau

Isabel Weyerts Keine Kommentare

Bundesdigitalministerium unterstützt BITMi-Gütesiegel „Software Made in Germany“

Aachen/ Berlin 16. Februar 2026 – Das Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS) hat die Schirmherrschaft für das erfolgreiche Gütesiegel „Software Made in Germany“ des Bundesverband IT-Mittelstand e.V. (BITMi) übernommen. Zum Auftakt der neuen Partnerschaft, bei dem BITMi-Präsident Dr. Oliver Grün und Vizepräsident Martin Hubschneider den IT-Mittelstand vertraten, bekräftigte Bundesdigitalminister Dr. Karsten Wildberger die zentrale Bedeutung der heimischen Digitalwirtschaft für eine souveräne Digitalisierung in Deutschland.

Wildberger erklärt: „Die Initiative ‚Software Made in Germany‘ unterstützt das Ziel des BMDS, die digitale Souveränität Deutschlands voranzutreiben. Das Label macht die Herkunft von Softwareprodukten auf den ersten Blick transparent und stärkt die heimische Digitalindustrie. Deutschlands digitale Zukunft wird maßgeblich vom IT-Mittelstand gestaltet.“

„Mit bereits über 700 ausgezeichneten Softwareprodukten demonstriert unser Gütesiegel die Leistungsfähigkeit der deutschen Digitalwirtschaft. Mit innovativen Lösungen ‚Made in Germany‘ kann der IT-Mittelstand zu einem echten Motor für digitale Transformation und Wirtschaftswachstum werden – insbesondere mit der wertvollen Unterstützung des Digitalministeriums“, betont Hubschneider.

„Die aktuelle politische Lage zeigt deutlich, wie wichtig die gezielte Förderung deutscher Softwarehersteller ist. Sie sind der Schlüssel zu unserer digitalen Souveränität. Umso mehr freuen wir uns, dass das Digitalministerium unsere Initiative ‚Software Made in Germany‘ unterstützt“, ergänzt Grün.

Seit über zehn Jahren steht „Software Made in Germany“ für Qualität, Serviceorientierung und Innovationskraft deutscher Softwareprodukte. Ergänzt wird die Initiative durch das Gütesiegel „Software Hosted in Germany“ sowie die im Dezember gestarteten europäischen Erweiterungen „Software Made in Europe“ und „Software Hosted in Europe“.

Bildunterschrift: BITMi-Vizepräsident Martin Hubschneider, Bundesdigitalminister Dr. Karsten Wildberger und BITMi-Präsident Dr. Oliver Grün (vlnr.) bei der Übergabe der Schirmherrschaft (© BMDS)

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BITMi begrüßt Vorschlag zum KI-Gutschein für den Mittelstand

Aachen, Berlin 16. Januar 2026 – Diese Woche hat die SPD-Bundestagsfraktion die Idee eines KI-Gutscheins für den Mittelstand vorgestellt, einlösbar bei europäischen KI-Anbietern für Beratung, Implementierung, Datenaufbereitung, Training und Qualifizierung. Der Bundesverband IT-Mittelstand e.V. (BITMi) begrüßt diesen Vorschlag, der sowohl auf die effektive Digitalisierung des Mittelstands als auch auf die Förderung von KI „Made in Europe“ einzahlen würde. Auch wenn die genaue Ausgestaltung des Konzepts noch offen bleibt, ist es ein wichtiges Bekenntnis zur Stärkung der mittelständisch geprägten europäischen Digitalwirtschaft und der Digitalen Souveränität unseres Wirtschaftsstandortes.

„Die Unternehmen des deutschen IT-Mittelstands verstehen sich als Teil der Lösung für den Einsatz von souveränen und spezialisierten KI-Lösungen in Unternehmen. Für andere Mittelständler sind wir dabei ein vertrauenswürdiger Partner auf Augenhöhe. Wichtig ist, dass die Förderung bürokratiearm ausgestaltet wird und zielgerichtet dem europäischen Mittelstand zu Gute kommt“, kommentiert Verbandspräsident Dr. Oliver Grün die Initiative.

