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Stellungnahme zum geplanten 28. Regime der EU: Digitale Integration als Schlüssel zum europäischen Binnenmarkt

Anlässlich der Anhörung des Justizministeriums zum 28. Regime im Gesellschaftsrecht hat der Bundesverband IT-Mittelstand e.V. (BITMi) eine Stellungnahme zur geplanten Reform eingereicht.

Das 28. Regime der EU könnte die einflussreichste Reform des europäischen Binnenmarkts seit mehr  als 20 Jahren werden. Im Kern zielt es auf die Schaffung eines einheitlichen, interoperablen und digital
durchgängigen Unternehmensrahmens in allen 27 Mitgliedstaaten ab. Als Vertreter der deutschen  mittelständischen IT-Unternehmen fordern wir die Bundesregierung auf, Ehrgeiz, Tempo und digitale
Innovation an erste Stelle zu setzen. Europa darf im globalen Wettbewerb um Wettbewerbsfähigkeit  nicht zurückfallen – besonders nicht im digitalen Zeitalter.

Während Waren und Dienstleistungen immer einfacher grenzüberschreitend gehandelt werden, hinkt  die digitale Integration Europas hinterher. Nationale Regulierungen, inkompatible technische
Standards und fragmentierte Märkte behindern die Entwicklung eines echten digitalen Binnenmarkts. Die mittelständische Digitalwirtschaft, die ein zentraler Treiber für Innovation und Beschäftigung ist,
leidet besonders unter den aktuellen Barrieren. Vereinfachte, digitale und interoperable Regelungen sind daher kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit.

Der BITMi plädiert für die Einführung der EU Inc. als einheitliche, digitale Rechtsform und fordert drei digitale Grundsätze für die Reform:

  1. Digital by Default: Vollständige Digitalisierung aller Prozesse
  2. Offener Rahmen für alle – ohne Ausgrenzung
  3. Interoperabilität als Voraussetzung

zur Stellungnahme

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Das BITMi-Netzwerk wächst: Die Low-Code Association schließt sich an

Aachen/ Berlin, 27. April 2026 – Die Low-Code Association e.V. ist als assoziiertes Mitglied dem Bundesverband IT-Mittelstand e.V. (BITMi) beigetreten. Durch die Partnerschaft bündeln beide Organisationen ihre Expertise, um die digitale Transformation in Deutschland gezielt und souverän voranzubringen.

„Ich freue mich sehr, die Low-Code Association im BITMi-Netzwerk willkommen zu heißen. Mit ihr gewinnen wir einen starken Partner, der wichtige Impulse für die Digitalisierung der deutschen Wirtschaft setzt. Gemeinsam wollen wir Innovationen ‚Made in Europe‘ stärken und so langfristig dazu beitragen, die Abhängigkeit von außereuropäischen Technologiekonzernen zu reduzieren“, erklärt Christian Gericke, Vizepräsident des BITMi.

Die Low-Code Association e.V. vereint führende Low-Code-Plattformanbieter und Systemintegratoren im deutschsprachigen Raum sowie ausgewählte europäische Plattformen. Als zentrale Austauschplattform bringt sie die relevanten Akteure der Low-Code-Community zusammen – von Technologieanbietern über Integratoren und Entwickler bis hin zu Fachbereichen und Anwendern. Der Verband fördert den strukturierten Austausch, Best Practices und gemeinsame Initiativen und schafft so die Grundlage für den breiten und wirksamen Einsatz von Low-Code und No-Code in der Praxis.

Markus Bernhart, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Low-Code Association e.V. erklärt: „Deutschland diskutiert viel über Digitalisierung. Wir wollen sie endlich umsetzen. Moderne, agile Softwareentwicklung wie Low-Code ist dafür einer der schnellsten und wirksamsten Hebel und längst mehr als ein Effizienzthema. Sie ist ein zentraler Baustein für digitale Souveränität. Mit dem BITMi bündeln wir gezielt unsere Kräfte, um diesen Ansatz aus der Nische in die breite Anwendung zu bringen, in der privaten Wirtschaft ebenso wie in der öffentlichen Verwaltung. Unser Anspruch ist klar: weniger Theorie, mehr Umsetzung.“

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BITMi zur Vergaberechtsreform: Mehr Mut zu Digitaler Souveränität

Aachen/ Berlin, 24. April 2026 – Gestern hat der Bundestag das Vergabebeschleunigungsgesetz verabschiedet mit dem Ziel, Vergabeprozesse zu verkürzen und die Berücksichtigung von Kriterien der Cybersicherheit und digitalen Souveränität zu vereinfachen. Der Bundesverband IT-Mittelstand e.V. (BITMi) begrüßt den optionalen Einbezug digitaler Souveränität als Zuschlagskriterium grundsätzlich, auch wenn eine verpflichtende Berücksichtigung das Ziel sein sollte.

„Die öffentliche Hand als größter IT-Einkäufer in Deutschland ist ein entscheidender Hebel für die Förderung digitaler Souveränität. Zwar verliert das neue Vergaberecht einiges an Kraft dadurch, dass digitale Souveränität nur als optionales Kriterium aufgenommen wurde. Dennoch bietet die Reform jetzt Spielraum zur expliziten Berücksichtigung. Jetzt kommt es darauf an, diesen auch zu nutzen und sich in kritischen Bereichen für digitale souveräne Lösungen zu entscheiden. Wir appellieren an jeden staatlichen Einkäufer, sich für IT-Lösungen zu entscheiden, die auf technologische Selbstbestimmung einzahlen und die lokale Wertschöpfung stärken,“ kommentiert BITMi-Präsident Dr. Oliver Grün.

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Fachkräftemangel von Konjunkturdruck überlagert – Umfrage im IT-Mittelstand

  • Der IT-Fachkräftemangel wird aktuell von der herausfordernden wirtschaftlichen Situation überschattet.
  • Fachkräftemangel existiert in entschärfter Version weiterhin, doch fehlt es dabei nicht an Bewerbern, sondern an passenden Kandidaten.
  • KI-Einsatz in der IT-Branche zeigt erste Auswirkungen auf den Stellenmarkt.
  • Das Fähigkeitenprofil für IT-Fachkräfte erweitert sich um KI-Kenntnisse, verlangt aber vor allem auch Kommunikationsfähigkeit und Kundenverständnis.

Aachen, 20. April 2026 – Noch vor drei Jahren war der Fachkräftemangel die größte Herausforderung für die deutsche IT-Branche. Die aktuelle Umfrage des Bundesverband IT-Mittelstand e.V. (BITMi) zur Fachkräftesituation in kleinen und mittleren IT-Unternehmen (IT-KMU) zeigt: Die Fachkräftelücke ist schmaler geworden, hat sich aber nicht geschlossen. Die schwierige Wirtschaftssituation stellt KMU vor eine Herausforderung, die die Suche nach Fachkräften in den Hintergrund rücken lässt. Gleichzeitig zeigt der Einzug von KI in die IT-Branche erste Auswirkungen auf dem IT-Stellenmarkt.

