Isabel Weyerts

Der Druck auf europäische Unternehmen und die öffentliche Verwaltung wächst stetig. Geopolitische Spannungen und immer strengere regulatorische Anforderungen, wie der EU Data Act oder die NIS2-Richtlinie, machen digitale Unabhängigkeit zu einer strategischen Notwendigkeit für den deutschen IT-Mittelstand.

Wer sich heute unbedacht in eine tiefgreifende technologische Abhängigkeit von globalen IT-Giganten begibt, riskiert nicht nur unvorhersehbare Kostensteigerungen, sondern im Ernstfall auch den Verlust der eigenen operativen Handlungsfähigkeit.

Die Illusion der Souveränität

In der Vergangenheit herrschte oft der Irrglaube, dass die reine Datenspeicherung innerhalb europäischer Grenzen für technologische Unabhängigkeit ausreicht. Doch das ist eine gefährliche Illusion. Nur weil Daten physisch in Europa liegen, sind die dahinterliegenden Lösungen nicht automatisch souverän. Eine solche rein standortbezogene Betrachtungsweise greift deutlich zu kurz und maskiert oftmals weitreichende strukturelle Abhängigkeiten.

Durch extraterritoriale Gesetze wie beispielsweise den US Cloud Act behalten Behörden außerhalb der Europäischen Union oftmals weitreichende Zugriffsmöglichkeiten auf sensible Unternehmensdaten – und zwar selbst dann, wenn die Server physisch in Frankfurt am Main oder in Amsterdam stehen.

Zudem droht bei der Nutzung proprietärer Software-Stacks großer Hyperscaler ein massives Sicherheitsrisiko: Bricht die Verbindung zum Anbieter aus geopolitischen, wirtschaftlichen oder technischen Gründen ab, wird die gesamte betroffene IT-Infrastruktur mangels Patches und Updates binnen weniger Tage zum Sicherheitsrisiko. Wie aber können Entscheider aus Industrie und Mittelstand in diesem unübersichtlichen und hochkomplexen Umfeld sicher, fundiert und souverän über ihre kritische digitale Infrastruktur entscheiden?

Der European Sovereign Stack Standard (ES³)

Um genau diese Marktlücke zu schließen, hat Schwarz Digits, die IT- und Digitalsparte der Schwarz Gruppe, den „European Sovereign Stack Standard“, entwickelt, kurz ES³. Mit dem ES³ überführt Schwarz Digits das oftmals sehr abstrakte und rein theoretisch diskutierte Leitbild der digitalen Souveränität in eine klar messbare, zertifizierte und vor allem praxisorientierte Realität. Damit setzt das Unternehmen einen neuen europäischen Standard für digitale Souveränität, der Transparenz in einen bislang undurchsichtigen Markt bringt.

Das dem ES³ zugrunde liegende Reifegrad-Modell bewertet und klassifiziert die digitale Souveränität von IT-Services in vier übersichtlichen, kumulativen Stufen. Ziel dieser wegweisenden Initiative ist es, die Komplexität von IT-Infrastrukturen für den Anwender beherrschbar zu machen und deren digitale Souveränität objektiv bewerten und vergleichen zu können. Echte digitale Souveränität erfordert zwingend die volle Transparenz über den gesamten Tech-Stack hinweg. Wer auf den European Sovereign Stack Standard setzt, entscheidet sich proaktiv für eine geprüfte Sicherheit, ohne dabei jegliche Kompromisse bei der Performance oder Skalierbarkeit hinnehmen zu müssen.

Vier Reifegrad-Stufen für belastbare Entscheidungen

Die systematische Bewertung der Souveränität von IT-Services und -Lösungen in der Cloud erfolgt nach dem ES³ in den folgenden vier aufeinander aufbauenden Stufen: Basic, Initial, Advanced und Future-Proof. Die höchste Reifestufe dieses umfassenden Frameworks ist als „Future-proof“ (zukunftssicher) definiert. Sie unterstreicht die nahezu vollständige digitale Autonomie sowie die absolute und uneingeschränkte Handlungsfähigkeit der Anwender in jeder denkbaren regulatorischen oder geopolitischen Situation. Das Framework bietet somit eine am Markt bisher einzigartige Faktenbasis und Transparenz, die eine systematische, risikominimierte Entscheidung für wirklich souveräne IT-Lösungen ermöglicht.

Unabhängige Verifizierung durch BDO schafft absolutes Vertrauen

Um sicherzustellen, dass dieser neu geschaffene Standard neutral, nachvollziehbar und vor allem absolut objektiv bleibt, wurde das Modell nicht nur intern entwickelt, sondern durch eine externe, unabhängige Instanz auf Herz und Nieren geprüft. Die renommierte Wirtschaftsprüfungsgesellschaft BDO hat das Reifegrad-Modell, das auf einem höchst differenzierten Katalog mit mehr als 100 detaillierten Kriterien basiert, umfassend und kritisch verifiziert.

Diese tiefgreifende Validierung bietet Entscheidern im IT-Mittelstand drei entscheidende strategische Vorteile bei der Beschaffung: Erstens eine verlässliche und absolut belastbare Vergleichbarkeit unterschiedlicher IT-Services verschiedener Anbieter. Zweitens eine extrem hohe regulatorische Sicherheit im Hinblick auf aktuelle und kommende EU-Richtlinien. Und drittens ein signifikant verringertes Investitionsrisiko, da teure Fehlinvestitionen in proprietäre technologische Sackgassen von vornherein vermieden werden. Das Reifegrad-Modell folgt dabei in Gänze der Struktur, den tiefen Werten und den Prinzipien des Cloud Sovereignty Frameworks der Europäischen Kommission. Langfristig soll mit dieser Vorarbeit ein bindender Industriestandard für die gesamte EU etabliert werden, der eine praxisorientierte Bewertung und eine deutlich größere Detailtiefe als bisherige Modelle erlaubt.