Der BITMi plädiert für eine zügige Umsetzung des Vorschlags und stellt seine Branchenexpertise für die konkrete Ausgestaltung zur Verfügung.

 

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BITMi-Jahresprognose für 2026: IT-Mittelstand trotzt Wirtschaftslage

  • Über die Hälfte der IT-Mittelständler rechnet mit Umsatzwachstum
  • Verhaltene Prognose für die deutsche IT-Branche
  • Größte Herausforderung für die Digitalbranche ist die schwierige Wirtschaftslage, gefolgt von Bürokratie und Regulierungen sowie der geringen Priorisierung von Digitalisierung und digitaler Souveränität
  • Fachkräftemangel verliert als Hürde für IT-Mittelständler weiter an Bedeutung
  • KI auch in 2026 größter Digital-Trend

Aachen, 5. Januar 2026 – Der IT-Mittelstand blickt mit einer verhaltenen Prognose auf das neue Jahr, erweist sich jedoch weiterhin als resilient gegenüber der angespannten gesamtwirtschaftlichen Lage. Das zeigt eine aktuelle Umfrage des Bundesverband IT-Mittelstand e. V. (BITMi). Zwar rechnet eine knappe Mehrheit der befragten Unternehmen mit einem Umsatzwachstum im eigenen Haus (56 Prozent), zugleich erwarten jedoch rund die Hälfte eine Stagnation (27 Prozent) oder sogar eine Verschlechterung (22 Prozent) der Lage der deutschen Digitalbranche insgesamt. Hauptursache hierfür ist aus Sicht der überwiegenden Mehrheit die allgemeine Wirtschaftslage (77 Prozent). Darüber hinaus sehen mehr als die Hälfte der Befragten gesetzliche Regulierungen und Bürokratie als zentrale Herausforderung für die Branche (55 Prozent). Knapp die Hälfte nennt zudem die unzureichende Priorisierung der Digitalisierung (48 Prozent) sowie der digitalen Souveränität (45 Prozent) als wesentliche Hemmnisse. Ein Viertel der Unternehmen verweist schließlich auf den Fachkräftemangel und eine unzureichende digitale Infrastruktur (jeweils 25 Prozent).

„Die angespannte Wirtschaftslage über alle Branchen hinweg ist auch im Digitalsektor spürbar, dennoch zeigt sich der IT-Mittelstand nach unserer aktuellen Umfrage weiterhin resilient und leistungsstark. Hier zeigt sich also ein eindeutiges Potenzial: die mittelständisch geprägte Digitalwirtschaft kann zum Motor für die schwächelnde deutsche Wirtschaft werden“, erklärt BITMi-Präsident Dr. Oliver Grün, „Die von den Unternehmen genannten Herausforderungen – Bürokratie, Regulierungen und die geringe Priorisierung von Digitalisierung und digitaler Souveränität – verdeutlichen die entscheidenden Hebel, um das nötige Momentum zu schaffen.“

Diese Einschätzung spiegelt sich auch in den Forderungen der befragten Unternehmen an die Bundesregierung wider. Mit deutlicher Mehrheit nennen sie den Abbau von Bürokratie und Berichtspflichten (68 Prozent) als vordringlichste Aufgabe. Es folgen die Verwaltungsdigitalisierung (57 Prozent) sowie der Ausbau der digitalen Infrastruktur (53 Prozent). Knapp die Hälfte der Unternehmen spricht sich zudem für eine stärkere Förderung von Schlüsseltechnologien wie Künstlicher Intelligenz und Quantencomputing sowie für steuerliche Entlastungen für Unternehmen aus (jeweils 46 Prozent). Rund ein Drittel nannte die Stärkung der Cybersicherheit bei Staat und Unternehmen (35 Prozent) sowie die Reform des Vergaberechts (34 Prozent).