„Unsere aktuelle Umfrage zeigt, dass der Fachkräftemangel, der lange ein so enormes Problem für die deutsche IT-Wirtschaft war, keinesfalls langfristig gelöst wurde. Vielmehr wird er aktuell durch unsere schwächelnde Konjunktur überdeckt, wird aber spätestens durch den demographischen Wandel später zurückkehren“, ordnet Dr. Oliver Grün, Präsident des BITMi, die Umfrageergebnisse ein, „Für den Wirtschaftsstandort Deutschland bleibt eine starke Digitalwirtschaft aber entscheidend, um im internationalen Wettbewerb zu bestehen. Und hier ist der IT-Mittelstand entscheidend, denn er macht die Mehrzahl der Arbeitsplätze und rund die Hälfte des Marktvolumens in der deutschen IT-Branche aus. Damit er dieses Potenzial weiterhin ausschöpfen kann, braucht es jetzt die richtigen politischen Impulse.“

Vom Fachkräfte- zum Konjunkturproblem – welche Rolle spielt KI?

Ende 2022 sahen noch knapp über 80 Prozent der IT-Mittelständler den Fachkräftemangel als größte Herausforderung. Anfang dieses Jahres waren es nur noch 25 Prozent. Stattdessen wird nun vor allem die wirtschaftliche Lage als Problem wahrgenommen, so 77 Prozent der Unternehmen. Auch bei den offenen Stellen zeigt sich eine deutliche Veränderung: Der Anteil der Unternehmen, bei denen mehr als 10 Prozent der IT-Stellen unbesetzt sind, hat sich seit 2023 fast halbiert. Gleichzeitig hat sich der Anteil der Unternehmen ohne unbesetzte Stellen nahezu verdoppelt. Das zeigt die aktuelle Umfrage zum IT-Fachkräftemangel.

Diese Entwicklung spiegelt sich auch in den Faktoren wider, die laut der aktuellen Umfrage die Verfügbarkeit von IT-Stellen in den Unternehmen beeinflussen. Am häufigsten nennen die Befragten wirtschaftliche Unsicherheit (45 Prozent) und Budgetkürzungen bei Kunden (37 Prozent). Danach folgen interne Umstrukturierungen (26 Prozent). Gleichzeitig spielt auch Künstliche Intelligenz (KI) eine wachsende Rolle: 24 Prozent der Unternehmen geben Effizienzgewinne durch KI als Faktor an. Außerdem sagen 37 Prozent, dass Kenntnisse im Umgang mit KI eine Fähigkeit sind, die ihnen bei IT-Fachkräften wichtig ist. Damit sind KI-Kenntnisse gleichauf mit klassischen Programmierkenntnissen.

Balkendiagramm zur Frage "Welche Faktoren bestimmen aktuell die Verfügbarkeit von IT-Stellen in Ihrem Unternehmen?" Die Balken sind: wirtschaftliche Unsicherheit im eigenen Unternehmen 45% Budgetkürzungen bei Kunden 37% Umstrukturierung im eigenen Unternehmen 26% Effizienzgewinne durch KI 24% Outsourcing/Nearshoring von IT-Leistungen 3% Sonstige 11%; n=38 (Mehrfachauswahl möglich)

 

„KI kann zu einer enormen Effizienzsteigerung in der IT-Branche, insbesondere in der Softwareentwicklung, führen. Hier liegt echtes Potenzial, das noch mehr IT-Unternehmen fundiert einsetzen müssen, um international mitzuhalten. Außerdem brauchen wir in Zukunft mehr Softwarearchitekten als Softwareentwickler, denn die Arbeit des Code Schreibens wird zunehmend durch die KI übernommen“, erklärt Grün.

Suche nach geeigneten Fachkräften bleibt Herausforderung

Trotz des Rückgangs unbesetzter Stellen schätzen rund 40 Prozent der Befragten die Verfügbarkeit von IT-Fachkräften weiterhin als schwierig oder sehr schwierig ein. Dabei geht es offenbar weniger um die reine Anzahl an Bewerbern, sondern vielmehr um deren Passgenauigkeit.

Mit deutlichem Abstand nennen die Unternehmen vor allem unterschiedliche Vorstellungen bei Gehältern (66 Prozent) und Qualifikationen (56 Prozent) als wichtigste Einflussfaktoren. Aspekte der tatsächlichen Verfügbarkeit spielen hingegen eine nachgeordnete Rolle: Eine regional begrenzte Verfügbarkeit nennen 29 Prozent, den demografischen Wandel 24 Prozent. Auch die internationale Konkurrenz durch Remote Work ist mit 17 Prozent vergleichsweise weniger bedeutend. Nur jeweils 7 Prozent nennen Teilzeitarbeit, geringe Absolventenzahlen oder eine niedrige Erwerbsbeteiligung bestimmter Gruppen als relevant.

Balkendiagramm zur Frage "Welche Faktoren beeinflussen aus Ihrer Sicht aktuell die Verfügbarkeit von IT- Fachkräften?" Die Balken sind: Diskrepanz bei den Gehaltsvorstellungen 66% Diskrepanz bei den Qualifikationsanforderungen 56% regional begrenzte Verfügbarkeit 29% demografischer Wandel 24% internationale Konkurrenz durch Remote-Work 17% Teilzeiterwerb 7% zu geringe Absolventenzahlen in IT ​Studiengängen/Ausbildung 7% zu geringe Erwerbsbeteiligung bestimmter Gruppen (z. B. ​Frauen, Ältere) 7% Sonstige 17%; n=41 (Mehrfachauswahl möglich)

„Die Diskrepanz entsteht nicht, weil es zu wenige IT-Fachkräfte gibt, sondern weil Angebot und Nachfrage strukturell aneinander vorbeilaufen. Unternehmen suchen hochspezialisierte Profile mit sofortigem Impact, während Kandidaten ihre Marktposition – getrieben durch Knappheit, Remote-Optionen und internationale Vergleichbarkeit – selbstbewusster bepreisen. Gleichzeitig entwickeln sich Technologien schneller als klassische Qualifikationsprofile“, erklärt Albert Vallendar, Sprecher der BITMi-Fachgruppe Bildung. Fachkräfte. Arbeitswelten.

Was suchen Unternehmen?

Unternehmen suchen derzeit vor allem nach Fachkräften in klassischen und zugleich strategisch wichtigen IT-Rollen. Besonders gefragt sind IT-Support und Systemadministration (jeweils 31 Prozent), dicht gefolgt von IT-Projektmanagern bzw. Product Ownern (29 Prozent) sowie IT-Security-Spezialisten (24 Prozent).
Bei den geforderten Kompetenzen stehen nicht nur technische Fähigkeiten im Vordergrund, sondern vor allem auch soziale und kommunikative Aspekte. An erster Stelle stehen Kommunikationsfähigkeit und Kundenverständnis (68 Prozent), gefolgt von Deutschkenntnissen (54 Prozent) und Wissen im Bereich IT-Security (49 Prozent). Ergänzend dazu werden Kenntnisse in Software- und Cloud-Architektur (39 Prozent bzw. 37 Prozent) sowie klassische Programmierfähigkeiten gleichauf mit KI-Kenntnissen (beide 37 Prozent) häufig genannt.

