Die Softwareallianz Deutschland startet mit BITMi und OSBA das „Forum für Digitale Souveränität“ – erste Stationen in Hamburg, Frankfurt und Berlin
Hamburg, 30. September 2026 – Wie bleiben Verwaltung und Mittelstand digital handlungsfähig, wenn geopolitische Spannungen, technologische Abhängigkeiten und der rasante Fortschritt bei KI und Cloud den Druck erhöhen? Diese Frage steht im Mittelpunkt beim „Forum für Digitale Souveränität“.
Die bundesweite Veranstaltungsreihe ist eine Initiative der Softwareallianz Deutschland GmbH (SWAD) in Kooperation mit dem Bundesverband IT-Mittelstand e.V. (BITMi) und der Open Source Business Alliance – Bundesverband für digitale Souveränität e.V. (OSBA). Das Forum ist offen für alle Interessierten und setzt bewusst auf Dialog: Es bringt Menschen aus Verwaltung, Politik, Softwareunternehmen, IT-Dienstleistung und Forschung an einen Tisch.
„Digitale Souveränität entscheidet darüber, ob wir auch morgen selbst bestimmen können, wie wir wirtschaften, arbeiten und unsere Daten nutzen. Deshalb müssen Politik, Digitalwirtschaft und Anwender jetzt gemeinsam Verantwortung übernehmen und europäischen Lösungen den Weg in die Praxis öffnen. Mit dem Forum für digitale Souveränität bringen wir die Partner zusammen, die daraus konkrete Projekte und verbindliche nächste Schritte machen können“, sagt Christian Gericke, Vizepräsident des BITMi.
Austausch auf Augenhöhe zu einem Thema, das alle angeht
Digitale Souveränität ist für öffentliche Verwaltung und Wirtschaft eine zentrale Voraussetzung, um bei Software, Infrastruktur und Künstlicher Intelligenz unabhängig und zukunftsfähig zu bleiben.
Doch viele Fragen sind offen: Wie lässt sich Infrastruktur unabhängig betreiben? Wie werden Daten und geistiges Eigentum nachhaltig geschützt? Und wie entstehen souveräne Cloud- Dienste, die leistungsfähig und nutzerfreundlich sind? Welche Risiken entstehen aus beschränkten Wahlmöglichkeiten und wie kann man diesen begegnen?
Genau hier setzt das Forum an. Digitale Souveränität bedeutet für die Initiatoren, dass digitale Technologien bewusst, sicher und selbstbestimmt eingesetzt werden können. Der IT-Mittelstand versteht sich dabei als Enabler, der Behörden und Verwaltung konkret zu mehr Resilienz, Innovationsfähigkeit und Sicherheit begleitet. Das Format folgt fünf Leitgedanken:
- Neutralität: keine Produkt- oder Anbieterwerbung, sondern Austausch auf Augenhöhe
- Praxis im Fokus: konkrete Herausforderungen und Lösungsansätze
- Perspektivenvielfalt: Behörden, Unternehmen und Dienstleister gemeinsam
- Relevanz: digitale Souveränität als Standort-, Sicherheits- und Zukunftsthema
- Regionalität: dezentrale Veranstaltungen mit bundesweiter Relevanz
Jede Station verbindet eine Keynote aus Verwaltung oder Wissenschaft mit einer Paneldiskussion und bietet ausdrücklich Raum für Fragen und Gespräche mit dem Publikum.
Die ersten Stationen: Hamburg, Frankfurt, Berlin
Hamburg (Nord) – 6. Oktober 2026, 16:45 bis 20:00 Uhr, Top Technologies Consulting, Halstenbek | Bei der Auftaktveranstaltung ist Sven Thomsen, CIO des Landes Schleswig- Holstein zu Gast. Er teilt seine Erfahrungen aus der umfangreichen Umstellung der Landesverwaltung auf Open Source. Gleichzeitig geht es um die positiven Aspekte, die eine Öffnung der Wertschöpfungsketten für regionale Partner mit sich bringt. Im anschließenden Panel „Souverän und resilient: Wie der Mittelstand handlungsfähig bleibt“ diskutiert er mit Hato Nordeck (Nordeck IT) und Dr. Ralph Huesmann (SWAD), moderiert von Christian Schmidt (simplexion GmbH), über die nächsten Schritte und darüber, wie KMU und regionale Unternehmen sich positionieren können.
Frankfurt (Wiesbaden) – 9. Oktober 2026, 10:00 bis 13:00 Uhr, IHK Wiesbaden | Prof. Dr. Dirk
Loomans, Professor für Wirtschaftsinformatik an der Hochschule Mainz und früher CISO bei Infineon sowie Partner bei KPMG, fragt in seiner Keynote: „Frei im Code. Aber auch souverän? Warum digitale Souveränität mehr ist als Open Source.“ Sein Fazit: Souverän ist, wer entscheiden kann. Im Panel „Souverän genug für den nächsten Markt?“ diskutieren Loomans, Stephan Simmang (Börse Stuttgart), Denis Gutenberger (DG Nexolution) und Andreas Mertens (avameo GmbH), moderiert von Alexander Häussermann (Zukunft aus Identität).
Berlin – 12. Oktober 2026, 17:00 bis 20:00 Uhr, The EMB Berlin | Dirk Meyer-Claassen, Abteilungsleiter „Strategie, Steuerung, Recht und Prozesse (CDO-Aufgaben)“ in der Senatskanzlei Berlin, spricht über „Digitale Souveränität als Grundlage für einen modernen Staat“. Er zeigt anhand von Kennzahlen die Abhängigkeiten der öffentlichen IT auf und stellt die Berliner Open-Source- und Multi-Cloud-Strategie vor. Im Panel „Auf dem Weg zu sicherer und wirksamer digitaler Souveränität“ diskutieren Meyer-Claassen, Simon Pentzien (Rechtsanwalt), Peer Heinlein (Open Source Business Alliance) und BITMi-Vizepräsident Christian Gericke, moderiert von Kai Bowenkamp (evolving Systems).
Nürnberg, Leipzig und mehr: weitere Stationen folgen
Hamburg, Frankfurt und Berlin sind der Anfang: Insgesamt ist das Forum an rund zehn Standorten in Deutschland geplant. Details zu den weiteren Terminen in Nürnberg (26.10.), Leipzig (12.11.), Hannover, München, Stuttgart und Köln werden laufend unter www.softwareallianz.de bekannt gegeben.
Die Teilnahme ist kostenfrei, eine Anmeldung ist erforderlich unter www.softwareallianz.de. Expertinnen und Experten aus Verwaltung, Softwareunternehmen, IT-Dienstleistung, Open- Source-Ökosystem, Cloud- und Plattformbetrieb sowie KI und Verwaltungsmodernisierung sind eingeladen, sich mit eigenen Impulsen einzubringen.