Im Vergleich zum Vorjahr bleibt die Prognose des IT-Mittelstands weitgehend konstant. Die auffälligste Entwicklung zeigt sich in der Einordnung der größten Hürden für IT-Unternehmen: Die angespannte Wirtschaftslage sowie Regulierungsdichte und Bürokratie verfestigen sich als zentrale Belastungsfaktoren. Der Fachkräftemangel, über viele Jahre hinweg die dominierende Herausforderung, hat hingegen deutlich an Bedeutung verloren. Nachdem er im vorletzten Jahr erstmals rückläufig war, sank seine Relevanz nun mit einem Minus von 20 Prozentpunkten gegenüber der Vorjahresumfrage nochmals spürbar. An Gewicht gewonnen hat dagegen die mangelnde Priorisierung digitaler Souveränität (plus 20 Prozentpunkte). Obwohl dieses Thema im vergangenen Jahr intensiv digitalpolitisch diskutiert wurde, deutet dies darauf hin, dass die mittelständische Digitalwirtschaft Zweifel an der praktischen Umsetzung der politischen Zusagen hegt.

Als prägendster Digitaltrend des neuen Jahres wird – wie bereits in den Vorjahren – von einer überwältigenden Mehrheit der Befragten die Künstliche Intelligenz gesehen. Als konkrete Ausprägungen werden insbesondere agentische KI, der Einsatz von KI im Kontext von Cybersicherheit und -kriminalität sowie die Frage nach einem wirksamen und wirtschaftlich sinnvollen Einsatz von KI hervorgehoben.

Zu den Umfrageergebnissen

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BITMi zum Gutachten zum Datenzugriff von US-Behörden: EU-Unternehmen erste Wahl für Datensouveränität

  • Gutachten belegt erneut: Daten, die von US-Unternehmen und Tochtergesellschaften in Europa gehostet werden, sind trotz Marketingversprechen nicht sicher vor US-Zugriff.
  • BITMi fordert Bundesregierung auf, Konsequenzen zu ziehen und Digitale Souveränität in die Tat umzusetzen.
  • Unternehmen mit Sitz, Führung und Eigentümerstruktur in Europa sind die sicherste Wahl für Datenspeicherung und -verarbeitung

Aachen/Berlin, 12. Dezember 2025 – Diese Woche ist das Rechtsgutachten „Zur US-Rechtslage zum weltweiten Datenzugriff von US-Behörden“ der Universität Köln im Auftrag des Bundesministerium des Inneren und für Heimat (BMI) publik geworden. Dieses belegt erneut zweifelsfrei: US-Behörden können auf in der EU gehostete Daten von US-Unternehmen und deren europäischen Tochtergesellschaften zugreifen. Der Bundesverband IT-Mittelstand e.V. (BITMi) möchte dieses Gutachten zum Anlass nehmen, um Unternehmen, aber insbesondere auch die Bundesregierung, mit Nachdruck anzuhalten, ihren Bekenntnissen zur Digitalen Souveränität Taten folgen zu lassen. Denn Datensouveränität und Datenschutz sind eine entscheidende Grundlage für unsere digitale Resilienz und diese können US-Konzerne nachweislich nicht in dem Maße garantieren wie EU-Unternehmen. Denn reine Standort- oder Marketingversprechen reichen nicht aus, um Digitale Souveränität zu garantieren – solange Anbieter über Konzernstrukturen oder Geschäftsbeziehungen eng an die USA gebunden sind, bleibt der Zugriff von US‑Behörden auf europäische Daten ein reales Risiko.

„Bezeichnend ist, dass es sich dieses Mal um einen von der Bundesregierung beauftragten Bericht handelt, der bereits seit März vorliegt. Wir fordern insbesondere die Politik nachdrücklich dazu auf, daraus Konsequenzen zu ziehen: Für die Wahl digitaler Lösungen in Behörden und Verwaltung müssen Resilienz, Datensouveränität und Europarechtstreue entscheidende Auswahlkriterien sein und die heimische Digitalwirtschaft muss gestärkt werden “, kommentiert Christian Gericke, Vizepräsident des BITMi, das Gutachten.