Balkendiagramm zur Frage "Welche Fähigkeiten sind für Sie besonders wichtig bei IT-Fachkräften?" DIe Balken sind: Kommunikation & Kundenverständnis 68% Deutschkenntnisse 54% IT-Security 49% Software-Architektur 39% Klassische Programmierkenntnisse 37% KI-Nutzung und Prompting 37% Cloud-Architekturen 37% Branchenwissen 29% Agile Methoden 15% Englischkenntnisse 15% Sonstige 7%; n=41 (Mehrfachauswahl möglich

„Insgesamt zeigt sich, dass Unternehmen gezielt nach hochperformanten Generalisten suchen – Fachkräfte, die nicht nur technologisch exzellent sind, sondern ebenso souverän intern wie extern auftreten, komplexe Inhalte verständlich vermitteln und aktiv zur Kundenentwicklung beitragen“, so Vallendar, „Die Diskussion, ob Programmieren oder KI wichtiger ist, greift also zu kurz. Der eigentliche Engpass sind Menschen, die Technologie verkaufen, erklären und beim Kunden verankern können. Genau diese hybriden Rollen treiben aktuell den Markt – und genau dort fehlt es am meisten.“

alle Umfrageergebnisse

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Security-Awareness als Kulturfaktor: Wie gelebte IT-Sicherheit die Fachkräftebindung stärkt

Ein Impuls darüber, wie eine moderne Sicherheitskultur das Vertrauen im Team festigt und die Attraktivität als Arbeitgeber steigert.

In der modernen, hypervernetzten Geschäftswelt wird die Debatte um Cybersicherheit oft auf technische Parameter reduziert: Firewalls, Verschlüsselungsalgorithmen, Endpoint-Protection. Diese Abwehrmechanismen sind essenziell, keine Frage. Doch als CEO der Basec GmbH betrachte ich die digitale Resilienz eines Unternehmens aus einer weiteren, entscheidenden Perspektive: der kulturellen.

Wir leben in einer Zeit des eklatanten Fachkräftemangels. Qualifizierte Mitarbeiter suchen nicht mehr nur nach einem Gehaltsscheck; sie suchen nach Purpose, nach psychologischer Sicherheit und nach einem Arbeitsumfeld, das Professionalität ausstrahlt. Ein oft übersehener Hebel für die Gewinnung und, noch wichtiger, die langfristige Bindung dieser Talente liegt in der Etablierung einer gelebten IT-Sicherheitskultur.

Der Wandel: Vom „menschlichen Risiko“ zum „menschlichen Sensor“

Lange Zeit dominierte in der IT-Security das Paradigma des „Faktors Mensch“ als Schwachstelle. Mitarbeiter wurden als Sicherheitsrisiko Nr. 1 betrachtet, das durch restriktive Policen und jährliche, oft zähe Compliance-Schulungen „domestiziert“ werden musste. Dieser Ansatz ist nicht nur ineffektiv, sondern kontraproduktiv für die Mitarbeiterbindung. Wer möchte in einem Umfeld arbeiten, das von Misstrauen und der permanenten Angst vor Fehlern geprägt ist?

Eine moderne Sicherheitskultur, wie wir sie bei Basec verstehen, dreht dieses Narrativ um. Wir betrachten unsere Mitarbeiter nicht als Risikofaktor, sondern als unsere stärkste Verteidigungslinie: als aufmerksame, befähigte menschliche Sensoren.

Dieser Wandel beginnt im Kopf der Führungsebene. Erfordert wird eine Transformation von Security-Compliance hin zu echtem Security-Engagement. Ziel ist es, dass jeder Mitarbeiter, vom Praktikanten bis zum CEO, versteht, warum Sicherheit wichtig ist, nicht nur für das Unternehmen, sondern auch für seine eigene Arbeitsfähigkeit und die Integrität der Kundendaten.

Psychologische Sicherheit als Fundament

Der stärkste Klebstoff für Teams ist Vertrauen. In einer toxischen Kultur, in der ein Klick auf einen Phishing-Link zu öffentlicher Bloßstellung oder drakonischen Strafen führt, werden Fehler verheimlicht. Verheimlichte Fehler sind die Einfallstore, nach denen Angreifer suchen.

In einer gelebten IT-Sicherheitskultur hingegen herrscht psychologische Sicherheit. Wenn ein Mitarbeiter einen Fehler macht (und jeder macht Fehler), fühlt er sich sicher genug, diesen sofort zu melden, ohne Angst vor Repressalien. Das Management reagiert nicht mit Strafe, sondern mit Unterstützung und dem Fokus auf die gemeinsame Behebung des Vorfalls. Diese Fehlerkultur festigt das Vertrauen im Team immens. Es signalisiert: „Wir stehen zusammen, wir lösen Probleme gemeinsam, und wir lernen daraus.“ Ein solches Umfeld ist für High Potentials hochattraktiv.

Die Arbeitgebermarke (Employer Brand) im digitalen Zeitalter

Die Professionalität, mit der ein Unternehmen seine IT-Sicherheit handhabt, ist heute ein direkter Indikator für seine allgemeine Managementqualität. Fachkräfte, insbesondere aus dem Technologie- oder Datensektor, durchschauen schnell, ob Security nur ein Marketing-Slogan ist oder gelebte Realität.

Eine robuste, transparente Sicherheitskultur signalisiert:

  1. Technologische Reife: Wir arbeiten mit modernen Tools und Prozessen.
  2. Verantwortungsbewusstsein: Wir schützen die Daten unserer Kunden und Mitarbeiter mit höchster Priorität.
  3. Zukunftsfähigkeit: Wir sind gegen die existenziellen Risiken der Digitalisierung gewappnet.

Wenn ein Bewerber im Onboarding-Prozess erlebt, dass Security-Awareness spielerisch, kontinuierlich und als integraler Bestandteil der Arbeit (und nicht als lästiges Extra) vermittelt wird, steigert dies die Attraktivität des Arbeitgebers. Es zeigt, dass das Unternehmen in die Befähigung seiner Mitarbeiter investiert.

Der Weg zur gelebten Sicherheitskultur

Wie transformiert man nun die Unternehmenskultur? Das ist kein Projekt mit Enddatum, sondern ein kontinuierlicher Prozess, der „Top-Down“ vorgelebt und „Bottom-Up“ getragen werden muss.