Eigene IT-Infrastruktur auf digitale Souveränität prüfen lassen

Doch wie lässt sich dieser hohe Standard in der tatsächlichen Praxis des Mittelstands anwenden? Hinter dem ES³ liegt ein tiefgreifendes, ganzheitliches und durchdachtes Programm: Ein eigens dafür entwickeltes Presales-Tool ES³-Lens bestimmt in einem ersten Schritt detailliert den spezifischen Reifegrad der Souveränität von interessierten Unternehmen. Mithilfe dieser tiefgehenden Analyse erstellt STACKIT, der Cloud-Anbieter von Schwarz Digits, eine vollumfänglich maßgeschneiderte Empfehlung für IT-Lösungen, die absolut passgenau gleichzeitig dem technischen Bedarf und dem individuellen regulatorischen Bedarf an digitaler Souveränität des Kunden entspricht. Unternehmen können bereits heute ihrer IT-Infrastruktur hinsichtlich der digitalen Souveränität prüfen lassen auf Grundlage des ES³.

Mehr über den ES³ erfahren

Als europäischer Hyperscaler mit Sitz in Deutschland bietet STACKIT hochmoderne Rechenzentren, die sich ausnahmslos und exklusiv in Deutschland und Österreich befinden. Der absolut entscheidende Unterschied zu vielen globalen Mitbewerbern am Markt liegt jedoch auf einer fundamental anderen, weitaus tieferen Ebene: Die vollständige und unumschränkte Kontrolle über den gesamten Technologie-Stack liegt zu jedem einzelnen Zeitpunkt ausschließlich bei Schwarz Digits.

Darüber hinaus werden die IT-Lösungen von diversen externen Technologie-Partnern, die über die Cloud der STACKIT verfügbar sind, ebenfalls nach diesem strengen Reifegrad-Modell detailliert klassifiziert. Durch die Vergabe entsprechender Souveränitäts-Badges erhalten diese Partner eine extrem hohe Visibilität in einem rasant wachsenden Marktsegment. Dies schafft letztendlich eine perfekte Win-win- Situation für ausnahmslos alle Beteiligten: Die Kunden aus dem Mittelstand profitieren massiv von einem stetig wachsenden, dynamischen Ökosystem aus erstklassigen, verlässlichen Partnern, deren angebotene Services nach den strengsten Souveränitäts-Kriterien unabhängig geprüft und verifiziert wurden.

Erprobt unter den extremsten Bedingungen der Industrie

Dass dieser konsequente, kompromisslose Weg der digitalen Souveränität nicht nur in der Theorie auf dem Papier, sondern auch in der extrem harten Realität des Geschäftsalltags funktioniert, beweist Schwarz Digits jeden Tag aufs Neue. Die eigenen technologischen Lösungen werden prinzipiell immer zuerst vom kritischsten und forderndsten aller Kunden ausführlich und unter realen Bedingungen auf Herz und Nieren getestet: den Unternehmen Schwarz Gruppe selbst. Die gesamte, hochkomplexe IT-Infrastruktur der Unternehmen der Schwarz Gruppe, die mit Lidl und Kaufland eine der größten und dynamischsten Handelsgruppen der gesamten Welt darstellt, wird auf genau dieser souveränen, hier beschriebenen Basis betrieben. Das bedeutet, dass das System hochverfügbar, grenzenlos skalierbar und erprobt unter den absolut extremsten Lastspitzen ist, die im weltweiten Einzelhandel auftreten.

Fazit: Autonomie als unverzichtbare Basis für Innovation

Zusammenfassend lässt sich festhalten: Digitale Souveränität ist für den deutschen IT-Mittelstand weder ein Selbstzweck noch ein reines, lästiges Compliance-Thema zum reinen Abhaken regulatorischer Checklisten. Sie ist vielmehr die zwingend notwendige, fundamentale Basis für souveräne Innovationen und die langfristige, nachhaltige Zukunft der gesamten europäischen Wirtschaft. Mit dem European

Sovereign Stack Standard (ES³) steht der Industrie und dem Mittelstand nun endlich ein mächtiges, transparentes Werkzeug zur Verfügung, um in einer zunehmend fragmentierten globalen Ordnung die digitale Selbstbestimmung als den entscheidenden Faktor für Resilienz, Wachstum und Wohlstand aktiv zu sichern. Gemeinsam mit starken, verlässlichen Partnern aus dem deutschen und europäischen Mittelstand kann so ein nachhaltiges Ökosystem etabliert werden, das kompromisslos auf offenen Standards und echter technologischer Wahlfreiheit basiert – für ein langfristig digital handlungsfähiges, sicheres und wirtschaftlich starkes Europa.

 

Unternehmensprofil

Schwarz Digits ist die IT- und Digitalsparte der Schwarz Gruppe. Sie bietet überzeugende digitale Produkte und Services an, die den hohen deutschen Datenschutzstandards entsprechen. Damit garantiert Schwarz Digits größtmögliche digitale Souveränität. Mit diesem Anspruch stellt Schwarz Digits die IT-Infrastruktur und Lösungen für das umfangreiche Ökosystem der Unternehmen der Schwarz Gruppe bereit und entwickelt dieses zukunftsfähig weiter. Zu den souveränen Kernleistungen von Schwarz Digits gehören Cloud, Cyber Security, Data und AI, Communication und Workspace.

Kontakt

Jo-Ann Sophie Gosemann
Complex Deals Lead & Programmleitung European Sovereign Stack Standard
Schwarz Digits

es3@digits.schwarz