Das Gutachten schließt nicht aus, dass auch EU-Unternehmen, die auf dem US-Markt beispielsweise mit Niederlassungen tätig sind, von US-Behörden aufgefordert werden könnten, in der EU gespeicherte Daten herauszugeben. „US-Behörden können versuchen, Druck auszuüben, wenn sie vor Ort Angriffsflächen finden. Vollstreckungsmöglichkeiten haben US-Behörden auf EU-Territorium jedoch nicht“, erklärt Rasmus Keller, Sprecher der BITMi-Fachgruppe IT-Recht. „Unternehmen, die in der EU ihren Sitz haben, mit europäischer Führungs- und Eigentümerstruktur sind rechtlich die erste Wahl für die sichere Speicherung und Verarbeitung von Daten. Eine geringe Präsenz auf dem US-Markt steigert darüber hinaus die wirtschaftliche Unabhängigkeit von EU-Anbietern“, so Keller.

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Neue Gütesiegel für europäische Software-Qualität eingeführt: „Software Hosted in Europe“ und „Software Made in Europe“

Aachen/Brüssel, 8. Dezember 2025 – Der Bundesverband IT-Mittelstand e.V. (BITMi) erweitert in Kooperation mit der European DIGITAL SME Alliance seine etablierten Gütesiegel „Software Made in Germany“ und „Software Hosted in Germany“ um zwei europäische Varianten: Auf dem DIGITAL SME Summit am letzten Donnerstag in Brüssel wurden die neuen europaweiten Siegel „Software Made in Europe“ und „Software Hosted in Europe“ vorgestellt. Diese zeichnen europäische Software-Hersteller aus, die höchsten Ansprüchen an Datenschutz, Sicherheit und Qualität gerecht werden. Mit den neuen Siegeln reagiert der BITMi auf die wachsende Nachfrage nach vertrauenswürdiger europäisch gehosteter und produzierter Software, die nach europäischen Werten und Gesetzen gestaltet ist und Europas Digitale Souveränität stärkt.

„Technologische Souveränität ist nicht mehr optional – sie ist entscheidend für die Sicherung der wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit des Kontinents“, erklärte Dr. Oliver Grün, Präsident des BITMi und der DIGITAL SME Alliance auf dem Summit. „Europas heimische Innovatoren schaffen sie bereits. Die Gütesiegel geben Europa ein Werkzeug an die Hand, um seine eigene digitale Zukunft zu gestalten“, so Grün weiter.

Weitere Informationen zu „Software Made in Europe“ und „Software Hosted in Europe“

Gütesiegel beantragen

 

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Resümee zum Digitalgipfel: Digitale Souveränität ‘Made in Europe’ statt Big-Tech-Dominanz

  • Der BITMi begrüßt Deutschlands und Frankreichs Bekenntnisse zur Digitalen Souveränität und zu Technologie ‘Made in Europe’ und hofft auf eine digitale Zeitenwende.
  • Dr. Oliver Grün, Präsident des BITMi und der European DIGITAL SME Alliance vertritt IT-Mittelstand auf Panel mit Digitalminister Wildberger, der französischen Digitalministerin Le Hénanff und EU-Kommissionsvizepräsidentin Virkkunen.
  • Konkrete Umsetzung gefordert: Anpassungen bei EU-Präferenzregelung im Vergaberecht, Entlastungen, weniger Bürokratie und Regulierung, sowie ein verbesserter Zugang zu Wachstumskapital für KMU sollen die Digitalwirtschaft stärken.

Aachen/Berlin, 19. November 2025 – Der gestrige Summit on European Digital Sovereignty hat ein deutliches Signal für digitale Unabhängigkeit und europäische Technologie gesetzt. Der Bundesverband IT-Mittelstand e.V. (BITMi) begrüßt dieses klare Bekenntnis der deutschen und französischen Regierungen sowie die starke Einbindung des europäischen IT-Mittelstands. BITMi-Präsident und Präsident der European DIGITAL SME Alliance, Dr. Oliver Grün, brachte diese Perspektive im Panel mit Digitalminister Dr. Karsten Wildberger, der französischen Digitalministerin Anne Le Hénanff und EU-Kommissionsvizepräsidentin Henna Virkkunen ein.