  • Wir C-Level-Manager müssen die ersten Botschafter der Sicherheitskultur sein. Wenn ich Sicherheitsregeln umgehe, warum sollte sich mein Team daran halten?
  • Schulungen dürfen nicht generisch sein. Sie müssen die spezifischen Risiken des jeweiligen Arbeitsplatzes adressieren. Storytelling ist hierbei effektiver als das bloße Herunterbeten von Paragraphen.
  • Statt nur auf Fehler zu lauern, sollten wir sicheres Verhalten belohnen. Gamification-Elemente, bei denen Teams spielerisch gegeneinander antreten, um Sicherheits-Champions zu werden, fördern das Engagement und den Teamgeist.
  • IT-Sicherheit darf die Arbeitsabläufe nicht blockieren. Wenn Sicherheitsmaßnahmen zu umständlich sind, werden Mitarbeiter Wege finden, sie zu umgehen („Shadow-IT“). Unser Ziel bei BASEC ist es, Sicherheit by design so einfach wie möglich zu gestalten.

In der digitalen Ökonomie ist IT-Sicherheit weit mehr als ein technischer Schutzschild. Sie ist ein Spiegelbild der Unternehmenskultur. Eine Kultur, die auf Befähigung, Vertrauen und gemeinsamer Verantwortung basiert, schützt nicht nur die digitalen Assets des Unternehmens, sondern stärkt auch die Bindung der wertvollsten Ressource: der Fachkräfte.

Sicherheitsbewusstsein als Kulturfaktor festigt das Vertrauen im Team und positioniert das Unternehmen als attraktiven, professionellen und zukunftssicheren Arbeitgeber. Wer die menschliche Komponente der Cybersicherheit vernachlässigt, riskiert nicht nur Datenverluste, sondern auch den Verlust seiner besten Talente.

 

Unternehmensprofil

In einer vernetzten Welt sind die wertvollsten Ressourcen Information und die Hoheit darüber. Die Basec GmbH versteht Cybersecurity nicht als bloße Abwehr von Bedrohungen, sondern als Fundament digitaler Souveränität. Basec gibt Ihnen die Kontrolle über Ihre digitale Identität zurück.

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Portrait von Jannik Schumann

Dr. Jannik Schumann

CEO
Deidesheim
jannik.schumann@basec.de

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IT-Fachkräftemangel: Gelöst oder nur verschoben?

Der Fachkräftemangel im IT-Mittelstand scheint zu verschwinden. Zumindest in den Umfragen. Laut der aktuellen BITMi-Jahresprognose sehen nur noch 25 Prozent der IT-Mittelständler den Fachkräftemangel als zentrale Hürde. Ein Minus von 20 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr. Stattdessen dominiert die Wirtschaftslage: 77 Prozent nennen sie als größtes Problem.

Gleichzeitig meldet der Bitkom weiterhin 109.000 unbesetzte IT-Stellen, und 79 Prozent der Unternehmen erwarten, dass sich die Lage weiter verschärft.

Wie passt das zusammen? Die Antwort: Der Fachkräftemangel hat sich nicht gelöst. Er wurde von der Konjunkturschwäche überlagert. Wer keine neuen Projekte startet, sucht auch keine neuen Leute. Aber das Grundproblem ist strukturell: zu wenig qualifizierte IT-Kräfte für zu viele offene Stellen. Es wird sich verschärfen, sobald die Nachfrage wieder anzieht.

Laut Bitkom rechnen 52 Prozent der Unternehmen damit, künftig leichter IT-Fachkräfte zu finden, weil andere Firmen konjunkturbedingt Stellen streichen. Ein Nullsummenspiel. Es kommt keine einzige neue Fachkraft auf den Markt. Der Talentpool wird nur umverteilt.

Das Institut der deutschen Wirtschaft prognostiziert bis 2028 eine Fachkräftelücke von über 133.000 allein in Digitalisierungsberufen. Den größten Mangel erwartet das IW bei Informatik-Experten, also genau den Profilen, die der Mittelstand für Digitalisierung, KI-Projekte und Produktentwicklung braucht.

Auch auf politische Lösungen sollte sich der Mittelstand nicht verlassen. Ja, der Koalitionsvertrag enthält sinnvolle Vorhaben: flexiblere Arbeitszeiten, erleichterte Fachkräfteeinwanderung, die Aktiv-Rente. Aber politische Reformen wirken in Legislaturperioden. Projektpläne laufen in Quartalen. Wer heute Kapazität braucht, kann nicht auf 2028 warten.

Was Unternehmen tun, und wo es hakt

IT-Mittelständler reagieren auf die Lage mit unterschiedlichen Ansätzen. Keiner reicht allein.

Weiterbildung und Quereinstieg sind der nachhaltigste Weg. 31 Prozent der Unternehmen qualifizieren Mitarbeitende intern für neue IT-Aufgaben, 27 Prozent der Neueinstellungen kommen aus fachfremden Bereichen. Es dauert allerdings 12 bis 18 Monate, bis ein Quereinsteiger produktiv arbeitet. Und 34 Prozent der Unternehmen berichten, dass Beschäftigte schlicht keine Lust auf IT-Weiterbildung haben.

KI steigert die Produktivität bestehender Teams, ersetzt aber kein Personal. Acht Prozent der Unternehmen setzen KI ein, um Personalengpässe zu kompensieren. Gleichzeitig erwarten 42 Prozent, dass KI-Projekte zusätzlichen IT-Bedarf erzeugen. KI automatisiert Routineaufgaben. Die erfahrenen Fachkräfte, die der Mittelstand am dringendsten sucht, liefert sie nicht.

Freelancer und Bodyleasing bringen schnelle Verfügbarkeit, aber keinen Wissensaufbau. Wer dauerhaft auf Externe setzt, erzeugt Abhängigkeiten und treibt Kosten, für den Mittelstand mit seinen langen Produktzyklen selten nachhaltig.

Klassisches Outsourcing, also die Verlagerung ganzer Arbeitspakete an Dienstleister in Indien oder Osteuropa, funktioniert bei klar abgrenzbaren Aufgaben. Für die enge, iterative Zusammenarbeit, die Produktentwicklung im Mittelstand erfordert, stößt das Modell an Grenzen. Die Reibung entsteht nicht nur durch Zeitzonen, sondern durch ein grundsätzliches Strukturproblem: Outsourcing-Dienstleister optimieren auf Auslastung, nicht auf Integration. Das Team arbeitet für einen Kunden, nicht mit ihm.

Nearshoring mit dedizierten Teams folgt einer anderen Logik. Unternehmen bauen eigene Teams in europanahen Regionen auf (Tunesien, Portugal, der Balkan), in der gleichen oder einer benachbarten Zeitzone. Die Ingenieure arbeiten nicht als externe Dienstleister, sondern als fester Teil der eigenen Organisation, eingebunden in dieselben Abläufe und Tools. Ein Employer of Record übernimmt dabei die rechtssichere Anstellung, Payroll und Compliance vor Ort. Eine eigene Niederlassung ist nicht erforderlich. Das Modell steht und fällt mit zwei Voraussetzungen: Das Unternehmen muss Remote-Arbeit bereits operativ beherrschen. Und es muss bereit sein, das neue Team genauso einzubinden und zu führen wie das Team vor Ort.

