Iris Albertin

VPN-Zugänge, RDP-Verbindungen, externe Dienstleister und privilegierte Administrationszugriffe gehören für viele IT-Systemhäuser zum Tagesgeschäft. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Sicherheit, Nachvollziehbarkeit und digitale Souveränität. Kyvion möchte gemeinsam mit mittelständischen IT-Unternehmen einen anderen Weg gehen – und baut dafür sein Partnernetzwerk aus.

Wer als IT-Dienstleister mittelständische Unternehmen betreut, kennt die Situation. Ein Mitarbeiter benötigt Zugriff auf seinen Arbeitsplatz im Unternehmen. Der Administrator muss von unterwegs auf einen Server zugreifen. Der Hersteller einer Maschine benötigt für eine Wartung Zugang zu einem internen System. Ein externer IT-Dienstleister soll auf einen Domain Controller, eine Firewall oder eine Fachanwendung zugreifen. Technisch lassen sich solche Anforderungen seit Jahren lösen. Die eigentliche Frage lautet heute jedoch zunehmend: Wie lässt sich dieser Zugriff so gestalten, dass er sicher, kontrollierbar und für den Kunden trotzdem einfach zu betreiben bleibt?

Das klassische VPN ist dabei längst nicht immer die ideale Antwort. Ein VPN schafft zunächst eine Verbindung in ein Netzwerk. Tatsächlich benötigt ein Anwender aber häufig gar keinen Netzwerkzugang, sondern lediglich Zugriff auf eine bestimmte Anwendung, einen Server oder einen Arbeitsplatz. Für ein mittelständisches Unternehmen kann es deshalb sinnvoller sein, genau diesen Zugriff bereitzustellen, anstatt einem Benutzer einen weitergehenden Zugang zum Unternehmensnetzwerk zu ermöglichen.

Genau an diesem Punkt setzt Kyvion Secure Access an. Die von der Kyvion GmbH angebotene Lösung stellt Anwendungen und Systeme über einen HTML5-fähigen Browser bereit. Anwender können beispielsweise auf Windows-Systeme per RDP, Linux-Systeme per SSH, VNC-Systeme oder interne Webanwendungen zugreifen, ohne dafür einen klassischen VPN-Client installieren zu müssen. Der eigentliche Zugriff kann dabei gezielt auf die Systeme und Dienste begrenzt werden, die der jeweilige Benutzer tatsächlich benötigt.

Besonders interessant wird dieser Ansatz dort, wo Unternehmen keine zusätzlichen eingehenden Verbindungen zu internen Systemen schaffen möchten. Mit einem Reverse Agent können Verbindungen aus geschützten Netzwerken heraus zum Kyvion Secure Access Gateway aufgebaut werden. Dadurch lassen sich beispielsweise Server, Administrationsnetze oder andere interne Ressourcen erreichbar machen, ohne dafür einen direkten Port auf das betreffende Zielsystem aus dem Internet freizugeben.

Für IT-Systemhäuser eröffnet sich daraus ein interessantes Geschäftsfeld. Denn Kyvion Secure Access soll die vorhandene Infrastruktur eines Kunden nicht ersetzen. Firewalls, Netzwerksegmentierung, Active Directory, bestehende Server und Fachanwendungen bleiben wichtige Bestandteile der Umgebung. Kyvion Secure Access ergänzt diese Infrastruktur um eine kontrollierte Zugriffsebene.

Damit lässt sich die Lösung auch mit unterschiedlichen Firewall-Plattformen kombinieren. Ob ein Systemhaus bei seinen Kunden Fortinet, Sophos, Securepoint, LANCOM, WatchGuard, SonicWall, DrayTek oder andere Lösungen einsetzt, ist für das grundsätzliche Konzept zweitrangig. Entscheidend ist, wie der Zugriff in die bestehende Sicherheitsarchitektur integriert wird. Genau hier liegt eine der Stärken eines lokalen IT-Partners: Er kennt die Umgebung seines Kunden und kann beurteilen, welche Architektur sinnvoll ist.

Vom Fernzugriff zum privilegierten Zugriff

Die Anforderungen gehen inzwischen allerdings über einen sicheren Fernzugriff hinaus. Gerade bei Administratoren und externen Dienstleistern stellt sich zunehmend die Frage, wer wann auf welches kritische System zugreifen darf und wie sich solche Sitzungen nachvollziehen lassen.

Deshalb entwickelt Kyvion Secure Access den klassischen Remote-Access-Ansatz gezielt in Richtung Privileged Access Management weiter. Bereits heute können Benutzer und tatsächlich verwendete Systemkonten voneinander getrennt werden. Ein externer Dienstleister muss dadurch beispielsweise nicht zwingend die Zugangsdaten des privilegierten Kontos kennen, mit dem die Verbindung zum Zielsystem hergestellt wird. Sitzungen können zudem aufgezeichnet werden, sodass sicherheitskritische Zugriffe später nachvollziehbar bleiben.

Für viele mittelständische Unternehmen ist gerade dieser pragmatische Ansatz interessant. Sie benötigen zunehmend Funktionen, die bislang vor allem mit umfangreichen Enterprise-PAM-Plattformen verbunden wurden. Gleichzeitig fehlen im Mittelstand häufig die personellen Ressourcen, um hochkomplexe Plattformen einzuführen und dauerhaft zu betreiben.

Hier sieht Kyvion eine Chance für mittelständische IT-Dienstleister. Denn PAM muss im Mittelstand nicht zwangsläufig ein großes eigenständiges Infrastrukturprojekt sein. Der Einstieg kann wesentlich konkreter erfolgen: zunächst den Zugriff externer Dienstleister absichern, anschließend administrative Zugänge schützen und daraus schrittweise ein Konzept für privilegierte Zugriffe entwickeln.