„Die klaren Aussagen von Bundeskanzler Friedrich Merz und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron lassen hoffen, dass wir vor einer digitalen Zeitenwende stehen: dass der Weg endlich frei wird für Software ‘Made in Europe’ und wir uns Schritt für Schritt aus unseren Abhängigkeiten von amerikanischen Tech-Konzernen lösen“, so Grün. „Besonders wichtig ist für uns der direkte Einbezug des IT-Mittelstands, der den Großteil der digitalen Produkte in Europa entwickelt – ein Potenzial für Europas technologische Unabhängigkeit, das viel zu lange ungenutzt blieb.“

Jetzt gelte es, die Zusagen in konkrete Maßnahmen zu überführen. Ein wichtiger Hebel sei die EU-Präferenzregelung im Vergaberecht, um europäischen IT-Lösungen mehr Gewicht zu geben. Zudem könnten gezielte Entlastungen, weniger Bürokratie und ein verbesserter Zugang zu Wachstumskapital die mittelständische Digitalwirtschaft nachhaltig stärken.

Bundeskanzler Merz betonte in seiner Rede zum Abschluss des Gipfels, dass „jeder Einkauf von digitalen Produkten und Dienstleistungen, jede Investition in Infrastruktur aus Europa […] letztendlich auch eine Entscheidung für oder gegen digitale Souveränität“ sei. Wir ermutigen die Bundesregierung, diesen Ansatz nun konsequent zu verfolgen.

 

 

Bildunterschrift Titelbild: Dr. Oliver Grün, Anne Le Hénanff, Henna Virkkunen und Dr. Karsten Wildberger (v.l.n.r.) auf dem Panel zum Digitalen Omnibus (©BMDS / bundesfoto / Christina Czybik)

 

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BITMi zum Digitalgipfel: Europäischen IT-Mittelstand für Digitale Souveränität nutzen

Aachen/Berlin, 14. November 2025 – Der erste Digitalgipfel des Ministeriums für Digitales und Staatsmodernisierung findet nächste Woche gemeinsam mit Frankreich unter dem Leitmotiv „European Digital Sovereignty“ statt. Aus Sicht des Bundesverband IT-Mittelstand e.V. (BITMi) setzt der Gipfel damit genau den Schwerpunkt, der längst überfällig ist. Denn nachdem sich Europas Abhängigkeit von vor allem US-amerikanischen und chinesischen Technologiekonzernen über das vergangene Jahrzehnt deutlich verfestigt hat, gilt es nun, einen Weg zu einer selbstbestimmten, souveränen Digitalisierung einzuschlagen. Dafür müssen europäische Alternativangebote gestärkt werden.

„Entscheidend ist nun, dass Deutschland und Europa ihre Potenziale richtig nutzen – und diese liegen vor allem im IT-Mittelstand, der die meisten Arbeitsplätze der Digitalwirtschaft in Europa stellt“, erklärt Dr. Oliver Grün, Präsident des BITMi, im Vorfeld des Gipfels. „Hier entstehen starke Alternativen zu den Angeboten großer Tech-Konzerne, die nicht nur die Resilienz von Staat und Wirtschaft stärken, sondern auch Wirtschaftswachstum und Mitgestaltung der digitalen Zukunft ermöglichen. Unter diesem Blickwinkel begrüßen wir es, soweit die Politik uns gemeinsam mit unserem europäischen Dachverband, der European DIGITAL SME Alliance, einbezieht.“

Gemeinsam mit Bundesdigitalminister Karsten Wildberger, der französischen Digitalministerin Anne Le Hénanff und Henna Virkkunen, Exekutiv-Vizepräsidentin der Europäischen Kommission für technische Souveränität, diskutiert Grün um 10:45 Uhr auf dem Panel zum Digitalen Omnibus.

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