Ein Beispiel: Ein Tochterunternehmen eines deutschen Prüfkonzerns konnte innerhalb von 25 Tagen ein Dreierteam in Tunesien aufbauen. Innerhalb von anderthalb Jahren ist das Team auf sechs Ingenieure gewachsen. Das Unternehmen nimmt heute Projekte an, die vorher aus Kapazitäts- und Kostengründen nicht möglich waren. Entscheidend war nicht die Geschwindigkeit des Recruitings, sondern dass das Unternehmen bereits eine funktionierende Remote-Arbeitskultur hatte und das neue Team als Teil der eigenen Organisation behandelte. Integration ist Führungsarbeit. Wer das unterschätzt, wird mit jedem Modell scheitern, egal ob das Team in Tunis sitzt oder in Dresden.

Eine ausführliche Analyse mit Kostendaten, Standortvergleich und einem Fallbeispiel aus dem Anlagenbau finden Sie unter scope-merge.com/bericht

Wer jetzt nicht handelt, zahlt später

Die Unternehmen, die ihre Kapazität trotz Fachkräftemangel sichern, setzen nicht auf einen einzigen Ansatz. Sie kombinieren gezielt: Weiterbildung, KI und externe Teams. Der Unterschied liegt in der Fähigkeit, hybride Teams über Standorte hinweg operativ zu führen.

Gerade in wirtschaftlich angespannten Zeiten lohnt sich der Blick über den deutschen Arbeitsmarkt hinaus. Wer Engineering-Kapazität aufbauen kann, ohne ausschließlich auf den deutschen Arbeitsmarkt angewiesen zu sein, verschafft sich Spielraum für Projekte, die sonst nicht stattfinden würden, und für weiteres Wachstum.

Wenn die Konjunktur dreht, konkurriert der gesamte Mittelstand wieder um denselben schrumpfenden Talentpool, mit weniger Zeit und höheren Kosten.

Der Fachkräftemangel ist kein HR-Problem. Er ist eine strategische Kapazitätsentscheidung auf Geschäftsführungsebene.

 

Unternehmensprofil

Ihre Ingenieure in Tunesien, Ihre Führung aus Deutschland. Scope Merge übernimmt Recruiting, Anstellung, Payroll und Compliance als Employer of Record. Kunden im Anlagenbau, Fintech, Healthtech und Proptech in Deutschland, Frankreich und Großbritannien.

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Portrait von Youssef Hedhili

Youssef Hedhili
Founder & CEO
Berlin & Tunis
youssef.hedhili@scope-merge.com

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Warum IT-Unternehmen an Führung scheitern – nicht an Fachkräften

Der Fachkräftemangel ist nicht euer größtes Problem. Klingt hart, aber genau das zeigt sich in vielen IT-Unternehmen gerade sehr deutlich. Was wirklich fehlt, sind nicht in erster Linie Menschen, sondern Führung. Das äußert sich selten in großen, offensichtlichen Krisen, sondern vielmehr im Alltag: Meetings verlaufen ohne klare Richtung, Entscheidungen ziehen sich unnötig in die Länge, Mitarbeitende warten auf Ansagen statt selbst Verantwortung zu übernehmen und Kunden nehmen euch eher als Lieferanten wahr als als echten Partner.

Viele Unternehmen haben sich über Jahre daran gewöhnt, dass Fachlichkeit ausreicht. Gute Technik, saubere Umsetzung und verlässlicher Service waren lange genug, um erfolgreich zu sein. Doch diese Zeit ist vorbei. Heute entscheidet nicht mehr, wer die beste Lösung baut, sondern wer den Kunden besser führt. Und genau daran scheitern viele.

Führung wird immer noch häufig als etwas betrachtet, das man nebenbei entwickelt. Als eine Art weicher Faktor, der zwar wichtig ist, aber nicht wirklich über Erfolg oder Misserfolg entscheidet. In Wahrheit ist es genau andersherum: Führung ist zur harten Währung geworden. Wer sie nicht beherrscht, verliert an Relevanz. Nicht von heute auf morgen, aber schleichend. Projekte werden austauschbarer, der Preisdruck steigt, die besten Leute orientieren sich neu und trotz guter Leistung bleibt echtes Wachstum aus.

Die neue Rolle, die es jetzt braucht: der Weg zum Trusted Advisor

Gerade im Kontext des Trusted Advisor wird das besonders sichtbar. Ein Trusted Advisor ist kein besserer Verkäufer und auch kein besserer Techniker. Er ist jemand, der führt. Er führt den Kunden, wenn dieser selbst noch keine Klarheit hat. Er führt das eigene Team, wenn Entscheidungen getroffen werden müssen. Und er führt sich selbst, wenn Situationen unangenehm oder komplex werden. Genau darin liegt der Unterschied.

Die meisten IT-Unternehmen beraten. Nur wenige führen wirklich. Und das merkt der Kunde sofort. Wer nicht führt, wird geführt – vom Kunden, vom Projekt oder vom Tagesgeschäft. Die Folge ist reaktives Arbeiten statt echter Gestaltung.

Das eigentliche Problem dahinter ist fast immer das gleiche: fehlende Klarheit. Unklare Erwartungen, unklare Rollen, unklare Kommunikation. Und vor allem unklare Führung. Viele Unternehmer spüren das sehr genau. Sie wollen eigentlich loslassen, mehr Verantwortung ins Team geben und unabhängiger vom Tagesgeschäft werden. Gleichzeitig passiert genau das nicht.

Führung ist in vielen Unternehmen nicht explizit genug.

Das, was erfahrene Unternehmer oder Top-Führungskräfte intuitiv richtig machen, bleibt in ihren Köpfen. Entscheidungen, Gesprächsführung, Priorisierung – all das basiert auf Erfahrung, ist aber selten so greifbar, dass es weitergegeben werden kann. Dadurch entsteht ein Engpass: Die wenigen Top-Performer tragen die Verantwortung, während der Transfer ins Team ausbleibt. Juniors können gar nicht in die Rolle hineinwachsen, weil ihnen die konkreten Modelle, Standards und Formate fehlen, an denen sie sich orientieren können.

Der natürliche Reflex ist dann Kontrolle. Mehr Abstimmungen, mehr Schleifen, mehr Absicherung. Das Ergebnis ist bekannt: Entscheidungen dauern länger, das Team wird frustriert und der Unternehmer landet wieder mitten im operativen Geschäft.