Digitale Souveränität beginnt auch beim Zugriff

Hinzu kommt eine Entwicklung, die für viele mittelständische Unternehmen zunehmend wichtig wird: die Frage, wo sicherheitskritische Infrastruktur betrieben wird und wer darüber die Kontrolle besitzt.

Kyvion Secure Access kann vollständig in der Infrastruktur des Kunden oder in einer vom betreuenden IT-Partner betriebenen Umgebung eingesetzt werden. Unternehmen müssen den Zugriff auf ihre internen Systeme damit nicht zwingend über einen externen Cloud-Dienst führen. Gerade bei sensiblen Anwendungen, Verwaltungsumgebungen, kritischen Produktionssystemen oder besonders schützenswerten Administrationszugängen kann dies ein wichtiger Bestandteil einer Strategie für mehr digitale Souveränität sein.

On-Premises bedeutet dabei nicht, auf moderne Zugriffskonzepte zu verzichten. Browserbasierter Zugriff, zentrale Authentifizierung, Multi-Faktor-Authentifizierung, SAML beziehungsweise OAuth2 und die Integration in bestehende Identitätsstrukturen lassen sich mit einer Architektur verbinden, bei der der Kunde oder sein IT-Partner die Kontrolle über die zentrale Zugriffsinfrastruktur behält.

Kyvion sucht mittelständische IT-Partner

Für Kyvion ist deshalb klar: Dieses Geschäft soll nicht ausschließlich über einen zentralen Herstellervertrieb entstehen. Gerade im deutschen Mittelstand spielen regionale IT-Dienstleister und Systemhäuser eine entscheidende Rolle. Sie kennen die Infrastruktur ihrer Kunden, betreiben deren Firewalls und Server, verstehen die eingesetzten Fachanwendungen und sind häufig seit vielen Jahren der erste Ansprechpartner für IT-Sicherheit.

Genau solche Unternehmen möchte Kyvion als Partner gewinnen.

Dabei geht es ausdrücklich nicht darum, dem Systemhaus die Kundenbeziehung abzunehmen. Im Gegenteil: Installation, Integration, laufende Betreuung und weitere Dienstleistungen rund um die Lösung können beim Partner bleiben. Aus einer Kyvion Secure Access-Installation kann dadurch ein dauerhaftes Servicegeschäft entstehen. Der Partner liefert nicht lediglich eine Lizenz, sondern integriert eine Sicherheitslösung in die bestehende Kundenumgebung und kann deren Betrieb langfristig begleiten.

Besonders interessant ist das für Systemhäuser, die bereits Firewalls, Microsoft-Infrastrukturen, Terminalserver, ERP-Systeme oder andere geschäftskritische Anwendungen betreuen. In vielen dieser Kundenumgebungen existiert bereits heute ein Bedarf für Remote Access. Häufig wird dieser Bedarf jedoch noch mit historisch gewachsenen VPN-Zugängen, Portweiterleitungen, Remote-Desktop-Lösungen oder verschiedenen Einzellösungen abgedeckt.

Kyvion möchte gemeinsam mit seinen Partnern zeigen, dass es dafür einen anderen Ansatz gibt.

Ein Partnergeschäft aus dem Mittelstand für den Mittelstand

Als mittelständisches IT-Unternehmen und BITMi-Mitglied sieht Kyvion gerade innerhalb des Verbandes großes Potenzial für Kooperationen. Viele BITMi-Unternehmen betreuen genau die Kundengruppe, für die Kyvion Secure Access entwickelt wurde. Gleichzeitig verfügen sie über das technische Know-how und die Nähe zum Kunden, die für die Umsetzung moderner Zugriffskonzepte notwendig sind.

Deshalb sucht Kyvion nicht einfach möglichst viele Wiederverkäufer. Gesucht werden IT-Unternehmen, die sich gemeinsam mit Kyvion ein zusätzliches Geschäftsfeld rund um sicheren Fernzugriff, privilegierte Zugänge und digitale Souveränität aufbauen möchten.

Dabei kann der Einstieg ganz bewusst klein beginnen. Ein Kunde mit mehreren externen Dienstleistern, ein Unternehmen mit administrativen RDP- oder SSH-Zugängen, ein Mittelständler, der sein bisheriges VPN-Konzept überprüfen möchte, oder eine Organisation, die kritische Anwendungen ohne direkten Netzwerkzugriff bereitstellen will, kann bereits ein geeignetes erstes Projekt sein.

Aus solchen Projekten sollen langfristige Partnerschaften entstehen.

Kyvion möchte deshalb mit interessierten BITMi-Mitgliedern ins Gespräch kommen, die sichere Zugriffslösungen bereits heute anbieten oder dieses Geschäftsfeld zukünftig aufbauen möchten. Im ersten Schritt geht es nicht um große Mindestumsätze oder umfangreiche Verpflichtungen, sondern darum, gemeinsam zu prüfen, wo Kyvion Secure Access das bestehende Lösungsportfolio eines IT-Unternehmens sinnvoll ergänzen kann.

Denn die zentrale Frage für den Kunden lautet am Ende nicht, welches Produkt er kaufen soll. Sie lautet wesentlich einfacher:

Wie gebe ich einem Menschen sicheren Zugriff auf genau das System, das er benötigt – ohne ihm mehr Zugang zu meinem Netzwerk zu geben als notwendig?

Genau diese Frage möchte Kyvion gemeinsam mit mittelständischen IT-Partnern beantworten.

Interessierte BITMi-Mitglieder und IT-Systemhäuser sind eingeladen, Kyvion Secure Access kennenzulernen und mit Kyvion über eine mögliche Partnerschaft zu sprechen.

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