Der Wendepunkt liegt nicht in besseren Tools oder noch einem neuen Prozess. Er liegt in der Art, wie geführt wird. Ein überraschend wirkungsvoller Hebel ist dabei radikale Offenheit. Wenn Führungskräfte beginnen, Dinge auszusprechen, die sonst unausgesprochen bleiben, verändert sich die Dynamik im Team spürbar. Aussagen wie „Ich habe gerade Sorge, loszulassen“ oder „Hier fehlt mir Vertrauen“ sind keine Schwäche, sondern ein klarer Führungsakt. Erst wenn diese Themen auf dem Tisch liegen, kann das Team überhaupt Verantwortung übernehmen.

Gleichzeitig braucht es etwas, das in vielen Organisationen verlernt wurde: ehrliches Feedback. Nicht nett formuliert und zwischen den Zeilen, sondern klar, direkt und auf Augenhöhe. In der Praxis wird genau das häufig vermieden. Statt miteinander zu sprechen, wird übereinander gesprochen. Konflikte werden verschoben, bis sie sich irgendwann auf andere Weise entladen. Das kostet Energie und verhindert Entwicklung.

Erst wenn Teams lernen, sich wirklich offen Feedback zu geben, entsteht Vertrauen. Und dieses Vertrauen ist die Grundlage für alles Weitere: für Eigenverantwortung, für Geschwindigkeit und für echte Zusammenarbeit. Ein entscheidender Hebel dabei ist das Vorbild der Führung. Wenn Führungskräfte selbst keine Klarheit zeigen, keine Offenheit leben und Konflikte meiden, wird das Team genau dieses Verhalten spiegeln. Wenn sie es hingegen vorleben, entsteht eine völlig andere Dynamik.

Der Kulturwandel beginnt beim Unternehmer selbst.

In einem Unternehmen, das wir begleitet haben, wurde genau dieser Schritt gegangen. Der Unternehmer begann, offen über eigene Unsicherheiten und persönliche Herausforderungen zu sprechen. Nicht als Methode, sondern aus echter Überzeugung heraus. Die Wirkung war unmittelbar spürbar. Das Team wurde offener, Gespräche wurden direkter, Konflikte konnten schneller geklärt werden und die Zusammenarbeit gewann deutlich an Qualität. Vor allem aber übernahmen die Mitarbeitenden mehr Verantwortung.

Genau das ist die Grundlage für das, was viele Unternehmen anstreben: ein Team, das das Unternehmen eigenständig trägt. Ein sogenanntes Winning Team, das nicht auf den Unternehmer wartet, sondern selbst führt und gestaltet. Dieses Ziel lässt sich jedoch nicht durch Strukturen allein erreichen. Es entsteht durch gelebte Führung – und dadurch, dass Führung im Unternehmen systematisch erlernbar und übertragbar wird.

Und genau hier schließt sich der Kreis zu den aktuellen Entwicklungen im Markt. Neue Geschäftsmodelle, strategischere Kundenbeziehungen und höhere Wertschöpfung sind nur dann möglich, wenn die interne Führung funktioniert. Denn wer sein eigenes Team nicht führt, wird auch beim Kunden keine echte Führungsrolle einnehmen können. Wer intern keine Klarheit hat, kann nach außen keine Orientierung geben. Und wer als Unternehmer im Tagesgeschäft gefangen bleibt, wird kein skalierbares Unternehmen aufbauen.

Führung ist damit kein Nebenthema. Sie ist der zentrale Engpass. Die gute Nachricht ist jedoch: Führung ist kein angeborenes Talent, sondern ein erlernbares Handwerk. Der erste Schritt beginnt mit ehrlicher Selbstreflexion. Bin ich klar in dem, was ich will? Spreche ich die Dinge an, die angesprochen werden müssen? Und gebe ich meinem Team wirklich Verantwortung oder halte ich sie unbewusst fest?

Wer diese Fragen ernsthaft für sich beantwortet, hat den wichtigsten Schritt bereits gemacht. Alles Weitere ist konsequente Arbeit an sich selbst, am Team und an der Organisation.

Der Fachkräftemangel ist real und wird viele Unternehmen weiterhin beschäftigen. Doch er ist nicht der entscheidende Hebel. Führung ist es. Wer das erkennt und aktiv daran arbeitet, wird nicht nur bessere Teams entwickeln, sondern auch stärkere Kundenbeziehungen aufbauen und langfristig erfolgreicher sein.

 

Unternehmensprofil

Scaling Champions stärkt den IT-Mittelstand als Rückgrat der neuen deutschen Wirtschaft. Wir entwickeln Unternehmen vom Dienstleister zum Trusted Advisor mit klaren Modellen, Formaten und dem Aufbau eines Winning Teams, das Führung übernimmt und Unternehmern wieder Freiheit schafft.

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Porträt Johannes Rasch

Johannes Rasch
CEO
Dresden
jra@scaling-champions.com

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Marketing, Vertrieb und Recruiting im Zusammenspiel denken

In vielen kleinen und mittelständischen Unternehmen werden Marketing, Vertrieb und Recruiting als getrennte Disziplinen betrachtet. Jede dieser Funktionen verfolgt eigene Ziele, nutzt unterschiedliche Prozesse und ist organisatorisch häufig voneinander getrennt.

In der Praxis führt diese Trennung jedoch zu erheblichen Ineffizienzen. Denn alle drei Bereiche haben ein gemeinsames Ziel: nachhaltiges Wachstum.

Unternehmen, die es schaffen, Marketing, Vertrieb und Recruiting strategisch miteinander zu verzahnen, entwickeln ein System, das nicht nur effizienter arbeitet, sondern auch deutlich besser skalierbar ist.

Die Folgen isolierter Strukturen

Typische Herausforderungen im Mittelstand entstehen genau an den Schnittstellen dieser Bereiche:

  • Marketing generiert Anfragen, die nicht zur Zielgruppe passen.
  • Vertrieb arbeitet ohne klare Positionierung oder Struktur.
  • Recruiting findet keine geeigneten Mitarbeiter für bestehende Anforderungen.

Diese Probleme werden häufig isoliert betrachtet und mit zusätzlichen Maßnahmen adressiert. In der Folge steigen Aufwand und Kosten, während die Effizienz sinkt. Die eigentliche Ursache bleibt jedoch bestehen: fehlende Abstimmung.

Zielgruppenklarheit als verbindendes Element

Der zentrale Ausgangspunkt für ein funktionierendes Zusammenspiel ist die klare Definition der Zielgruppe.

Unternehmen, aber auch Selbständige und Freiberufler müssen genau verstehen:

  • welche Kunden sie ansprechen möchten
  • welche Herausforderungen diese haben
  • welche Erwartungen an Lösungen und Zusammenarbeit bestehen

Diese Klarheit wirkt sich direkt auf alle drei Bereiche aus. Marketing kann gezielter kommunizieren, Vertriebsgespräche werden effizienter geführt und Recruiting kann gezielt nach passenden Profilen suchen. Ohne diese Grundlage arbeiten alle Funktionen mit unterschiedlichen Annahmen – und damit zwangsläufig ineffizient.

Marketing: Strukturierte Nachfrage statt Sichtbarkeit

Marketing im Mittelstand wird häufig auf Reichweite reduziert. Tatsächlich geht es jedoch um die gezielte Erzeugung von qualifizierter Nachfrage.

Ein effektives Marketing zeichnet sich dadurch aus, dass es:

  • klar positioniert ist
  • konkrete Probleme adressiert
  • Interessenten strukturiert durch den Entscheidungsprozess führt

Dabei spielen Inhalte eine zentrale Rolle. Sie dienen nicht nur der Sichtbarkeit, sondern der Einordnung eines Unternehmens im Markt.

Vertrieb: Der Hebel für wirtschaftliche Ergebnisse

Der Vertrieb ist die zentrale Schnittstelle zwischen Nachfrage und Umsatz. Selbst bei hoher Sichtbarkeit und vielen Anfragen bleibt wirtschaftliches Potenzial ungenutzt, wenn Vertriebsprozesse nicht klar definiert sind.

Zu den entscheidenden Faktoren gehören:

  • strukturierte Gesprächsführung
  • klare Qualifizierung von Interessenten
  • nachvollziehbare Entscheidungsprozesse
  • konsequente Nachverfolgung

Ein systematisierter Vertrieb sorgt dafür, dass Marketingmaßnahmen tatsächlich zu messbaren Ergebnissen führen.

Recruiting: Wachstum operativ ermöglichen

Ein oft unterschätzter Faktor im Zusammenspiel ist das Recruiting. Viele Unternehmen fokussieren sich auf Kundengewinnung, vernachlässigen jedoch die Frage, ob die vorhandenen Strukturen Wachstum überhaupt tragen können. Recruiting muss daher eng mit den Anforderungen aus Vertrieb und Marketing verknüpft sein.

Wichtige Aspekte sind:

  • klare Rollenprofile
  • strukturierte Einarbeitungsprozesse
  • definierte Leistungsstandards

Nur so können neue Mitarbeiter schnell integriert werden und produktiv zum Wachstum beitragen.

Das Zusammenspiel als System

Unternehmen, die Marketing, Vertrieb und Recruiting miteinander verzahnen, schaffen ein geschlossenes System:

  • Marketing erzeugt planbar Nachfrage
  • Vertrieb wandelt diese in Umsatz um
  • Recruiting stellt die Umsetzung sicher

Dieses Zusammenspiel reduziert Abhängigkeiten, erhöht Effizienz und schafft die Grundlage für nachhaltige Skalierung.

Praxisperspektive im Mittelstand

Gerade im technologiegetriebenen Mittelstand zeigt sich, dass erfolgreiche Unternehmen diese Bereiche nicht isoliert betrachten, sondern strategisch miteinander verbinden. Digitale Tools, CRM-Systeme und automatisierte Prozesse unterstützen dabei – ersetzen jedoch nicht die notwendige Klarheit in Struktur und Verantwortung.

Fazit: Wachstum braucht Integration

Für kleine und mittelständische Unternehmen sowie für Selbständige und Freiberufler bedeutet das: Wachstum ist kein Ergebnis einzelner Maßnahmen, sondern das Resultat eines funktionierenden Gesamtsystems.

Wer Marketing, Vertrieb und Recruiting isoliert betrachtet, wird langfristig ineffizient arbeiten. Wer diese Bereiche hingegen integriert, schafft die Grundlage für planbares, nachhaltiges Wachstum – auch in einem zunehmend komplexen und digitalen Marktumfeld.

Unternehmensprofil

Hakan Ersu und die Ersu Consulting GmbH unterstützen B2B-Unternehmen, IT- und SaaS-Anbieter beim Aufbau skalierbarer Geschäftsmodelle sowie strukturierter Vertriebs- und Marketingprozesse mit Fokus auf Digitalisierung, KI und nachhaltiges Wachstum.

Kontakt

Hakan Ersu
Gründer & Geschäftsführer
Langenhagen
hakan@ersuconsulting.de

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BITMi unterstützt „28 for all“: Ein 28. Regime für alle EU-Unternehmen

Aachen/Brüssel 17. März 2026 – Gemeinsam mit rund 200 europäischen Unternehmen und Verbänden unterstützt der Bundesverband IT-Mittelstand e.V. (BITMi) die Kampagne „28 for all“. Damit fordern sie gemeinsam die EU und ihre Mitgliedstaaten auf, den Entwurf für das 28. Regime ambitioniert und zügig zu gestalten. Denn das Gesetz könnte die bedeutendste EU-Reform für Unternehmen seit über zwanzig Jahren werden und muss daher höchste Priorität erhalten.

„Ein starkes Ökosystem einheimischer Unternehmen ist Europas wirksamster Hebel für mehr Wettbewerbsfähigkeit. Gleichzeitig erleben viele europäische Unternehmen den Binnenmarkt noch immer als zu kompliziert und zu teuer, wenn sie über Ländergrenzen hinweg wachsen wollen. Umso entscheidender ist der Vorschlag für das 28. Regime: Ein gemeinsamer Rechtsrahmen für alle 27 Mitgliedstaaten hätte das Potenzial, grenzüberschreitend tätigen Unternehmen endlich deutlich mehr Klarheit, Planbarkeit und einfachere Rahmenbedingungen zu bieten“, erklärt Dr. Oliver Grün, Präsident des BITMi und der European DIGITAL SME Alliance.

„28 for all“ stellt drei Kernforderungen an die EU und ihre Mitgliedstaaten:

  • Offenheit für alle: Unabhängig von Branche, Größe oder Gründungsdatum. Eine Beschränkung des Zugangs auf Start-ups oder willkürlich als „innovativ“ definierte Unternehmen würde den Sinn eines Binnenmarktinstruments untergraben. Jedes Unternehmen sollte die Möglichkeit haben, sich für die Umwandlung in eine Europäische Gesellschaft zu entscheiden.
  • Umsetzung als Verordnung: Jede rechtliche Form, für die eine nationale Umsetzung erforderlich wäre, würde genau jene Fragmentierung wiederherstellen, die diese Reform beseitigen soll. Aus diesem Grund kann nur eine Verordnung eine direkte und vereinheitlichte Anwendbarkeit gewährleisten.
  • Niedrigschwelligkeit: Die Registrierung im Rahmen des 28. Regimes muss mindestens so unkompliziert sein wie unter den bestehenden nationalen Rahmenbedingungen. Die Grundsätze „Once-only“ und „Digital-by-default“ sollten daher nicht verhandelbar sein.

Zur Kampagne „28 for all“

Isabel Weyerts Keine Kommentare

Ein Jahr nach der Bundestagswahl: Digitale Souveränität und die Angst vor der eigenen Courage

Ein Jahr nach der Bundestagswahl 2025 ist das Thema „Digitale Souveränität” in der deutschen und europäischen Debatte von zentraler Bedeutung. Das Bewusstsein für die Gefahren, die sich aus der Abhängigkeit von US-amerikanischen und chinesischen Technologieunternehmen, insbesondere in kritischen Sektoren, ergeben, ist spätestens mit dem Gipfel zur europäischen digitalen Souveränität im November 2025 im breiten Bewusstsein von Öffentlichkeit und Politik angekommen. Denn sowohl Bundeskanzler Merz als auch Frankreichs Präsident Macron riefen dort öffentlich und eindeutig zur Stärkung der digitalen Souveränität durch den Kauf europäischer Produkte auf. Merz sprach aus, was mittlerweile Konsens ist: „Digitale Souveränität hat Kosten, aber digitale Abhängigkeit hat noch höhere Kosten.“

Im Verlauf eines Jahres hat sich die Wahrnehmung von Abhängigkeit als strategisches Risiko für die Wettbewerbsfähigkeit und Sicherheit Europas verschärft. Nun wird allerorts besprochen, wie Europa seine digitale Autonomie stärken kann, um auch in Krisenfällen handlungsfähig zu sein und gleichzeitig Innovationen zu fördern.

Anlässlich der Arbeit des Bundesministeriums für Digitales und Staatsmodernisierung an einer Neudefinition des Begriffs lohnt es sich, auf das vergangene Jahr zurückzublicken, um wichtige Lehren für das weitere Vorgehen der Bundesregierung zu ziehen.

 

Europe in action

Mit der Ankündigung eines Gipfels zur digitalen Souveränität gab der Deutsch-Französische Ministerrat im August 2025 die Stoßrichtung vor. Nach einem halben Jahr der Präsidentschaft von Donald Trump wurden die Konturen des Umbruchs der zuvor regelbasierten internationalen Ordnung deutlich. Mit der Ankündigung startete die deutsch-französische Initiative eine gemeinsame europäische Strategie zur Reduzierung der digitalen Abhängigkeit.

Studien wie der im September von adesso veröffentlichte „Index Digitale Souveränität“ zeigten zudem, dass deutsche Unternehmen fast ausschließlich Hardware, Software, Cloud- und Sicherheitslösungen ausländischer Anbieter nutzen und somit von außereuropäischen Technologieunternehmen abhängig sind. Der „Index Digitale Souveränität“ beziffert den durchschnittlichen Reifegrad europäischer Unternehmen in diesem Bereich auf etwa 66 %, wobei nur eine Minderheit konkrete Souveränitätsstrategien verfolgt. Dass diese Abhängigkeit nicht nur theoretischer Natur ist, zeigte spätestens der Microsoft-Azure-Ausfall im Oktober, der große Teile der globalen Cloud-Infrastruktur lahmlegte.

Im Kontext der zunehmenden geopolitischen Spannungen und Umbrüche wurde diese Abhängigkeit als Bedrohung für die Wettbewerbsfähigkeit und Sicherheit Europas betrachtet, da sie die Handlungsfähigkeit in Krisenfällen einschränkt und die Innovationskraft schwächt.

 

Strategische Initiativen und Gipfel

Ein Höhepunkt der politischen Debatte um die digitale Souveränität war der europäische Gipfel zur digitalen Souveränität, der am 18. November 2025 in Berlin stattfand. Auf dem Gipfel betonten Bundeskanzler Friedrich Merz und der französische Präsident Emmanuel Macron die dringende Notwendigkeit, die digitale Abhängigkeit Europas von nicht-europäischen Anbietern zu reduzieren und eine gemeinsame europäische Strategie zu entwickeln. Ein zentrales Ergebnis des Gipfels war die Verabschiedung der „Declaration for European Digital Sovereignty“, in der konkrete Ziele und Maßnahmen zur Stärkung der digitalen Autonomie Europas festgelegt wurden. Der Gipfel markierte einen wichtigen Schritt zur Koordinierung der europäischen Digitalpolitik und demonstrierte europäische Einigkeit in diesem Bereich.

Nur wenige Wochen später wurde mit dem „Tech Sovereign Catalogue“ eine komplementäre Wirtschaftsinitiative vorgestellt. Ziel ist es, europäische Softwareprodukte und Alternativen zu nicht-europäischen Anbietern aufzuzeigen. Damit soll bei Politik und Anwendern ein Bewusstsein für europäische Alternativen geschaffen und die Nachfrage nach europäischen Lösungen gestärkt werden.

Auch die globale technologische Entwicklung, insbesondere in den Bereichen Künstliche Intelligenz, Halbleiter und Cloud-Computing, hat die Debatte um die digitale Souveränität weiter beeinflusst. Die EU erkennt zunehmend, dass die Abhängigkeit von nicht europäischen Anbietern ein strategisches Risiko für die Wettbewerbsfähigkeit und Sicherheit Europas darstellt. Diese Abhängigkeit wurde durch die geopolitischen Spannungen und die Haltung der Trump-Administration besonders deutlich. Durch ihre engen Verbindungen zu US-Tech-Konzernen verschärfte sie die transatlantischen Spannungen über die Regulierung von Big Tech weiter.

Sovereignty „made in europe“?

Ein Jahr nach der Bundestagswahl finden die zahlreichen Initiativen und Strategiepapiere langsam ihren Weg in die Umsetzung. Am 12. Februar trafen sich die Staats- und Regierungschefs der EU zu einer Diskussion über die digitale Wettbewerbsfähigkeit Europas und die Notwendigkeit einer einheitlichen EU-Politik. Das Vergabekriterium „Made in Europe“,das ein zentraler Baustein auf dem Weg zu langfristig resilienten digitalen Infrastrukturen wird, wird sowohl auf EU-Ebene als auch auf Ebene der einzelnen Mitgliedsstaaten erörtert. Dennoch zögert die Bundesregierung, den von ihr mit dem Gipfel zu europäischer Souveränität eingeschlagenen Weg konsequent weiterzugehen.

Um die Resilienz und Handlungsfähigkeit Europas langfristig zu sichern, braucht es die gleiche politische Entschlossenheit, die die Bundesregierung bei der Erarbeitung von Strategien und Gipfeln an den Tag gelegt hat, nun auch in der Umsetzung. Die Neudefinition digitaler Souveränität durch das BMDS kann ein erster wichtiger Schritt dazu sein – oder aber ein Eingeständnis der Angst vor der eigenen Courage. Nur indem eine konsequent europäisch gedachte Definition von Souveränität angelegt wird, können die zukünftigen Maßnahmen auch ihre Wirkung entfalten. Deshalb schlagen wir vor, Digitale Souveränität konsequent als die Fähigkeit zu definieren, die digitale Transformation in allen wesentlichen Bereichen nach eigenen Wertvorstellungen und mithilfe eigener, vertrauenswürdiger Lösungen „Made in Germany & Europe“ zu gestalten. Um diese Handlungsfähigkeit sicherzustellen, sind digitale Resilienz, digitale Wertschöpfung, Datensouveränität und Europarechtstreue zentrale Kriterien.

Anna Brodmann, Digitalpolitische Referentin